Die Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG (kurz: REWAG) ist ein regionaler Energie- und Wasserversorger, der Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser an mehr als 200.000 Privathaushalte und Geschäftskunden liefert. Derzeit sind rund 425 Mitarbeiter in den Versorgungssparten Strom, Erdgas, energienahe Dienstleistungen und Trinkwasser beschäftigt.

REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG

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Rechtsform AG & Co KG
Gründung 1. Januar 1976
Sitz Regensburg, Bayern,

DeutschlandDeutschland Deutschland

Leitung
  • Torsten Briegel (Vorstandsvorsitzender)
  • Bernhard Büllmann (kaufmännischer Vorstand)
Mitarbeiterzahl 454
Umsatz 361,4 Mio. Euro (2017)[1]
Branche Energieversorger
Website www.rewag.de

GeschichteBearbeiten

Die REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG wurde am 1. Januar 1976 gegründet. Nach der Umwandlung der Stadtwerke Regensburg in die Gesellschaft Stadtwerke Regensburg GmbH (SWR) am 1. Juli 1975, wurde die stadteigene Energie- und Trinkwasserversorgung in die REWAG eingebracht, neue GmbHs für den ÖPNV, die Bäder und die Werkstätten gegründet und unter der Stadtwerke Regensburg GmbH als Holding vereint.

Die Stadt Regensburg ist über das Stadtwerk.Bäder und Arenen GmbH, einer 100-prozentigen Tochter von das Stadtwerk Regensburg GmbH, mit 64,52 Prozent an der REWAG beteiligt[2]. Die Bayernwerk AG (100 % im Besitz von E.ON) ist mit 35,48 Prozent an der REWAG beteiligt.[3][4] Vorsitzende im Aufsichtsrat/Verwaltungsrat der REWAG ist Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Bürgermeisterin der Stadt Regensburg[5].

Das Netzgebiet der REWAG umfasst neben der Stadt Regensburg die Gemeinden Alteglofsheim, Bad Abbach, Barbing, Donaustauf, Köfering, Lappersdorf, Neutraubling, Obertraubling, Pentling, Pettendorf, Regenstauf, Tegernheim, Teugn, Wenzenbach und Zeitlarn.

VersorgungBearbeiten

StromBearbeiten

Die REWAG verkaufte im Jahr 2015 1.189,7 Mio. kWh Strom, davon produzierte sie 65,5 Mio. kWh (Stand 2015) in eigenen Anlagen, wie Fotovoltaikanlagen, Windkraftanlagen und Blockheizkraftwerken. Der Strom weist 367 g CO2/kWh und 0,0006 g radioaktiven Abfalls pro kWh auf.[6]

Mit rewario.strom.natur wird Strom aus 100 Prozent Wasserkraft deutschlandweit angeboten.

ErdgasBearbeiten

Die REWAG versorgt über ein derzeit 1.471 Kilometer langes Leitungsnetz über 111.000 Einwohner auf einer Fläche von 500 Quadratkilometern mit Erdgas. 2015 hat sie 1850,7 Millionen Kilowattstunden Erdgas verkauft. Das Tochterunternehmen REGAS GmbH & Co KG erzeugt aus regenerativen Quellen wie zum Beispiel Biogas-Energie.

TrinkwasserBearbeiten

Die REWAG versorgt rund 164.000 Menschen mit Trinkwasser von den Wasserwerken Sallern und Oberer Wöhrd. Aus der Brunnenanlage Sallern bezieht das Unternehmen rund 80 % der etwa 10 Mio. Kubikmeter Wasser, die in einem Jahr benötigt werden. Die restlichen 20 % stammen vom Wasserwerk Oberer Wöhrd. Zur Qualitätssicherung werden 3400 Kontrollen pro Jahr im eigenen Labor sowie in Fremdlabors durchgeführt. Das Wasser weist einen Wert von 17 Grad deutscher Härte (17°dH) auf und fällt damit in den Härtebereich „hart“.

WärmeBearbeiten

Die REWAG bietet Hauseigentümern, Bauherrn, Unternehmen und Investoren mit ihrem Wärmeservice eine Komplettlösung für Heizanlagen. Die REWAG hat in jüngster Zeit neben vielen Wohnungsbauprojekten einige große Wärmeprojekte, wie die Versorgung von Infineon Technologies und Walhalla Kalk, realisiert.

Regenerative EnergienBearbeiten

Einer der zentralen Punkte der Strategie der REWAG ist der Ausbau der Energie-Eigenerzeugung aus regenerativen und energieeffizienten Anlagen. Einen Schwerpunkt bildet dabei neben der Windenergie die dezentrale Wärmeerzeugung mit Blockheizkraftwerken (BHKWs). 2016 werden bereits 41 % des REWAG-Stroms für Privatkunden aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Ziel des Unternehmens ist es, bis 2020 die Eigenenergieerzeugung aus regenerativen Energiequellen auf 60 % auszubauen. Zusammen mit der konventionellen Erzeugung, z. B. mit erdgasbetriebenen BHKWs, würde die REWAG dann 86 % des Strombedarfs für Privatkunden selbst produzieren.

Seit 2011 investiert die REWAG kontinuierlich in Windkraftanlagen:

  • Im Mai 2017 gab die REWAG die Investition in den Windpark Wetterberg-Laub im Landkreis Tirschenreuth bekannt. Die beiden Windräder des Typs ENERCON E 101 mit einer Leistung von je 3 Megawatt, einer Nabenhöhe von je 149 Metern und einem jeweiligen Rotorblattdurchmesser von 101 Metern, sollen bis Ende des Jahres in Betrieb gehen.
  • Oktober 2015: Eröffnung des Windparks Hohenstein im hessischen Taunus. Die Anlage umfasst drei Windräder des Typs General Electric GE 2.5-120 und hat eine Leistung von insgesamt 7,6 Megawatt. Die erwartbare jährliche Strommenge liegt bei 20 Millionen Kilowattstunden. Die Kohlendioxid-Ersparnis beträgt rund 10,3 Tonnen.
  • September 2015: Der Windpark Deindorf geht ans Netz. Die beiden Windräder vom Typ Nordex N117 haben eine Höhe von 141 m und eine jeweilige Leistung von 2,4 Megawatt. Pro Jahr können mit dem dadurch erzeugten Strom 3700 Einfamilienhäuser mit versorgt werden.
  • Oktober 2014: Übergabe des neuen Windparks Tannberg-Lindenhardt. Zusammen mit der Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs GmbH und der Bayernwerk Natur GmbH hat die REWAG in das Windprojekt investiert. Die vier Windräder zu je drei Megawatt erwirtschaften insgesamt 27 Millionen Kilowattstunden Strom und können somit 8000 Einfamilienhäuser für ein Jahr lang mit Strom versorgen.
  • März 2012: Inbetriebnahme der Windkraftanlage Bärenholz. Die Windkraftanlage Bärenholz liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Windpark Fasanerie. Das Windrad vom Typ Vestas V112 ist dank der technischen Entwicklung größer und damit leistungsstärker als ein Windrad der anderen Modelle. Jährlich wird es rund 7,7 Mio. Kilowattstunden Strom liefern.
  • April 2011: Einweihung Wald-Windpark Fasanerie. Fünf Windräder mit einer Turmhöhe von 138 Metern und je zwei Megawatt Leistung produzieren rund 22 Mio. Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das reicht aus, um rund 6300 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen.

Neben den Windkraftanlagen betreibt die REWAG auch 26 Blockheizkraftwerke.

  • Ende 2014: Eröffnung der beiden BHKWs der Eckert-Schulen in Regenstauf. Das dezentrale Wärmeprojekt besteht aus zwei BHKWs in Kombination mit einem Nahwärmenetz. Jährlich produziert die Anlage rund 8 Millionen Kilowattstunden Strom und 9,3 Kilowattstunden Wärmemenge. Die Kohlendioxid-Einsparung liegt bei 1700 Tonnen pro Jahr. 2016 erhält die REWAG für dieses Projekt den Contracting Award, eine Auszeichnung für eine besonders effiziente Energieversorgung.
  • Februar 2008: Offizielle Eröffnung der Anlage bei der Walhalla Kalk GmbH & Co. KG. Das mit Biogas betriebene BHKW erzeugt jährlich rund 5,25 Millionen Kilowattstunden Strom und 3,4 Millionen Kilowattstunden Wärme. Mit dem Strom können 1500 Familien ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Durch die Verwendung von Biogas wird auch die Umwelt geschont, denn es können 3600 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das BHKW versorgt nicht nur die Produktionsstätten der Walhalla Kalk, sondern wird zudem das neue Baugebiet „Brandlberg“ im Rahmen eines Nahwärmenetzes effizient mit Wärme versorgen.

Im Geschäftsjahr 2015 wurde durch die Windkraftanlagen, Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen eine Strommenge von 102,4 Millionen Kilowattstunden erzeugt. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 55,7 %.

Engagement in der RegionBearbeiten

Die REWAG fühlt sich als regionaler Dienstleister der Stadt Regensburg und der Region in besonderem Maße verpflichtet. Dies äußert sich in einer Vielzahl von Projekten und der aktiven Unterstützung von Vereinen, Veranstaltungen und Aktionen im kulturellen- sportlichen-, wie auch sozialen Bereich. Die REWAG sieht sich als Förderer kulturellen Lebens und Schaffens in der Region Regensburg.[7]

SponsoringBearbeiten

Als kommunales Unternehmen gründete die REWAG im Dezember 1997 die Regensburger Kulturstiftung. Neben der Förderung einzelner Kulturschaffender vergibt die Regensburger Kulturstiftung seit 2008 alle zwei Jahre einen Preis für herausragende kulturelle Leistungen. Mit der Verleihung ihres Kunstpreises will die Regensburger Kulturstiftung – nach Bildender Kunst, Musik und Literatur – im Jahre 2014 den Tanz in den Blickpunkt überregionaler Aufmerksamkeit rücken und Künstler in ihrer Arbeit unterstützen. Neben der Regensburger Kulturstiftung, unterstützt die REWAG das Theater Regensburg, das Kunstforum Ostdeutsche Galerie die Schlossfestspiele Regensburg sowie verschiedene weitere Kulturveranstaltungen in der Stadt.

Die REWAG ist Sponsor der Eishockeymannschaft EV Regensburg, des Baseballteams Buchbinder Legionäre Regensburg und der Fußballmannschaft des SSV Jahn Regensburg.

Das Unternehmen unterstützt das Regensburger Kinderbürgerfest, das Bayerische Jazzweekend oder das Jugendfußballturnier REWAG-Cup. Mit der „Nacht in Blau“ lädt die REWAG seit 2005 zusammen mit dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie die alljährlich zu einem Fest in das Kunstforum und den angrenzenden Regensburger Stadtpark.

Die Aktion „Sicher mit dem Rad zur Schule“ ist seit dem Jahr 2000 eine Gemeinschaftsaktion von Verkehrspolizei, der Agentur für erlebnisorientiertes Lernen temprament-event GbR und der REWAG. 2011 sind an über 30 Schulen Fahrräder auf ihre Verkehrstauglichkeit überprüft worden.

Ein Großteil der Belegschaft der REWAG spendet seit 2004 die Cent-Beträge ihrer Gehaltsabrechnung.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. [1]
  2. http://www.rewag.de/unternehmen/portraet/beteiligungen.html
  3. Geschäftsbericht EON 2012 S. 205 (Memento des Originals vom 1. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eon.com (PDF; 1,6 MB)
  4. BUND-Naturschutz Stadtwerevergleich 2010 (PDF; 73 kB)
  5. Aufsichtsrat der REWAG
  6. Strommix REWAG Stand 2013
  7. http://www.rewag.de/unternehmen/engagement.html