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Roswitha Wisniewski

deutsche Literaturwissenschaftlerin, Politikerin (CDU), MdB

Roswitha Maria Wisniewski (* 23. September 1926 in Stolp, Pommern, heute Słupsk, Polen; † 3. Dezember 2017 in Bonn) war eine deutsche Literaturwissenschaftlerin und Politikerin (CDU).

Inhaltsverzeichnis

Leben und BerufBearbeiten

Roswitha Maria Wisniewski wurde 1926 in Stolp als ältestes von zwei Kindern (1930 wurde ihr Bruder, der spätere Berliner Architekt Edgar Wisniewski, geboren) des Architekten Bruno Wisniewski und seiner Ehefrau Edith Wisniewski (geb. Berndt) geboren.[1] Sie besuchte zunächst die katholische Grundschule und das Lessing-Gymnasium in Stolp, ehe ihre Familie im September 1945 nach Berlin flüchtete,[2] wo Roswitha Wisniewski 1946 das Abitur ablegte und danach an der Humboldt-Universität Germanistik und Latein studierte. 1948 wechselte sie an die Freie Universität und war dort am Aufbau des Germanistischen Seminares beteiligt. 1953 promovierte sie bei Helmut de Boor. Die Habilitation erfolgte 1960 mit Hilfe eines Habilitationsstipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Roswitha Wisniewski war bis 1965 Dozentin an der FU Berlin, von 1965 bis 1967 Professorin an der Universität Kairo und von 1967 bis 1994 Professorin für ältere deutsche Sprache und Literatur in Heidelberg. Wisniewski war die Autorin zahlreicher Bücher, u. a. zum Mittelhochdeutschen.

Seit den 1970er Jahren war sie beim Bund Freiheit der Wissenschaft aktiv.[3] Sie war Mitglied der Görres-Gesellschaft.[4]

PolitikBearbeiten

1972 trat Wisniewski der CDU bei. Sie war Mitbegründerin der Frauenunion Rhein-Neckar, später Bezirksvorsitzende der Frauenunion Nordbaden und stellvertretende Landesvorsitzende der Frauenunion Baden-Württemberg sowie Mitglied des Bezirksverbandes Nordbaden und des CDU-Landesverbandes Baden-Württemberg. Von 1986 an war sie Mitglied des Bundesvorstandes der Frauenunion. Von 1977 bis 1980 war sie Stadträtin in Schwetzingen.

Von 1976 bis 1994 gehörte Wisniewski dem Deutschen Bundestag an.[5] Zunächst über die Landesliste der CDU Baden-Württemberg gewählt, war sie ab 1983 direkt gewählte Abgeordnete im Wahlkreis Mannheim II. Im Bundestag war sie Mitglied verschiedener Unterausschüsse, darunter „Wiedergutmachung Nationalsozialistischen Unrechts“, außerdem im Ausschuss „Bildung und Wissenschaft“ und in der Bundestags-Enquete-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur“. 1993 leitete sie eine Delegation des Bundestags zu den Mahn- und Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau.

Eine Zeit lang war sie zudem Vorsitzende des Hochschulausschusses des Deutschen Akademikerinnenbundes und der Deutsch-Ägyptischen Parlamentariergruppe sowie von 1986 bis 1993 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der „Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen“.[6]

Ehrungen und AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ina Hochreuther: Frauen im Parlament. Südwestdeutsche Abgeordnete seit 1919. Im Auftrag des Landtags herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung, Theiss-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-8062-1012-8, S. 221
  • Elsbeth Vahlefeld: Erinnerung an Roswitha Wisniewski (1926–2017). In: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 4/2017, S. 50

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Katholische St. Otto-Kirche Stolp, Pommern Taufen 1926 Nr. 21 24. Oktober 1926
  2. Familie Wisniewski aus Stolp, Biographische Skizzen in: Külzer Heft, Band Nr. 10, Seite 49, Szczecin 2015
  3. http://bund-freiheit-der-wissenschaft.de/content/g_fdw.htm
  4. Jahres- und Tagungsbericht der Görres-Gesellschaft 2017, S. 81.
  5. Ulrich Niess, Michael Caroli (Hrsg.): Geschichte der Stadt Mannheim. Ergänzungs- und Registerband. Verlag Regionalkultur, Heidelberg u. a. 2011, ISBN 978-3-89735-642-9.
  6. http://kulturportal-west-ost.eu/biographies/wisniewski-roswitha-2
  7. Schwetzinger Zeitung 26. Juni 2010@1@2Vorlage:Toter Link/www.morgenweb.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.