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Der Rasensportverein Mülheim an der Ruhr e.V. war ein Sportverein aus Mülheim an der Ruhr in Nordrhein-Westfalen, der durch seine erfolgreiche Handballabteilung bekannt wurde.

RSV Mülheim e.V.
Vereinslogo RSV Mülheim.jpg
Name Rasensportverein

Mülheim an der Ruhr e.V.

Vereinsfarben rot-weiß gestreift
Gegründet 1902
Auflösung 2015
Vereinssitz Mülheim an der Ruhr

Der VereinBearbeiten

Der RSV Mülheim ist unter seinem heutigen Namen 1919 durch den Zusammenschluss des Mülheimer SV und des VfR Heißen entstanden. Seine Wurzeln reichen aber länger zurück. 1907 fusionierten der Mülheimer Spielverein und der 1. Mülheimer Fußballklub 1906 zum Mülheimer Sportverein. Deshalb galt lange Zeit das Jahr 1907 als Gründungsjahr, ehe ein Historiker nachwies, dass bereits 1902 in einem Vorgängerverein des VfR Heißen Fußball gespielt wurde. Auf einer Mitgliederversammlung im Jahr 1973 wurde schließlich das Jahr 1902 als Gründungsjahr festgelegt. Im Mai 2015 fusionierte der RSV Mülheim mit dem Holthausener Turnverein zum SV Heißen.

Männer-Handball beim RSV MülheimBearbeiten

Schon 1924 wurde beim RSV Handball gespielt. 1936 gewann mit Edgar Reinhardt ein Vereinsmitglied mit der deutschen Handballnationalmannschaft Gold bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin.

Ihre Blütezeit erlebten die RSV-Handballer und -Handballerinnen zwischen 1947 und 1961. Zunächst waren die Männer erfolgreich. Am 3. August 1947 errang man in Oberhausen vor 25.000 Zuschauern durch ein 8:6 gegen den SV Waldhof Mannheim die deutsche Meisterschaft 1947 im Feldhandball. Am 26. Juni 1949 folgte ein erneuter Triumph, als der RSV in Hamburg vor 25.000 Zuschauern das Endrundenturnier um die deutsche Feldhandball-Meisterschaft 1949 mit 7:6 in der Verlängerung gegen die SV Polizei Hamburg gewann. In jenen Jahren war es nicht selten, dass den Heimspielen des RSV bis zu 20.000 Zuschauer beiwohnten.

Im selben Jahr hatte man bei der Interzonenmeisterschaft 1949 in Münster auch den Meistertitel im Hallenhandball geholt. Da dieser Titel aber vor Gründung des Deutschen Handballbundes am 1. Oktober 1949 erzielt wurde, blieb ihm die offizielle Anerkennung versagt.

Bei den Hallenhandball-Endrundenspielen 1950 in Berlin landete man auf dem 5. Platz. Bei der Meisterschaft 1952 in Dortmund erreichte der RSV das Halbfinale, unterlag dort aber dem VfL Sportfreunde Berlin mit 3:12. Mit einem 11:8-Erfolg über den THW Kiel sicherte man sich den dritten Platz. In der Endrunde 1953 schied der RSV trotz eines 6:4-Sieges gegen den späteren Vizemeister THW Kiel etwas unglücklich nach einer Entscheidungsrunde aus und belegte Platz fünf. 1954 in Krefeld, bei der letzten Teilnahme, landeten die Westdeutschen auf Platz sechs. Als dann 1966 die zweigleisige Handball-Bundesliga in ihre erste Saison startete, zählte der RSV zu den Gründungsmitgliedern. Nach dem Abstieg und dem sofortigen Wiederaufstieg war man letztmals in der Saison 1969/70 dabei. In der Saison 2013/14 (Stand 3/2014) spielten die RSV-Handballer in der Kreisliga Rhein-Ruhr.

Bundesliga-BilanzBearbeiten

Saison Spielklasse Platz Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1966/67 Bundesliga Nord 7 14 3 2 9 174:218 −44 08:20
1968/69 Bundesliga Nord 6 14 4 2 8 188:219 −31 10:18
1969/70 Bundesliga Nord 8 14 1 2 11 157:231 −74 04:24

Größte ErfolgeBearbeiten

Frauen-Handball beim RSV MülheimBearbeiten

Erstmals ins nationale Lampenlicht traten die RSV-Handballerinnen im Jahre 1959, als sie sich für die in Hamburg zum zweiten Mal ausgetragene deutsche Meisterschaft im Hallenhandball qualifizierten. Unter den sechs Teilnehmern (fünf Regionalmeister und der Vize des veranstaltenden Regionalverbands Hamburg) reichte es am Ende zu Platz drei. 1960 profitierte man von der „Wildcard“ für den Vizemeister des Veranstalters, denn die Veranstaltung fand in Münster statt. Im Halbfinale kam es zum Aufeinandertreffen mit dem West-Meister SC Greven 09, das der RSV nach zwischenzeitlicher 4:1-Führung mit 4:3 für sich entscheiden konnte. Im Finale am 12. März 1960 gegen den 1. FC Nürnberg führte der RSV zur Halbzeit bereits mit 7:3 und holte sich mit 10:5 erstmals den Titel. Dramatischer ging es ein Jahr später im nordbadischen Ketsch zu. Nach dem 5:3-Halbfinalerfolg über den SSC Südwest Berlin trafen die Mülheimerinnen im Endspiel auf den überraschend starken Südwestmeister TV Vorwärts Frankfurt, der nach der ersten Halbzeit mit 3:2 in Führung lag. Kurz vor Spielende glich Mülheim zum 3:3 aus. Nach der ersten Verlängerung hieß es 4:4, und nach insgesamt 44 Minuten Spielzeit hatten sich die RSVlerinnen mit 5:4 ihren zweiten deutschen Meistertitel gesichert. Es war das letzte Auftreten bei einer Endrunde, denn von nun an dominierten im Westen Teams wie der SC Greven 09 (1962) und vor allem Bayer Leverkusen (ab 1963 sieben Mal in Folge West-Meister) das Geschehen. Als im Herbst 1975 die erste Saison der zweigleisigen Bundesliga begann, war der RSV Mülheim nicht mit dabei. 1979 schaffte die A-Jugend den Sprung ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, und 1983 verpasste man in den Relegationsspielen gegen Bayer 05 Uerdingen knapp den Aufstieg in die 1. Bundesliga. In der Saison 2008/09 gingen die RSV-Handballerinnen in der Verbandsliga Niederrhein an den Start.

Größte ErfolgeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: RSV Mülheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien