Hauptmenü öffnen

Pomiany (deutsch Pomiannen, 1938 bis 1945 Kelchdorf) ist eine nicht amtliche Ortschaft (polnisch nieoficjalny przysiółek wsi) in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren im Bereich der Stadt- und Landgemeinde Olecko (Marggrabowa, umgangssprachlich auch: Oletzko, 1928 bis 1945 Treuburg) im Powiat Olecki (Kreis Oletzko, 1933 bis 1945 Kreis Treuburg).

Pomiany
Pomiany führt kein Wappen
Pomiany (Polen)
Pomiany
Pomiany
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Olecko
Gmina: Olecko
Geographische Lage: 53° 54′ N, 22° 30′ OKoordinaten: 53° 53′ 44″ N, 22° 30′ 8″ O
Einwohner:
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Babki Gąseckie → Pomiany
Gąsiorowo → Pomiany
Schienenweg: Ełk–Olecko (nur Güterverkehr)
Bahnstation: Kijewo
Nächster int. Flughafen: Danzig



Geographische LageBearbeiten

Pomiany liegt im Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 16 Kilometer südlich der Kreisstadt Olecko.

GeschichteBearbeiten

Das seinerzeit Pomien, nach 1785 Pomianen und bis 1938 Pomiannen genannte kleine Dorf wurde 1556 gegründet[1] und bestand vor 1945 aus ein paar kleinen Höfen.

Von 1874 bis 1945 war es in den Amtsbezirk Babken[2] (polnisch Babki Gąseckie) eingegliedert, der – 1938 umbenannt in „Amtsbezirk Babeck“ – zum Kreis Oletzko (1933 bis 1945: Kreis Treuburg) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Am 1. Dezember 1910 waren in Pomiannen 38 Einwohner gemeldet[3]. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 52 und betrug 1939 noch 42[4].

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Pomiannen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Pomiannen stimmten 33 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme.[5]

Am 3. Juni 1938 wurde Pomiannen in „Kelchdorf“ umbenannt.

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und trägt seither die polnische Namensform „Pomiany“. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Olecko im Powiat Olecki.

ReligionenBearbeiten

Vor 1945 war Pomiannen in das evangelische Kirchspiel der Kirche Gonsken[6] in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union und in die katholische Pfarrkirche in Marggrabowa (Treuburg) im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Pomiany zur evangelischen Kirchengemeinde in Ełk (deutsch Lyck), einer Filialgemeinde der Pfarrei in Pisz (Johannisburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, bzw. zur katholischen Pfarrkirche in Gąski im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen.

VerkehrBearbeiten

Pomiany ist lediglich über Landwege von Babki Gąseckie (Babken, 1938 bis 1945 Babeck) bzw. von Gąsiorowo (Groß Gonschorowen, 1938 bis 1945 Klinken) aus zu erreichen.

Die nächste Bahnstation ist Kijewo (Kiöwen) an der Bahnstrecke Ełk–Tschernjachowsk, die allerdings nur noch im Güterverkehr zwischen Ełk und Olecko befahren wird.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kelchdorf
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Babeck
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Oletzko
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Treuburg (Oletzko). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland - Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 65
  6. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 484