Hauptmenü öffnen

Rummenohl ist der Name eines Ortsteils der kreisfreien Großstadt Hagen im östlichen Ruhrgebiet, der 1975 zusammen mit den Ortsteilen Dahl und Priorei eingemeindet wurde.

Der im nordwestlichen Sauerland bei Ortsbezeichnungen recht häufige Suffix -ohl bedeutet „zwischen einer Flusswindung und dem Fuß des Berges gelegener feuchter Wiesengrund“. Rummenohl ist dann „eine geräumige Wiese am Fluss“ oder auch „geräumige Talmulde“. Das entspricht auch genau der Lage des Ortes direkt an der Volme.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1921 wurde die Kirche Herz Jesu eingeweiht. Am 1. Januar 1970 wurde die ehemals selbstständige Gemeinde Dahl, bestehend aus den Ortsteilen Dahl, Priorei und Rummenohl, in die Stadt Breckerfeld, Ennepe-Ruhr-Kreis eingemeindet.[1] Bereits mit Wirkung vom 1. Januar 1975 beschloss der Landtag die Umgemeindung dieses Gebiets in die kreisfreie Großstadt Hagen.[2]

IndustriegeschichteBearbeiten

 
Bahnhof
 
Hotel & Restaurant Dresel

Rummenohl ist seit Jahrhunderten ein Standort der Kleineisenindustrie, die die Wasserkraft der Volme zur Verarbeitung des Eisenerzes aus dem Siegerland genutzt hat. Durch die Eröffnung des Güterverkehrs von Hagen nach Brügge und weiter nach Meinerzhagen am 16. März 1874 auf der eingleisigen Volmetalbahn verbesserte sich die Anbindung an das aufstrebende Ruhrgebiet. Anfang 1996 wurde der Güterverkehr über Brügge nach Lüdenscheid eingestellt.

Es bestanden Planungen, die Volmetalbahn von Dortmund über Hagen nach Lüdenscheid als Stadtbahn umzusetzen. Die Stadtbahn sollte direkt vom Dortmunder Stadtzentrum über das Hagener Stadtzentrum bis in die Innenstadt von Lüdenscheid geführt werden. 1997 wurde dazu ein Konzept zur Regionalstadtbahn Hagen vorgestellt, was trotz des verkehrlichen Nutzens aus Kostengründen abgelehnt wurde.

Zu Beginn der 1870er Jahre wurde in Rummenohl durch Alfred Nobel eine Fabrik zur Dynamitherstellung gegründet, die am 5. Juni 1910 nach einem Blitzeinschlag explodierte.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im Sterbecketal eine Pulverfabrik erbaut, die 1908 die Produktion aufnahm. Betrieben wurde diese von der Firma Castroper Sicherheitssprengstoff, im Volksmund Sprengstoff oder Gelbe Hand genannt, weil der Kontakt mit dem Chemikalien die Haut der Hände gelb färbte. In Friedenszeiten wurden hier 100 Personen beschäftigt, im Ersten Weltkrieg stieg diese Zahl auf über 2000. Zu Kriegszeiten wurde vorwiegend Minen, Patronen und Füllungen für Granaten produziert, später wieder Sprengstoff für Straßenbau und Bergwerke. Zwischen der Volmetalbahn und dem abgelegenen Fabrikgebäude auf der Höhenlage bei Selkinghausen verkehrte eine Werksbahn, die in mehreren Serpentinen den Höhenunterschied überwand. Ab 1926 wurde die Fabrik nach und nach stillgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die Gebäude als Unterkunft für Ausgebombte und Flüchtlinge. In den 1960er Jahren wurden die meisten Gebäude im Zuge des Baus der A 45 abgerissen.

Im Jahr 1901 kauften der gebürtige Hülscheider Bäckermeister Hermann Dresel und seine Frau Ida die alte Poststation in Rummenohl und gründeten die Pension Dresel, die bis in die heutige Zeit hinein Bestand hat.

1952 wurden die am Nordrand von Rummenohl gelegene Kornmühle und die ehemalige Schmiede (Krummewiese/Rummenohl) stillgelegt, die hier seit dem Jahr 1824 in Betrieb gewesen war.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rummenohl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

  • Meier, Anton: Geschichte und Urkundenbuch des Amtes Breckerfeld. Band 1. Hagen (Westf.) 1908, S. 43.
  • Meier, Anton: Geschichte und Urkundenbuch des Amtes Breckerfeld. Band 2. Hagen (Westf.) 1908, S. 64.
  • Leithaeuser, Julius: Bergische Ortsnamen. Elberfeld 1901, S. 117–119.
  • Brandstäter, Fr. E.: Märkisch - Westfälische Ortsnamen. Witten 1909, S. 93.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 111.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 329.

Koordinaten: 51° 17′ N, 7° 32′ O