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SauerlandRadring

Radweg in Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Der SauerlandRadring ist eine Radwanderroute im Sauerland und verläuft in Form von zwei Rundwegen, die zwischen Sallinghausen und Bremke einen kurzen gemeinsamen Abschnitt aufweisen. Die Südschleife verläuft über Finnentrop, Eslohe, Bad Fredeburg, Schmallenberg und Lennestadt. Die Nordschleife bzw. Henneschleife verläuft über Meschede, Wennemen, Wenholthausen, Eslohe, Bremke und Enkhausen. Er ist im Wesentlichen auf den Trassen der früheren Bahnstrecken Finnentrop-Wennemen und Altenhundem–Wenholthausen angelegt und folgt auch dem Flusslauf der Lenne und des Hennesees, so dass die Strecke nur geringe Steigungen enthält. Teilweise läuft der SauerlandRadring gemeinsam mit dem Ruhr-Sieg-Radweg, der Lenneroute und dem RuhrtalRadweg.

SauerlandRadring
Logo
Gesamtlänge 124 km
Orte am Weg
Bodenbelag Asphalt
Höhendifferenz 240 m bis 460 m über NHN
Anschluss an
Webadresse sauerlandradring.de

GeschichteBearbeiten

Bereits in den Neunziger Jahren entstand der Bahntrassenradweg zwischen Lenhausen und Fehrenbracht. Dieses als R 16 ausgewiesene Teilstück wurde zu 80 Prozent durch das Land NRW finanziert. Zwischen 2004 und 2006 wurde der Bahntrassenradweg zwischen Bremke und Schmallenberg hergerichtet. 2007 folgte dann das Teilstück zwischen Fehrenbracht und Eslohe, welches auch den Kückelheimer Tunnel umfasst. Mit Fertigstellung dieser Maßnahme begann dann auch die offizielle Vermarktung als SauerlandRadring am 26. Mai 2007. Der ausgewiesene Rundweg umfasste zunächst nur die 84 Kilometer lange Südschleife über Eslohe, Finnentrop, Lennestadt und Schmallenberg. Im Frühjahr 2009 begann dann der Ausbau der Bahntrasse zwischen Wennemen und Sallinghausen. Mit Fertigstellung dieses Abschnittes wurde 2012 der als Henne- oder Nordschleife bezeichnete 40 Kilometer lange Rundkurs nach Meschede eröffnet.[1][2] 2018 wurde ein 1,2 Kilometer langes Teilstück auf der Henneseeschleife zwischen Nichtinghausen und Hennesee-Vorbecken eröffnet, dass entlang der B 55 in Tallage führt. Zuvor verlief der Radweg ab Nichtinghausen über einen Berg und Erflinghausen zum Hennesee.[3]

StreckenverlaufBearbeiten

 
Überführungsbauwerke wie hier in Wenholthausen wurden im Zuge des Radwegebaus entfernt

Der Radweg verläuft zum Teil auf ehemaligen Bahntrassen, wodurch er als steigungsarm gilt. In die Bahntrassenverläufe wurde an vielen Stellen eingegriffen. So wurden Überführungsbauwerke über Straßen entfernt. In solchen Fällen steigt der Radweg auf Straßenniveau herab und anschließend wieder auf den Bahndamm hinauf. Außerdem wurde der Radweg an einigen Stellen im Bereich von Betrieben zur Standortvergrößerung umgelegt. Beide Rundwege nutzen einen 2,8 Kilometer langen gemeinsamen Abschnitt zwischen den Knotenpunkten 44 und 45 zwischen Sallinghausen und Bremke.


Nord-/HenneseeschleifeBearbeiten

Beginnend ab Meschede verläuft die Nordschleife parallel auf einem eigenem Radweg neben der B7, bis dieser hinter Stockhausen am Knotenpunkt 28 abzweigt und durch den Ort Wennemen geführt wird. Hinter dem ehemaligen Bahnhof kreuzt der Radweg die Gleise und wird dann auf den Bahndamm der ehemaligen Bahnstrecke Wennemen-Finnentrop geleitet. Dem Bahndamm folgt der Radweg bis Wenholthausen, wobei einige Unterbrechungen an ehemaligen Straßenüberführungen auftreten und an einem Holzhof in Berge. Hinter Wenholthausen zweigt die Strecke nach Finnentrop ab, die in diesem Bereich nicht als Radweg ertüchtigt wurde. Für ein kurzes Stück folgt der Radweg noch der Bahnstrecke Wenholthausen–Altenhundem bis der Radweg bei Sallinghausen den Bahndamm verlässt und straßenbegleitend über Bremke, Reiste und Nichtinghausen der B55 bis zum Hennesee folgt. Bei Sallinghausen schließt die Südschleife am Knotenpunkt 44 Richtung Finnentrop an. Am Knotenpunkt 45 in Bremke schließt die Südschleife nach Schmallenberg an. Bei Mielinghausen quert der Radweg über den Hennedamm den Hennesee. Ab hier folgt der Radweg einem Randweg entlang des Hennesees bis zur Hennestaumauer. Von hier steigt der Radweg in die Innenstadt von Meschede ab.

FledermaustunnelBearbeiten

 
Ostportal des Kückelheimer Tunnels („Fledermaustunnel“), im Winter wird die Einfahrt mittels Toren verschlossen.

Der auch als Fledermaustunnel bezeichnete 689 Meter lange Kückelheimer Tunnel liegt zwischen den Ortschaften Kückelheim und Fehrenbracht. Der im Jahr 2007 für den Radverkehr freigegebene ehemalige Bahntunnel wird während des Winters regelmäßig für fünf Monate für den Radverkehr gesperrt, damit Fledermäuse in ihm ungestört überwintern können. Die Schließung erfolgt am 01. November und die Öffnung spätestens am 09. April. Bei Bedarf kann die Öffnung allerdings auch früher erfolgen, wenn alle Tiere ihren Winterschlaf früher beendet haben. Während der Schließzeiten wird eine Umleitungsstrecke ab Sieperting über Niedersalwey, Obersalwey und Schliprüthen nach Fehrenbracht empfohlen. Diese Umleitungsstrecke verläuft zu einem Großteil über die Fahrbahn der L 519 und die K 23.[4] Die Gegebenheit der Fledermausüberwinterung wird zur Vermarktung der gesamten beiden Rundkurse genutzt. So ist die Fledermaus ein zentrales Element in dem Logo des Radweges.

UnfälleBearbeiten

Im Juli 2014 wurde ein 66-Jähriger Radfahrer zwischen Berge und Wenholthausen durch eine umgefallene Eiche erschlagen und kam durch die schweren Kopfverletzungen am selben Tag im Krankenhaus zu Tode. In dem anschließenden Gerichtsverfahren wurde dem Landesbetrieb Straßenbau vorgeworfen seiner Verkehrssicherungspflicht bei der Vegetationspflege nicht nachgekommen zu sein. Die anwesenden Polizeibeamten gaben nach der Untersuchung des Unfallortes zu Protokoll, dass die Eiche morsch gewesen sei. Eine genaue Untersuchung des umgestürzten Baumes konnte in dem Verfahren nicht vorgenommen werden, da Mitarbeiter des Landesbetriebes Straßenbau den Baum bereits zersägt hatten, bevor ein Sachverständiger ihn begutachten konnte. Letztendlich einigten sich die Hinterbliebenen und der Landesbetrieb Straßenbau auf einen Vergleich, bei dem das Land NRW den Hinterbliebenen 70.000 Euro für den Toten zahlt.[5] Zwei Monate nachdem Vorfall ist ein weiterer Baum auf den Radweg gefallen, woraufhin der Radweg zwischen Berge und Wenholthausen voll gesperrt wurde.[6] Der Radweg blieb mehrere Monate gesperrt und wurde in dieser Zeit durchforstet.[7] In der Folge hat Straßen NRW die Vegetationskontrolle intensiviert und den Radweg in diesem Teilabschnitt immer wieder gesperrt, um die seitliche Vegetation zu durchforsten. Radfahrer müssen dann auf die starkbefahrene Landstraße 541 ausweichen.[8]

AusbaumaßnahmenBearbeiten

 
Die Arbeiten für die Brücke über die Ruhr-Sieg-Strecke und die B 236 ruhen seit 2014

Im Bereich Lenhausen ist geplant den Radweg durch den Lenhauser Tunnel der ehemaligen Bahnstrecke Wennemen – Finnentrop zu führen, um den Ort Lenhausen auf einer kürzeren Strecke umfahren zu können und die Radfahrer nicht durch den Straßenverkehr zu leiten. Dazu wurde bereits 2014 eine Auffahrt mit Aussichtsplattform zwischen Lenne und Ruhr-Sieg-Strecke errichtet. Zur Vollendung des Teilstücks muss noch eine Brücke über der Ruhr-Sieg-Strecke und B 236 errichtet werden und der Tunnel für den Radverkehr ertüchtigt werden. Den Lenhauser Tunnel hat die Stadt Finnentrop allerdings für 25 Jahre bis 2027 an einen Schießverein verpachtet, der den Tunnel als Schießstand nutzt und entsprechend umgebaut hat. Der Schießverein ist nicht bereit den Pachtvertrag vorzeitig zu kündigen, wenn die Stadt Finnentrop keinen gleichwertigen Ersatz bereitstellt. Der Streit zwischen beiden Parteien ging vor das Oberlandesgericht in Hamm, wobei der Schießverein Recht in der Angelegenheit bekommen hat.[9] Die Gemeinde Finnentrop hatte dem Jagd- und Sportschützenverein Frettertal daraufhin ein Grundstück im Industriegebiet Frielentrop angeboten, auf dem der Verein auf eigene Kosten eine Schießstätte errichten kann. Der Verein hat dies abgelehnt, da er finanziell nicht in der Lage sei, den Bau der Immobilie zu tragen. Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß drohte dem Verein daraufhin mit einem Planfeststellungsverfahren, um Baurecht für den Tunnel zu erlangen und ihn mittels einer Besitzeinweisung aus dem Tunnel zu holen.[10]

AnreiseBearbeiten

PKWBearbeiten

An den Rundwegen befinden sich zahlreiche Parkplätze, die zum Teil für den Radring angelegt wurden und auch in dem Verlaufsplänen eingezeichnet sind. Dort kann der Wagen abgestellt und eine Runde gedreht werden.

BahnBearbeiten

Entlang des Radweges befinden sich die Halte Meschede, Finnentrop, Lennestadt-Grevenbrück, Lennstadt-Meggen und Lennestadt-Altenhundem die regelmäßig von Nahverkehrszügen angefahren werden. In Meschede werden mit der Linie RE 17 Hagen und Kassel angefahren. Die Linie RE 57 fährt nach Dortmund, Winterberg und Brilon Stadt. Von den Halten in Finnentrop und Lennestadt verkehren Züge der Linien RE 16 und RB 91 nach Siegen, Hagen und Essen.

BusBearbeiten

Die Busse der Linie S90 zwischen Schmallenberg und Meschede verkehren an Sonn- und Feiertagen ab Ende April bis Ende Oktober mit Fahrradanhängern. Zwischen Bad Fredeburg und Meschede nutzen diese allerdings einen Linienweg abseits des SauerlandRadrings.[11]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten