Radzionków

Stadt in Polen

Radzionków [raˈʥɔnkuf] (deutsch Radzionkau, in Schlesien auch Cidry) ist eine Industriestadt mit etwa 17.000 Einwohnern in Polen. Sie liegt sieben Kilometer nördlich von Bytom (Beuthen) im Powiat Tarnogórski, Woiwodschaft Schlesien.

Radzionków
Wappen von Radzionków
Radzionków (Polen)
Radzionków
Radzionków
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Tarnowskie Góry
Fläche: 13,26 km²
Geographische Lage: 50° 23′ N, 18° 53′ OKoordinaten: 50° 23′ 0″ N, 18° 53′ 0″ O
Einwohner: 16.826
(30. Jun. 2019)[1]
Postleitzahl: 41-922
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: STA
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Bytom–Tarnowskie Góry
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 16.826
(30. Jun. 2019)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2413031
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Gabriel Tobor
Adresse: ul. Męczenników Oświęcimia 42
41-922 Radzionków
Webpräsenz: www.radzionkow.pl



GeschichteBearbeiten

Das Dorf Radzionkau im Beuthener Land, in dem schon im Mittelalter Bergbau nachweisbar ist, war schon 1326 ein Pfarrort. Die Erwähnung als Pfarrort ist der erste schriftliche Nachweis des Ortes.

Ab dem 18. Jahrhundert erlangte der Ort durch den Abbau von Galmeierz (Zinkerz) große Bedeutung. Die Bergwerksgesellschaft Georg von Giesche's Erben wurde in der Folgezeit zum größten Unternehmen des Ortes. 1868 erhielt Radzionkau, gelegen im preußischen Kreis Tarnowitz, eine Eisenbahnverbindung nach Tarnowitz und Beuthen.

Zwischen 1871 und 1877 stand auch eine Steinkohlegrube namens Radzionkau in Betrieb, außerdem wurden auch Eisenerz und Kalkstein gefördert. Giesche errichtete 1883 eine Zinkhütte und wenig später auch eine Rösterei zur Aufbereitung von Zinkblende.

1922 kam der Ort zu Polen.

Radzionków erhielt am 28. Juli 1951 Stadtrecht. Am 1. Juli 1975 wurde die Stadt nach Bytom eingemeindet.

Die Bergwerke in Radzionków wurden am 31. Dezember 1996 stillgelegt, damit ging die lange Bergbautradition zu Ende und 3.000 Bergleute verloren ihre Arbeit. Seit dieser Zeit ist die Einwohnerzahl der Stadt stark rückläufig.

Zum 1. Januar 1998 erlangte Radzionków wieder die Selbständigkeit als Stadt.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner[2] Jahr Einwohner
1750 370 1925 13.704
1825 690 1936 15.359
1850 1.399 1941 16.951
1855 1.348 1961 24.981
1885 5.031 1970 27.884
1900 8.261 1973 32.700
1905 11.445 2005 17.328
1910 12.141

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Radzionków liegt an der Bahnstrecke Chorzów–Tczew und ist Endpunkt der nicht mehr im Personenverkehr betriebenen Bahnstrecke Chorzów–Radzionków.

KulturBearbeiten

DeportationszentrumBearbeiten

2015 wurde im ehemaligen Bahnhof ein Dokumentationszentrum der Deportation von Oberschlesiern zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion zum Ende des Zweiten Weltkriegs eröffnet. Neben seinen Ausstellungsstücken biete es einen interaktiven Zugang.[3]

PartnerstädteBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Paul Letocha (1834–1911), deutscher Jurist und Politiker
  • Paul Othma (1905–1969), deutscher Handwerker, Opfer der Diktatur in der DDR
  • Eugeniusz Juretzko (1939–2018), polnischer Ordensgeistlicher, römisch-katholischer Bischof von Yokadouma in Kamerun

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  2. für 2005; Główny Urząd Statystyczny, http://www.stat.gov.pl/dane_spol-gosp/ludnosc/stan_struk_teryt/2005/30_06/Tablica8.xls
  3. VDG: Neues Buch über Deportationen in Oppeln präsentiert (Memento des Originals vom 31. Juli 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vdg.pl; 15. Oktober 2014