Report on Manufactures

Finanzbericht der Vereinigten Staaten

Der Report on the Subject of Manufactures, genannt Report on Manufactures, war der vierte bedeutende Finanzbericht des ersten Finanzministers der Vereinigten Staaten von Amerika, Alexander Hamilton. Er wurde am 5. Dezember 1791 dem Kongress vorgelegt. Im Bericht spricht sich Hamilton für eine staatliche Unterstützung der amerikanischen Industrien aus. Dabei nimmt er sowohl gegen den Laissez-faire als auch gegen die Physiokratie Stellung. Obwohl der Kongress nur die Zollvorschläge des Berichts umsetzte, befürwortete Hamilton im Gegensatz zu Zeitgenossen wie Thomas Jefferson die spätere Industrialisierung. Der Report on the Subject of Manufactures beeinflusste mehrere zukünftige industriefreundliche Maßnahmen.

Der US-amerikanische Finanzminister Alexander Hamilton verfasste den Reports on Manufactures. Gemälde von John Trumbull aus dem Jahr 1792

HintergrundBearbeiten

 
Thomas Jefferson (Charles Willson Peale, 1791)

Als Finanzminister schlug Hamilton in drei Berichten zum Kongress, dem Report on Public Credit, dem Report on the Mint und dem Report on a National Bank, umfassende Wirtschaftsreformen vor, die dem modernen Kapitalismus in den Vereinigten Staaten den Weg ebneten. Mit dem Report on Public Credit versuchte Hamilton, den Wert von Staatsanleihen zu stabilisieren. Des Weiteren empfahl er „assumption“, also die Übernahme der Verschuldung der Bundesstaaten. Die Letzteren Reports schlugen die Gründung einer Münzprägeanstalt und einer Nationalbank vor. Hamiltons Vorschläge wurden vom Kongress zwar verabschiedet, doch empörten sie die agrarischen Südstaaten. Um zwei der prominentesten Politiker des Südens – den Virginiern Madison und Jefferson – bildete sich infolgedessen die Demokratisch-Republikanische Partei, welche unter Plantageneliten und Siedlern in der Frontier Erfolge feiern konnten. Gegenpartei war die sich um Hamilton bildende Föderalistische Partei, welche Hamiltons Finanzen vertretend von reichen kaufmännischen Eliten gewählt wurde. Die Republicans und die Federalists waren keine Parteien im modernen Sinne, sondern lose Gruppierungen um einzelne Politiker. Es herrschte also keine Parteidisziplin; So unterstützten die Republikaner Elbridge Gerry und Albert Gallatin große Teile Hamiltons Finanzplans.[1]

Die Industrielle Revolution begann Mitte des 18. Jahrhunderts im Königreich Großbritannien. In Amerika entwickelten sich kurz darauf erste Industrien, jedoch herrschte insbesondere in den Südstaaten noch immer der Agrarsektor vor. Man war in vielen Fällen noch vom Ausland – besonders Großbritannien – und dessen Exporten abhängig. Industrielle wollten sich vor diesen Exporten mit höheren Importzöllen schützen.[2]

Entstehung und EinflüsseBearbeiten

 
Tench Coxe

Der Präsident George Washington hielt am 8. Januar 1790 eine Rede vor dem Repräsentantenhaus, in der er sich für heimische Industrien aussprach, damit die USA sich im Falle eines Krieges nicht auf ausländische Produzenten verlassen müsste. Deshalb bot das Repräsentantenhaus Hamilton am 15. Januar 1790 um einen Finanzbericht zur amerikanischen Waffenindustrie, allerdings nutzte Hamilton den Bericht als Plattform für die allgemeine Unterstützung US-amerikanischer Industrien.[3]

Um den Bericht vorzubereiten, schickte Hamilton am 25. Januar Informationsanfragen an mehrere Industrieverbände. Von Bedeutung war die Antwort von einem der führenden Befürworter der US-amerikanischen Industrialisierung, Tench Coxe, die die vielversprechende Natur der Industrien der USA beschrieb, insbesondere in Coxes Heimat Pennsylvania, und ihre Hürden, u. A. das Fehlen an Arbeitskräften und Innovationen sowie die Abhängigkeit von Großbritannien. Coxe befürwortete deshalb eine Partnerschaft mit dem Revolutionären Frankreich. Hamilton ernannte ihn im Mai 1790 zum Stellvertretenden Finanzminister (englisch Assistant Secretary of the Treasury).[4][5][6] Gemeinsam gründeten sie die Society for the Encouragement of Useful Manufactures (zu Deutsch etwa: Gesellschaft für die Förderung nützlicher Industrien), die jedoch bald an Bedeutung verlor.[7][8]

Im Posten des Assistant Secretary bestand Coxes Aufgabe daraus, Daten zu amerikanischen Industrien zu sammeln. Durch seine Arbeit kam ein erster Entwurf des Berichts zustande, den er innerhalb kürzester Zeit im Januar oder Februar 1791 schrieb. Diese Vorlage wurde darauf im Hitzesommer 1791 mehrfach durch Hamilton überarbeitet; Die Überarbeitungen wurden darauf von Coxe überprüft.[9][10][11]

Dem Herausgeber der Hamilton Papers Harold C. Syrett zufolge steche der Report on Manufactures nicht für seine intellektuelle Originalität hervor; Hamilton habe vieles von seinen Vordenkern übernommen. Schon vor seiner Recherche für den Report hatte Hamilton Werke von Ökonomen wie dem ehemaligen französischen Finanzminister Jacques Necker, dem Enzyklopädisten Malachy Postlethwayt, und den Vertretern der Schottischen Aufklärung David Hume und Adam Smith gelesen. Besonders den Laissez-faire Smiths Wohlstand der Nationen, welche alle staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft kritisiert, würde er versuchen zu widerlegen. Auch entfernte er die kontroversesten Auffassungen seiner Vordenker wie die Kritik an Subsistenzlandwirtschaft.[12] Die US-amerikanischen Historiker Elkins und McKitrick, Verfasser des Standardwerks zur US-amerikanischen Geschichte zwischen 1789 und 1800, The Age of Federalism, betonen Humes Einfluss auf Hamiltons ökonomische Sichtweisen. Im Bericht habe er verschiedene Theorien mit Bezug auf die USA zu einer neuen, modernen Theorie kombiniert.[13]

InhaltBearbeiten

Hamilton eröffnet seinen Report mit einer Refutation jener „respectable patrons of opinions“ (zu Deutsch etwa: „respektablen Meinungsmacher“), die staatliche Unterstützung heimischer Industrien noch immer kritisierten. Zunächst griff Hamilton Adam Smiths Wohlstand der Nationen zitierend die französischen Physiokraten an, die die Landwirtschaft als einzig produktive Wirtschaftsbranche sahen. Die Industrie sei Hamilton zufolge jedoch nicht produktiver als die Landwirtschaft. Vielmehr sei eine gemischte Wirtschaft mit einer Industrie nötig: Zum einen könnte durch eine erweiterte Arbeitsteilung und Mechanisierung die Produktivität der Arbeiter erhöhen werden. Auch könnte die Industrialisierung die Anzahl der Arbeitnehmer vergrößern, da auch Frauen und Kinder in Industrien arbeiten könnten. Hinzu kamen Immigranten, die aufgrund der höheren Löhne, geringeren Steuern und Religionsfreiheit (vgl. 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten) nach Amerika strömen würden. Bauern könnten in ihrer Freizeit in Fabriken arbeiten. Des Weiteren sieht Hamilton psychologische Vorteile in der Industrialisierung, da Arbeitnehmer eine breitere Auswahl an Berufen hätten und sie den Innovationsspielraum erweitern würden. Zuletzt beschreibt er auch landwirtschaftliche Vorteile einer Industrialisierung, die besonders für den agrarischen Süden bedeutsam waren: Industrien würden nämlich die inländische Nachfrage für Agrarprodukte erweitern und Bauern mit besseren und günstigeren Maschinen versorgen.[14][15][16]

 
Die von Adam Smith in seinem Hauptwerk Wohlstand der Nationen (Bild) formulierte Theorie des Laissez-faire versucht Hamilton zu widerlegen.

Nachdem Hamilton die Vorteile eines Industriesektors beschrieben hatte, widerlegte er Adam Smiths Freihandelsideal, nach dem die Vereinigten Staaten sich wegen ihrer natürlichen Vorteile in der Landwirtschaft auf sie fokussieren und industrielle Produkte importieren sollte, mit dem second best world-Argument: Nur in einer perfekten Welt ohne Handelshemmnisse könne ein Staat so agieren, da er sonst benachteiligt gegenüber anderen Staaten wäre. Das gleiche Argument nutzt er, um Prämien (englisch bounties) zu verteidigen: In einer idealen Welt könnte die USA Unternehmen frei wachsen lassen. Andere Staaten unterstützten ihre heimischen Industrien jedoch, was ihnen einen Vorteil gegenüber US-amerikanischen Industrien verschaffe. Des Weiteren behauptet Hamilton, dass Menschen nur unter Druck ihre Karriere wechseln würden, wenn nötig vom Staat durch Prämien bedrängt. Diese wären auch ein Signal für Investoren, das der Staat Industrien nicht angreifen würde. Darauf formuliert er erstmals das infant industries-Argument für Schutzzölle: Die noch jungen Industrien der USA müssten vor den größeren Industrien anderer Länder geschützt werden, allerdings treten Schutzzölle eher in den Hintergrund: Prämien seien nämlich effektiver, da sie direkter seien und die Konsumenten nicht durch höhere Preise belasten.[17][18][19][20]

Darauf versuchte Hamilton, ein weiteres Argument gegen heimische Industrien in den Vereinigten Staaten zu widerlegen: Er bestritt, dass es in Amerika an Arbeitskräften und Kapital fehle. Das Fehlen an Arbeitskräften sei eine nur in Maßen berechtigte Furcht; trotz der kontinuierlichen Abwanderung in die Frontier seien viele Staaten noch ausreichend bevölkert. Erneut verwies Hamilton auf Kinder-, Frauen- und Immigrantenarbeit. Die vielen Flüsse der USA würden durch Wasserkraft auch die Anzahl der benötigten Arbeiter senken. Das Kapital in den USA würde auf Grund seiner früheren Finanzreformen und ausländischer Investoren reichen.[21][22]

Nach einem Anriss der boomenden amerikanischen Industrien, zu denen Hamilton Gebiete wie die Holz- und Lederverarbeitung als auch die Kohle- und Stahlindustrie zählt, die angeblich schon international agieren würden, kommt Hamilton auf seinen eigentlichen Auftrag zurück: Hamilton behauptet, dass es für die USA essentiell sei, sich in Falle eines Krieges autark zu machen. Zuletzt beschreibt er mögliche Wege, Industrien staatlich zu unterstützen. Zum Beispiel schlägt er geringe Zollerhöhungen von insgesamt 14 Handelswaren, die Senkung von Zöllen auf Rohstoffe, und Prämien vor.[23][24][25]

Umsetzung in der LegislativeBearbeiten

 
James Madison (John Vanderlyn, 1816)

Der Report on Manufactures wurde am 5. Dezember 1791 dem Kongress vorgelegt, der ihn vorerst ignorierte. Erste Diskussionen zu Prämien kamen im Februar 1792 auf: Bisher förderten Prämien für den Export von Kabeljau nur den Handel und nicht die Fischer, die hingegen die Salzsteuer bezahlen mussten. Der neue Vorschlag, unterstützt durch föderalistische Neuengländer, deren Heimat über einen Großteil der Kabeljaubestände verfügte, sah hingegen ein Frachtgeld vor. Auch Jefferson befürwortete in seinem Report on the Fisheries Prämien. Zu den Gegnern der Prämien zählten republikanische Südstaatler wie der Virginier William Giles, der die Verfassungsmäßigkeit einer Prämie bezweifelte. Andere denunzierten Prämien an sich. Befürworter des Gesetzes, z. B. Elbridge Gerry und Fisher Ames, sahen den Vorschlag nicht als Prämie, sondern als eine Rückzahlung von Steuern, also eine Beihilfe (englisch Allowance). Schließlich konnte Madison Teile seiner Partei von der Prämie überzeugen, allerdings wurde das Wort Prämie vor der Verabschiedung ersetzt. Die Debatte illustriert die Antipathie vieler Politiker gegenüber Prämien. Der Kongress diskutierte die von Hamilton vorgeschlagenen Prämien nicht einmal.[26][27]

Im Gegensatz zu Prämien konnte Hamilton die im Bericht vorgeschlagenen Zölle durchsetzen. Nach der Schlacht am Wabash River, einer verheerenden Niederlage gegen Indianer, und einer hitzigen Debatte entschied sich der Kongress nämlich, drei neue Regimenter auszuheben.[28] Es wurde am 7. März vorgeschlagen, dass der Finanzminister Hamilton einen Bericht zur Beschaffung der Geldmittel für die Regimenter vorstellen sollte. Madison griff die Forderung an und lehnte Eingriffe der Exekutive (Finanzministerium) in die Legislative (Kongress) ab. Jedoch fasste die politische Öffentlichkeit Madisons Rede[29] als heuchlerisch und inkonsistent auf, da er nur zwei Jahre zuvor bei der Gründung des Finanzministeriums genau das Gegenteil befürwortet hatte. Der Vorschlag eines Berichts von Hamilton wurde am 8. März mit 31 zu 27 Stimmen angenommen.[30]

Am 17. März antwortete Hamilton mit einem Bericht, der drei Möglichkeiten, die nötige Geldsumme von 526.000 Dollar einzutreiben, anbot: Entweder könnte man den Regierungsanteil an der Nationalbank verkaufen, Kredite aufnehmen oder Zölle erheben. Hamilton setzte sich für Letzteres ein, genauer eine Zollerhöhung um 2,5 Prozentpunkte auf 7,5 % ein. Den Vorschlag, genannt Tariff of 1792, kritisierten Madison und seine Unterstützer als eine Bevorteilung des Nordens. Die Föderalistische Partei bot an, im Gegenzug auch die Landwirtschaft durch Zölle zu unterstützen, was wiederum von einigen Kongressmitgliedern aus dem Norden kritisiert wurde. Schließlich schlug Madison eine Ergänzung zum Gesetz vor, die ein Ablaufdatum von einem Jahr vorschrieb, also bis die Regimenter ausgehoben waren. Föderalisten lehnten diese Möglichkeit ab: Der Zoll hätte auch weitere Nutzen, wie z. B. die Ermutigung von Industrien.[31][32] Während der Zoll mit 37 zu 20 Stimmen angenommen wurde, wurde das Auslaufdatum mit 32 zu 32 Stimmen abgelehnt.[33][34]

RezeptionBearbeiten

Zeitgenössische BewertungBearbeiten

Schon vor den Diskussionen im Kongress hatte es Widerstand zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gegeben, insbesondere auf Ebene der Verfassung. Hamilton sah seine Vorschläge in der General Welfare Clause, die besagt, dass der Kongress für die Verteidigung und die Wohlfahrt der Vereinigten Staaten aufkommt (englisch to provide for the common defense and general welfare of the United States), bestätigt. Er interpretierte die Wörter general welfare als weitreichend; der Kongress könne entscheiden, was zu diesem Zeitpunkt das Beste für die general welfare wäre. Madison sah diese Interpretation der „general welfare clause“ kritisch, da sie nicht nur die Mittel, sondern auch die Ziele der Regierung erweiterte. Im unveröffentlichten Notizen über die Verfassungsmäßigkeit von Prämien zur Förderung von Industrie (englisch Notes on the Constitutionality of Bounties to Encourage Manufacturing) aus dem Februar 1792 kritisierte Jefferson die Prämien als ein gelegentlich effektives Mittel, die aber zur Tyrannei ausgenutzt werden. Douglas I. Irwin spekulierte, dass diese die Vorbereitung für ein Gespräch mit Washington am 1. März 1792 war, in dem er mit ähnlichen Argumenten die Prämien angriff.[35][36]

Auch im Königreich Großbritannien wurde der Bericht mit dem Ziel veröffentlicht, Facharbeiter zur Immigration anzulocken. Thomas Diggs ließ 1000 Kopien in Dublin drucken, woraufhin diese für günstige Preise verkauft wurden. Seine Hoffnungen wurden jedoch nicht erfüllt, da „die Großen“, „das beländete Interesse“ und „die Regierungen“ Fachleute von der Emigration abhielten. Tatsächlich verfügte Großbritannien über strikte Gesetze gegen Emigration. Trotzdem konnten Immigranten die US-amerikanische Industrialisierung maßgeblich vorantreiben; So stammt Samuel Slater, „Vater der amerikanischen Industriellen Revolution“, aus England.[37][38]

Dass Hamilton Zölle nur leicht erhöhte half zwar Händlern, jedoch enttäuschte es Industrielle. Bald wurden diese Unterstützer der Demokratisch-Republikanischen Partei, die ihre antibritischen Positionen unterstützte. Illustriert wird der Wandel in Coxe selbst, der sich mit Jefferson alliierte. Zeitgenossen nannten Coxe spöttisch „Mr. Facing Bothways“. Als Präsidenten konnten Jefferson und Madison ihre antibritische Politik durchsetzen; 1816 führte Madisons Regierung Douglas I. Irwin zufolge den ersten protektionistischen Zoll der amerikanischen Geschichte ein. Obwohl ihre Priorität eigentlich ein Angriff auf Großbritannien war, unterstützten die Demokraten-Republikaner so die Industrialisierung.[39][40]

Historische BewertungBearbeiten

Historiker sehen den Report on Manufactures als ein Meisterwerk, das bis heute maßgebend für die Amerikanische Wirtschaft als Statement gegen Laissez-faire ist. Ron Chernow (2004) sieht im Bericht mehrere Maßnahmen, die erst 100 Jahre später durch Theodore Roosevelt umgesetzt wurden.[41] Ähnlich urteilte James Thomas Flexner (1997), für den der Bericht Vieles aus dem Amerika nach dem Bürgerkrieg prophezeite.[42] Als langen Schatten bezeichnet Douglas I. Irwin (2003) den Einfluss des Berichtes auf die Handelspolitik der USA.[43] Kritischer sieht ihn Jacob E. Cooke (1975, 1983): Anders als bei seinen bisherigen Berichte fehlten beim Report on Manufactures Mut und Innovativität. Trotzdem sei es die beste Abhandlung seiner Generation zur Industrialisierung gewesen.[44][45] John R. Nelson (1979) sieht Hamiltons Report on Manufactures eher negativ. Hamiltons Vorschläge und seine Ablehnung höher Zölle unterstütze eher die Kaufmänner. Hingegen geben die im Bericht vorgeschlagenen Maßnahmen den Industriellen nicht die nötige Unterstützung, die sie damals brauchten.[46]

Die gängige historische Wertung besagt, dass der Report on Manufactures nur im Tariff of 1792 umgesetzt wurde. So bezeichnete Jefferson den Bericht schon neun Monate nach der Vorlegung als noch umzusetzen (englisch still to be acted upon). Jacob E. Cooke (1975) und Ron Chernow (2004) beschrieben ihn als einzigen der Berichte Hamiltons, der nicht vom Kongress umgesetzt wurde.[47] Douglas I. Irwin (2003) schrieb hingegen, dass zwar keine der Prämien, jedoch alle der vorgeschlagenen Zölle umgesetzt wurden.[48] Gerard Clarfield (1975) bewertet die legislative Umsetzung des Berichts hingegen als politisches Meisterwerk Hamiltons, da er den Kongress, der eigentlich gegen neue Zölle war, wegen einer militärischen Gefahr für höhere Zölle überzeugen konnte.[49]

Die Beteiligung von Tench Coxe rückt in historischen Forschungen in den Vordergrund. Die Biografie von Broadus Mitchell (1957–1962) bewertet die Beteiligung von Coxe als gering. The Papers of Alexander Hamilton (1961–1987) sieht den Beitrag von Coxe am Report on Manufactures zwar als beachtlich an, doch unterscheide sich Coxes Entwurf sehr.[50] Bernard Mason (1965) schlägt hingegen vor, dass die Beteiligung von Coxe größer sei als bisher eingeschätzt. Als Beweis nutzt er die Ähnlichkeit zwischen dem Bericht und Coxes Essays, allerdings sieht er seine eigenen Beweise nicht als unbedingt überzeugend an.[5] Länger ist die Analyse vom Biografen Coxes Jacob E. Cooke (1975), die sich Mason anschließt.[51]

AusgabenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Darstellungen

Spezialstudien

  • Douglas I. Irwin: The Aftermath of Hamilton's "Report on Manufactures" National Bureau of Economic Research, Cambridge, Massachusetts 2003
  • John R. Nelson: Alexander Hamilton and American Manufacturing: A Reexamination In: Journal of American History (1979), S. 971–995.
  • Doron Ben-Atar: Alexander Hamilton’s Alternative: Technology Piracy and the Report on Manufactures In: The William and Mary Quarterly (1995), S. 389–414.
  • Jacob E. Cooke: Tench Coxe, Alexander Hamilton, and the Encouragement of American Manufactures In: The William and Mary Quarterly (1975), S. 369–392.
  • Gerard Clarfield: Protecting the Frontiers: Defense Policy and the Tariff Question in the First Washington Administration In: The William and Mary Quarterly (1975), S. 443–464.
  • Bernard Mason: Alexander Hamilton and The Report On Manufactures: A Suggestion In: Pennsylvania History: A Journal of Mid-Atlantic Studies (1965), S. 288–294.
  • Harold C. Syrett (Hrsg.): The Papers of Alexander Hamilton. Introductory Note: Report on Manufactures. Band 10 December 1791–January 1792, Columbia University Press, New York 1969, S. 1–15.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ron Chernow: Alexander Hamilton S. 385–394
  2. Doron Ben-Atar: Alexander Hamilton’s Alternative: Technology Piracy and the Report on Manufactures, S. 389–391
  3. Ron Chernow: Alexander Hamilton S. 374–375
  4. Jacob E. Cooke: Tench Coxe, Alexander Hamilton, and the Encouragement of American Manufactures, S. 369–370.
  5. a b Bernard Mason: Alexander Hamilton and The Report On Manufactures: A Suggestion
  6. Doron Ben-Atar: Alexander Hamilton’s Alternative: Technology Piracy and the Report on Manufactures, S. 398
  7. Jacob E. Cooke: Tench Coxe, Alexander Hamilton, and the Encouragement of American Manufactures, S. 380–392
  8. Forrest McDonald: Alexander Hamilton: A Biography, S. 231–232.
  9. Jacob E. Cooke: Tench Coxe, Alexander Hamilton, and the Encouragement of American Manufactures, S. 370–374
  10. Doron Ben-Atar: Alexander Hamilton’s Alternative: Technology Piracy and the Report on Manufactures, S. 398–399
  11. Jacob E. Cooke: Alexander Hamilton S. 98–99
  12. Harold C. Syrett (Hrsg.): The Papers of Alexander Hamilton. Band 10, Columbia University Press, New York 1966, S. 1–15
  13. Stanley Elkins und Eric McKitrick: The Age of Federalism S. 258
  14. Richard Sylla und David J. Cowen: Alexander Hamilton on Finance, Credit, and Debt, S. 197–199
  15. Forrest McDonald: Alexander Hamilton: A Biography S. 232–234
  16. Stanley Elkins und Eric McKitrick: The Age of Federalism S. 259
  17. Richard Sylla und David J. Cowen: Alexander Hamilton on Finance, Credit, and Debt, S. 199–200
  18. Thomas K. McCraw: The Founders and Finance: How Hamilton, Gallatin, and Other Immigrants Forged a New Economy S. 128–129
  19. Forrest McDonald: Alexander Hamilton: A Biography S. 234
  20. Stanley Elkins und Eric McKitrick: The Age of Federalism S. 259–260
  21. Richard Sylla und David J. Cowen: Alexander Hamilton on Finance, Credit, and Debt, S. 200–202
  22. Stanley Elkins und Eric McKitrick: The Age of Federalism S. 260–260
  23. Richard Sylla und David J. Cowen: Alexander Hamilton on Finance, Credit, and Debt, S. 202–204
  24. Thomas K. McCraw: The Founders and Finance: How Hamilton, Gallatin, and Other Immigrants Forged a New Economy S. 128
  25. Forrest McDonald: Alexander Hamilton: A Biography S. 236
  26. Douglas I. Irwin: The Aftermath of Hamilton’s "Report on Manufactures", S. 9–11.
  27. Stanley Elkins und Eric McKitrick: The Age of Federalism S. 276–277
  28. Gerard Clarfield: Protecting the Frontiers: Defense Policy and the Tariff Question in the First Washington Administration, S. 444–452
  29. Die Rede ist nicht in den Annals of Congress überliefert, weshalb Historiker sich auf eine Zusammenfassung des Föderalisten Theodore Sedgwick verlassen müssen.
  30. Gerard Clarfield: Protecting the Frontiers: Defense Policy and the Tariff Question in the First Washington Administration, S. 452–457
  31. Douglas I. Irwin: The Aftermath of Hamilton’s "Report on Manufactures", S. 11–14.
  32. Gerard Clarfield: Protecting the Frontiers: Defense Policy and the Tariff Question in the First Washington Administration, S. 457–461
  33. Douglas I. Irwin: The Aftermath of Hamilton’s "Report on Manufactures", S. 14–17.
  34. Gerard Clarfield: Protecting the Frontiers: Defense Policy and the Tariff Question in the First Washington Administration, S. 461–463
  35. Ron Chernow: Alexander Hamilton, S. 378–379
  36. Douglas I. Irwin: The Aftermath of Hamilton’s "Report on Manufactures", S. 7–9
  37. Doron Ben-Atar: Alexander Hamilton’s Alternative: Technology Piracy and the Report on Manufactures, S. 407–414
  38. Thomas K. McCraw: The Founders and Finance: How Hamilton, Gallatin, and Other Immigrants Forged a New Economy S. 125–127
  39. Douglas I. Irwin: The Aftermath of Hamilton’s "Report on Manufactures", S. 19–24
  40. John R. Nelson: How the Republicans Learned to Love Manufacturing: The First Parties and the "New Economy" In: Journal of the Early Republic (2002), S. 235–262
  41. Ron Chernow: Alexander Hamilton, S. 378
  42. James Thomas Flexner: The Young Hamilton: A Biography. 2. Auflage. Fordham Univ. Press, New York 1997, S. 437.
  43. Douglas I. Irwin: The Aftermath of Hamilton’s "Report on Manufactures", S. 1.
  44. Jacob E. Cooke: Alexander Hamilton S. 97–98
  45. Jacob E. Cooke: Tench Coxe, Alexander Hamilton, and the Encouragement of American Manufactures, S. 374
  46. John R. Nelson: Alexander Hamilton and American Manufacturing: A Reexamination
  47. Jacob E. Cooke: Tench Coxe, Alexander Hamilton, and the Encouragement of American Manufactures, S. 370–374
    Ron Chernow: Alexander Hamilton, S. 378.
  48. Douglas I. Irwin: The Aftermath of Hamilton’s "Report on Manufactures", S. 17.
  49. Gerard Clarfield: Protecting the Frontiers: Defense Policy and the Tariff Question in the First Washington Administration, S. 463–464
  50. Jacob E. Cooke: Tench Coxe, Alexander Hamilton, and the Encouragement of American Manufactures, S. 369
  51. Jacob E. Cooke: Tench Coxe, Alexander Hamilton, and the Encouragement of American Manufactures, S. 380