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Bayer 04 Leverkusen (Handball)

Handball Abteilung von Bayer 04 Leverkusen

Der TSV Bayer 04 Leverkusen, dessen erste Handballmannschaft der Frauen zu Marketingzwecken den Beinamen Elfen trägt, spielt in der ersten Handball-Bundesliga. Der Bereich Handball, mit den Elfen als Aushängeschild, ist eine Abteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen. Der Verein ist mit zwölf Titeln Frauen-Rekordmeister des Deutschen Handballbundes und mit neun Siegen Rekordsieger im DHB-Pokal der Frauen. Den Titel „Deutscher Rekordmeister“ und „Deutscher Rekordpokalsieger“ beansprucht jedoch auch der HC Leipzig für sich, der inklusive der in der DDR gewonnenen Titel auf insgesamt 23 nationale Meisterschaften und 9 Pokalsiege kommt.

Bayer 04 Leverkusen
TSV LEV 4C-pos.png
Voller Name TSV Bayer 04 Leverkusen
Abkürzung(en) Bayer 04
Spitzname(n) Die Elfen
Gegründet 1. Juli 1904
Vereinsfarben schwarz / rot
Halle Ostermann-Arena
Plätze 3.500
Präsident Klaus Beck
Geschäftsführer Renate Wolf
Trainer Robert Nijdam
Liga Handball-Bundesliga Frauen
2018/19
Rang 5. Platz
DHB-Pokal Viertelfinale
Website werkselfen.de
Heim
Auswärts


GeschichteBearbeiten

Mitte der Zwanziger Jahre fand der Handballsport in der Sportvereinigung Leverkusen 04 seinen Anfang und im Sommer 1930 trugen die Damen- und Jugendmannschaften die ersten Spiele aus. Einen internationalen Titel, zwölf Meisterschaften und neun Pokalsiege gewannen die Rheinländerinnen bislang. Dabei gelang ihnen jeweils mindestens eine Titelverteidigung. Die erste Nationalspielerin aus Leverkusen war Wally Fischer, die gemeinsam mit der späteren Nationalspielerin Gisela Hoey insgesamt vier Titel an den Rhein holte. Zwischen 1979 und 1987 folgte dann die Hochzeit für Bayer Leverkusen. Acht Meisterschaften und sechs Pokalsiege holte die Mannschaft in neun Spielzeiten. Zweifelloser Höhepunkt war das Erreichen des Finales im Europapokal der Landesmeister, der heutigen Champions League, welches allerdings klar 16:22 und daheim 19:20 gegen Radnički Belgrad verloren wurde, die bereits das fünfte Finale in Folge bestritten hatten.

Seit 1975 im Verein ist die ehemalige Kreisläuferin Renate Wolf, die mittlerweile Managerin der Handballabteilung ist und von 1996 bis 2012 auch die Trainerin war. Sie übernahm das Traineramt von Norbert Gwiozda und führte den Verein zu zwei Pokalsiegen und zum Challenge-Cup-Gewinn, welcher den vierthöchsten Pokal im europäischen Handball darstellt.

Organisatorisch geführt wird die Abteilung durch einen Abteilungsvorstand. Den Vorsitz hält seit 2005 (mit einer einjährigen Unterbrechung) Dietmar Bochert, der in dieser Funktion zudem dem Gesamtvorstand des Hauptvereins angehört. Stellvertreter sind Handball-Legende und Rechtsanwalt Andreas Thiel sowie der ehemalige Ford-Manager Hans Frenger. Kassenführer ist Bernhard Claus. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Jugend-Geschäftsführerin Conny Krüger, Frauenwart Wally Fischer, Ältestenrat Gesine Küster und Männerwart Carsten Gerdes.

Bayer 04 Leverkusen ist der einzige Verein, der der Handball-Bundesliga der Frauen der seit ihrer Gründung 1975 durchgehend angehört. Diese Serie wurde jedoch durch den Rückzug vom Hauptsponsors des Hauptvereins, der Bayer AG, bedroht. Dadurch geriet das Budget in Schieflage. Mehrere prominente Persönlichkeiten setzen sich für den Verbleib des Teams in der 1. Bundesliga ein. Darunter der Torwarttrainer Andreas Thiel.[1] Am 27. Februar 2010 wurde bekannt, dass die Bayer AG eine einmalige Zahlung zur Rettung bereitstellen wird und somit der Bundesliga-Handball sichergestellt ist.[2]

ErfolgeBearbeiten

Der Kader 2019/20Bearbeiten

Nr. Nat. Name Position Geburtstag Größe seit Letzter Verein
16 Deutsche  Vanessa Fehr TW 13.09.1997 1,70 m 2013 Birkesdorfer TV
21 Deutsche  Nele Kurzke TW 16.06.1990 1,87 m 2018 HC Rödertal
02 Deutsche  Mareike Thomaier RM 25.08.2000 1,72 m 2011 SV Blau-Weiß Hand
03 Litauerin  Živilė Jurgutytė RM 22.02.1987 1,70 m 2016 DJK/MJC Trier
04 Deutsche  Anne Seidel KM 18.07.1995 1,68 m 2011 TV Biefang 1912
07 Deutsche  Mia Zschocke RL, RM 28.05.1998 1,78 m 2014 TSV Lohr
09 Deutsche  Jenny Souza LA 29.09.1999 1,69 m 2015 HSG Wittlich
10 Deutsche  Jennifer Kämpf KM 07.05.1999 1,72 m 2016 Füchse Berlin
11 Niederländerin  Annefleur Bruggeman RL 23.07.1997 1,83 m 2016 HandbaL Venlo
13 Schweizerin  Xenia Hodel RR 27.11.1998 1,71 m 2018 Spono Eagles
15 Deutsche  Prudence Kinlend RL 29.03.1992 1,74 m 2019 Frisch Auf Göppingen
18 Isländerin  Hildigunnur Einarsdóttir KM 11.02.1988 1,77 m 2019 Borussia Dortmund
23 Deutsche  Svenja Huber RA 23.10.1985 1,68 m 2019 Borussia Dortmund
29 Deutsche  Pia Adams RL 07.01.1996 1,82 m 2019 TV Beyeröhde
34 Deutsche  Joanna Rode LA 30.07.1997 1,72 m 2018 HC Rödertal
43 Deutsche  Jennifer Rode RA, RR 03.08.1995 1,76 m 2014 HSG Bensheim/Auerbach
77 Deutsche  Elaine Rode RA 08.04.1999 1,72 m 2017 HC Leipzig
Niederländer  Robert Nijdam Trainer 20.09.1971 1,84 m 2018
Deutscher  Andreas Thiel Torwart-Trainer 03.03.1960 1,94 m 2000

Zugänge 2019/20Bearbeiten

Abgänge 2019/20Bearbeiten

MännerabteilungBearbeiten

Die Feldhandball-Mannschaft von Bayer Leverkusen gewann 1956 die Deutsche Meisterschaft. 1955 und 1959 stand die Elf zudem im Meisterschaftsendspiel.[12] Im Zeitraum von 1956 bis 1959 wurde der Verein außerdem vier Mal in Folge Westdeutscher Meister und gewann zwischen 1952 und 1961 acht Mal den Titel in der Mittelrheinliga, welche die höchste Spielklasse im normalen Ligabetrieb darstellte.

Im Hallenhandball konnten zeitgleich ähnliche Erfolge verbucht werden, auch wenn nie der ganz große Wurf gelang: Vier westdeutsche Meistertitel (1959–61 und 1964)[13] berechtigten jeweils zur Teilnahme an den Endrunden zur Deutschen Meisterschaft, bei diesen Turnieren war der dreimal erreichte vierte Platz der größte Erfolg der Leverkusener.[14] Auf Ebene der Verbandsliga Mittelrhein, auch im Hallenhandball bis zur Gründung der Bundesliga 1966/67 die höchste deutsche Spielklasse, wechselte sich Leverkusen regelmäßig mit dem VfL Gummersbach im Titelerfolg ab und wurde dabei zwischen 1951 und 1964 sechsmalig Verbandsmeister.[15] 1978/79 und 1980 bis 1982 spielte Bayer Leverkusen in der Handball-Bundesliga der Männer.[16] Anschließend spielte die Mannschaft zwölf Jahre lang in der 2. Bundesliga, bis 1994 der Rückzug aus finanziellen Gründen erfolgte. Nach mehr als einem Jahrzehnt des Spielbetriebs auf Landesverbandsebene wurde die erste Männermannschaft in der Saison 2007/08 aus der Landesliga (6. Liga) zurückgezogen. Die Herrenmannschaft hat sich aufgelöst.(Stand 2019)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Existenz der Elfen ist bedroht (Memento vom 15. Februar 2010 im Internet Archive)
  2. Bayer AG rettet die Elfen (Memento vom 9. August 2011 im Internet Archive)
  3. handball-world.news: Rückkehrerin für Bayer: Rückraumspielerin aus Göppingen nächste Saison zurück in Leverkusen vom 7. Februar 2019, abgerufen am 7. Februar 2019.
  4. handball-world.news: Bayer Leverkusen holt weiteres Eigengewächs für den Rückraum zurück vom 12. Februar 2019, abgerufen am 12. Februar 2019.
  5. handball-world.news: Transfer-Coup: Bayer Leverkusen holt Ex-Nationalspielerin von Borussia Dortmund vom 3. April 2019, abgerufen am 3. April 2019.
  6. handball-world.news: Bayer Leverkusen verstärkt sich mit bundesligaerfahrenen Isländerin vom 30. Juni 2019, abgerufen am 30. Juni 2019.
  7. sgbbm.de: SG BBM Bietigheim verpflichtet deutsche Nationalspielerin Amelie Berger vom 25. Januar 2019, abgerufen am 2. Februar 2019
  8. handball-world.news: Handball-Luchse verpflichten Spielmacherin aus der 1. Bundesliga vom 6. März 2019, abgerufen am 6. März 2019
  9. handball-world.news: "Sie wusste immer was sie wollte": Jenny Karolius bleibt auch nach Karriereende in Leverkusen vom 22. Mai 2019, abgerufen am 22. Mai 2019
  10. handball-world.news: Kopenhagen präsentiert Zukunftstrategie und stellt Neuzugang aus Deutschland vor vom 27. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019
  11. filstalwelle.de: Göppingen - Prudence Kinlend verlässt FRISCH AUF vom 8. Februar 2019, abgerufen am 17. August 2019
  12. Webers, handballdaten.de: Deutsche Meister Feldhandball ab 1931 (Männer) (abgerufen 3. Dezember 2013)
  13. Webers, handballdaten.de: Meister der Regionalverbände 1947-1981 (Männer/Halle) (abgerufen 3. Dezember 2013)
  14. Webers, handballdaten.de: Platzierungen bei Endrunden zur Deutschen Meisterschaft 1948-1966 (Männer/Halle) (abgerufen 3. Dezember 2013)
  15. Webers, handballdaten.de: Landesmeister im Westdeutschen HV 1950-1966 (Männer/Halle) (abgerufen 3. Dezember 2013)
  16. Webers, handballdaten.de: Saisonbilanzen Bundesligen und Regionalliga Männer seit 1966 (abgerufen 3. Dezember 2013)