René Riedl

österreichischer Wirtschaftsinformatiker

René Riedl (* 21. Februar 1977) ist ein österreichischer Wirtschaftsinformatiker. Er ist Professor für Digital Business und Innovation an der FH Oberösterreich und assoziierter Universitätsprofessor am Institut für Wirtschaftsinformatik – Information Engineering der Johannes Kepler Universität Linz. Zudem ist er der wissenschaftliche Direktor der Neuro-Information-Systems Society.

LebenBearbeiten

Nach dem Abitur 1996 an der Handelsakademie Steyr studierte Riedl Handelswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz, das Studium schloss er 1999 als Magister ab. Danach arbeitete er in einem IT-Unternehmen in Linz. 2001 nahm er bei Lutz Jürgen Heinrich die Stelle eines Universitätsassistenten an und promovierte im Bereich der Wirtschaftsinformatik 2004 zum Dr. rer. soc. oec. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen in jungen Jahren insbesondere in den Bereichen Informationsmanagement und Management von Informatik-Projekten. Mitte der 2000er Jahre begann er sich zunehmend mit neurologischen, psychologischen und soziologischen Phänomenen der Digitalisierung zu befassen. Er ist einer der Mitgründer der Forschungsdisziplin Neuro-Information-Systems (NeuroIS) und der Fachtagung NeuroIS Retreat. Im Frühjahr 2007 war er Gastwissenschaftler an der Harvard University, Harvard Business School, USA. 2009 habilitierte er sich im Fach Wirtschaftsinformatik an der Johannes Kepler Universität Linz und wurde dort 2010 zum assoziierten Universitätsprofessor ernannt. Im Frühjahr 2012 war er Gastprofessor am Department of Information Technologies der HEC Montréal, Kanada, und seit 2013 ist er Inhaber der Professur für Digital Business und Innovation an der Fachhochschule Oberösterreich an der Fakultät für Wirtschaft und Management am Campus Steyr. Er ist zudem der wissenschaftliche Direktor der 2018 in Wien gegründeten NeuroIS Society und Mitglied des Vorstands am Institut für Personal- und Organisationsentwicklung in Wirtschaft und Verwaltung an der Johannes Kepler Universität Linz. Er ist bzw. war zudem als Lektor an vielen Hochschulen aktiv, unter anderem an der Universität Innsbruck, der UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik, der Zeppelin Universität Friedrichshafen, der Fachhochschule Burgenland und der HEC Montréal. Aktuell ist er Vizedekan an der Fakultät für Wirtschaft und Management der Fachhochschule Oberösterreich und dort für den Bereich Forschung und Entwicklung zuständig.

Arbeits- und ForschungsschwerpunkteBearbeiten

Riedl wendet sich seit dem Beginn seiner akademischen Laufbahn Phänomenen der Entwicklung und Nutzung von Informationssystemen zu. So befasste er sich beispielsweise in den frühen 2000er Jahren im Rahmen seiner Dissertation mit dem Outsourcing von IT-Dienstleistungen an Application Service Provider, heute beschäftigt er sich primär mit Phänomenen der digitalen Transformation. In der wissenschaftlichen Community erlangte Riedl durch seine Initiativen und Forschungsarbeiten im Bereich Neuro-Information-Systems (NeuroIS) weltweit Bekanntheit. Er veröffentlichte dazu Arbeiten in den weltweit angesehensten Fachzeitschriften der Informationssystem-Forschung, unter anderem in MIS Quarterly sowie dem Journal of Management Information Systems. Die drei Hauptphänomene, mit denen sich Riedl befasst, sind Technostress, Vertrauen in Online-Umgebungen und menschliches Entscheidungsverhalten im Internet unter besonderer Berücksichtigung von Benutzeremotionen.  Diese Phänomene erforscht er mit Instrumenten der Neurowissenschaften (z. B. funktionelle Kernspintomographie, Elektroenzephalografie, Herzraten- und Hautleitfähigkeitsmessungen sowie Hormonbestimmungen) sowie mit Methoden der Sozial-, Wirtschafts- und Technikwissenschaften (z. B. Befragung, Interview, Clickstream-Analysen).

NebentätigkeitenBearbeiten

Riedl war und ist Herausgeber bei mehreren Fachzeitschriften, unter anderem MIS Quarterly, Information Systems Research, Journal of Management Information Systems, Journal of the Association for Information Systems, Database for Advances in Information Systems und Business and Information Systems Engineering. Zudem ist er Gutachter für akademische Journale und Fachtagungen sowie für die National Science Foundation in den USA sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Seine Forschung wird von Institutionen wie dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, der Österreichischem Forschungsförderungsgesellschaft, der Europäischen Union, dem Land Oberösterreich sowie dem Social Sciences and Humanities Research Council Canada gefördert. Er hat bislang 21 Bücher und rund 175 Beiträge in Fachzeitschriften, Konferenzbänden und Büchern publiziert. Zudem ist er regelmäßig Vortragender bei internationalen Fachkonferenzen, Keynote-Sprecher bei Praktikertagungen und tritt im Rundfunk auf (z. B. ORF-Sendung Newton oder SRF-Sendung Input).

Bücher (Auswahl)Bearbeiten

  • Mit Lutz Jürgen Heinrich und Armin Heinzl: Wirtschaftsinformatik: Einführung und Grundlegung (4. Auflage). Springer, Berlin 2011. ISBN 978-3-642-15425-6
  • Mit Lutz Jürgen Heinrich und Dirk Stelzer: Informationsmanagement: Grundlagen, Aufgaben, Methoden (11. Auflage). De Gruyter Oldenbourg, München 2014. ISBN 978-3-11-035306-8
  • Mit Pierre-Majorique Léger: Fundamentals of NeuroIS: Information Systems and the Brain. Springer, Berlin 2016. ISBN 978-3-662-45090-1
  • Management von Informatik-Projekten: Digitale Transformation erfolgreich gestalten (2. Auflage). De Gruyter Oldenbourg, München 2019. ISBN 978-3-11-047127-4

WeblinksBearbeiten