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Rhüden ist ein Stadtteil von Seesen im Landkreis Goslar in Niedersachsen (Deutschland) und ist ca. 6 Kilometer vom Harzrand entfernt.

Rhüden
Stadt Seesen
Wappen von Rhüden
Koordinaten: 51° 56′ 31″ N, 10° 7′ 43″ O
Höhe: 130 m
Fläche: 25,03 km²[1]
Einwohner: 2719 (30. Jun. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner/km²
Postleitzahl: 38723
Vorwahl: 05384
Rhüden (Niedersachsen)
Rhüden

Lage von Rhüden in Niedersachsen

Blick auf Rhüden
Blick auf Rhüden

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt am Westrand des Harzes bzw. östlich des Höhenzugs Heber am Fluss Nette sowie auch zwischen Bornhausen und Bornum.

OrtsgliederungBearbeiten

Neben den ehemaligen Ortsteilen Groß Rhüden und Klein Rhüden gehören auch die Wohnplätze Ober- und Unterpanshausen sowie Teile von Ödishausen zu Rhüden.

GeschichteBearbeiten

Erste urkundliche Belege für Rhüden finden sich aus der Zeit zwischen den Jahren 826 und 853. Der Ort war durch eine im 13. Jahrhundert vorgenommene Teilung des Ambergaus über 700 Jahre geteilt. Dadurch entstanden schließlich die beiden Gemeinden Groß Rhüden und Klein Rhüden, die am 1. März 1974 in die Stadt Seesen eingegliedert wurden.[3] Im Jahr 1976 wurden beide Orte zum Ortsteil Rhüden zusammengefasst.

Vermutlich war diese Gegend schon in der Bronzezeit bewohnt, denn Forscher entdeckten hier zahlreiche Fundstücke aus dieser Epoche. Urkundlich nachgewiesen ist die Besiedelung aber erst seit der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts. Damals entstand der Ort wahrscheinlich im Rahmen der Christianisierung der einheimischen Sachsen durch die Franken. Das ursprüngliche Sumpfland wurde dabei entwässert und somit für den Menschen nutzbar gemacht.

In der Zeit von 1685 bis 1865 lebte der Ort auch von der Salzquelle. Die achtprozentige Sole stammte aus einem 30 Fuß (etwa 10 m) tiefen Brunnen. Das Gradierwerk war von 1046 Fuß Länge; zwei Pfannen maßen 20 × 14 × 8 Fuß. Jährlich wurden bis zu 300 Tonnen Siedesalz gewonnen.[4]

Auf derselben Salzlagerstätte, die auch die Salzquelle hervorbrachte, entstand in den Jahren ab 1893 das Kaliwerk Rhüden (Gewerkschaft Carlsfund), das bis Mitte der 1920er Jahre Bestand hatte. Die Häuser auf der „Kolonie“ stammen aus dieser Zeit, sie wurden als Werkswohnungen für die Bergleute des Kaliwerkes errichtet.[4]

PolitikBearbeiten

Ortsratswahl[5]
Wbt.: 52,32 % (2011: 52,42 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,07 %
48,92 %
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+8,29 %p
-8,29 %p

OrtsratBearbeiten

Der Ortsrat setzt sich aus neun Ratsfrauen und Ratsherren zusammen (Veränderungen zu 2011):

  • SPD: 5 Sitze (+1)
  • CDU: 4 Sitze (−1)

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister ist Frank Hencken.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Rhüden liegt an den Bundesstraßen 243 und 82 sowie der Bundesautobahn 7 (Anschlussstelle 66 Rhüden).

Traditionell bot der Ort neben den landwirtschaftlichen Betrieben und Nebenerwerbsbetrieben auch einigen Handwerkern Beschäftigung. Rhüden ist neben Münchehof ein Unterzentrum der Stadt Seesen. Der Großteil der Rhüdener Einwohner pendelt jedoch in umliegende Orte zur Arbeit.

ReligionenBearbeiten

In Rhüden befindet sich die im 19. Jahrhundert erbaute evangelische Kirche St. Martini, zur Propstei Gandersheim-Seesen gehörend. Sie wurde in den Jahren 1885 bis 1888 nach Plänen von Conrad Wilhelm Hase[6] im Stil der Neogotik am Standort eines im Jahre 1834 durch Brand zerstörten Vorgängerbaues errichtet. Das malerische Gotteshaus aus Sandstein besitzt einen 53 Meter hohen Kirchturm und bietet im Inneren Sitzplätze für rund 400 Menschen.

Die katholische Kirche St. Oliver wurde 1976 erbaut. 2007 erfolgte ihre Profanierung, heute wird sie vom Musikverein Rhüden von 1901 e.V. als Vereinsheim genutzt. Die nächstliegenden katholischen Kirchen befinden sich heute jeweils ca. 8 km entfernt in Bilderlahe, Seesen und Bockenem (Landkreis Hildesheim).

Die nächste Neuapostolische Kirche befindet sich in Seesen.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rhüden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.stadtverwaltung-seesen.de/index.php?La=1&NavID=1601.15&object=tx%7C235.386
  2. Einwohnerzahl der Gemeinden und Ortsteile des Landkreises Goslar, abgerufen am 17. März 2019.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 269.
  4. a b Geschichtstafeln zu Rhüden und näherer Umgebung. Verein der Natur- und Heimatfreunde Rhüden am Harz e.V., abgerufen am 18. Oktober 2015.
  5. Webseite der Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg, abgerufen am 1. Oktober 2016
  6. Werkkatalog C. W. Hase