Pittsford (Vermont)

Gemeinde im US-Bundesstaat Vermont

Pittsford[1] ist eine Town im Rutland County des Bundesstaates Vermont in den Vereinigten Staaten mit 2991 Einwohnern (laut Volkszählung von 2010).[2]

Pittsford
Town Hall von Pittsford
Town Hall von Pittsford
Lage in Vermont
Pittsford (Vermont)
Pittsford (43° 42′ 0″ N, 73° 1′ 0″W)
Pittsford
Basisdaten
Gründung: 12. Oktober 1761
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Vermont
County: Rutland County
Koordinaten: 43° 42′ N, 73° 1′ WKoordinaten: 43° 42′ N, 73° 1′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 2.991 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 26,6 Einwohner je km²
Fläche: 112,8 km² (ca. 44 mi²)
davon 112,6 km² (ca. 43 mi²) Land
Höhe: 142 m
Postleitzahl: 05763
Vorwahl: +1 802
FIPS: 50-55600
GNIS-ID: 1462174
Website: pittsfordvermont.com

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Pittsford liegt im zentralen Norden des Rutland Countys, in den Green Mountains. Das Gebiet der Town ist durchsetzt mit Hügeln und Tälern. Der Otter Creek fließt zentral durch das Gebiet der Town in nördlicher Richtung zudem gibt es diverse weitere Flüsse. Das Flusstal des Otter Creeks ist sehr weiträumig und äußerst fruchtbar.[3]

NachbargemeindenBearbeiten

Alle Entfernungen sind als Luftlinien zwischen den offiziellen Koordinaten der Orte aus der Volkszählung 2010 angegeben.[4]

StadtgliederungBearbeiten

In Pittsford gibt es zwei Villages, Pittsford und Florence. In Florence ist die Marmorindustrie beheimatet.

KlimaBearbeiten

Die mittlere Durchschnittstemperatur in Pittsford liegt zwischen −7,2 °C (19 °Fahrenheit) im Januar und 20,6 °C (69 °Fahrenheit) im Juli. Damit ist der Ort gegenüber dem langjährigen Mittel der USA um etwa 9 Grad kühler. Die Schneefälle zwischen Mitte Oktober und Mitte Mai liegen mit mehr als zwei Metern etwa doppelt so hoch wie die mittlere Schneehöhe in den USA. Die tägliche Sonnenscheindauer liegt am unteren Rand des Wertespektrums der USA, zwischen September und Mitte Dezember sogar deutlich darunter.[5]

GeschichteBearbeiten

Pittsford wurde am 12. Oktober 1761 als Grant durch Benning Wentworth gegründet. Der Name geht auf das erste Fort am Otter Creek und auf William Pitt, Premierminister des Vereinigten Königreichs, zurück. Den Grant bekamen Ephraim Doolittle und 60 weitere Siedler. Die Besiedlung startete im Jahr 1769, durch einen Brand sind die frühen Unterlagen über die Town verloren gegangen.[6]

Sägewerke, Kornmühlen, Gerbereien, Schmieden und Schulen entwickelten sich am Creek River im Pittsford Village. In Grangervill errichtete die Familie Granger ab 1795 Eisengießereien. Viele der Arbeiter in den Gießereien stammten aus Irland.[7]

Während des Unabhängigkeitskriegs wurden in Pittsford zwei Forts errichtet, Fort Mott im Jahr 1777 und Fort Vengeance von 1780 bis 1781. Pittsford war im Unabhängigkeitskrieg eine der Frontstädte.[6]

Nach dem Krieg zogen ab 1812 französisch-kanadische Landwirte in die Town. Das hügelige Land eignete sich zur Schafzucht und das spanische Merinoschaf wurde eingeführt. Damit zog die Wollindustrie ein und Wollmühlen wurden errichtet. Nach dem Untergang der Schafzucht wurde die Milchwirtschaft bedeutender, zwei Molkereien wurden gegründet. Zudem wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehrere kleine Marmorsteinbrüche in Florenz eröffnet. Weitere Zuwanderer aus vielen europäischen und skandinavischen Ländern erreichten Florenz und arbeiteten in den Marmorbrüchen für die Vermont Marble Company. Von 1898 bis 1902 wurde die Florenz-Mühle gebaut, mit der Marmorblöcke zugesägt wurden. Der Transport erfolgte mit der Clarendon and Pittsford Railroad, welche der Vermont Marble Company gehörte.[7]

ReligionenBearbeiten

In Pittsford gründeten die Methodisten, Baptisten und die Kongregationale Kirche Gemeinden. Die Baptistische Gemeinde bekam ihren ersten Priester im Jahr 1784, die Kongregationale Kirche im Jahr 1785.[6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Volkszählungsergebnisse[8] – Town of Pittsford, Vermont
Jahr 1700 1710 1720 1730 1740 1750 1760 1770 1780 1790
Einwohner 850
Jahr 1800 1810 1820 1830 1840 1850 1860 1870 1880 1890
Einwohner 1413 1936 1916 2005 1927 2026 1839 2127 1982 1775
Jahr 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990
Einwohner 1866 2479 2098 2332 2093 2076 2225 2306 2590 2919
Jahr 2000 2010 2020 2030 2040 2050 2060 2070 2080 2090
Einwohner 3140 2991

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Der U.S. Highway 7 verläuft in nord-südlicher Richtung zentral durch die Town, von Brandon nach Rutland und folgt dem Verlauf des Creek Rivers. Ebenfalls dem Verlauf folgend führt die Bahnstrecke Bellows Falls–Burlington durch die Town mit einem Bahnhof in Pittsford.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

In Pittsford gibt es kein eigenes Krankenhaus. Das nächstgelegene Krankenhaus ist das Rutland Regional Medical Center in Rutland.

BildungBearbeiten

Pittsford gehört mit Brandon, Chittenden, Goshen Leicester, Mendon, Sudbury und Whiting zur Rutland Northeast Supervisory Union.[9]

Es gibt eine Schule in Pittsford, die Lothrop Elementary School. Etwa 235 Kinder besuchen Klassen von Pre-Kindergarten bis zum 6. Schuljahr. Gegründet wurde die Lothrop School im Jahr 1912.[10]

 
Maclure Library in Pittsford

Die Maclure Library wurde bereits im Jahr 1797 gegründet. Benannt nach William Maclure, der im Jahr 1839 eine große Spende zugunsten der Library machte. Sie war bis zum Jahr 1895 in unterschiedlichen Räumen und Gebäuden untergebracht, bis Henry Walker ein Gebäude für die Bücherei in Erinnerung an seinen Bruder Stephen Walker errichten ließ. Im Bestand der Bücherei sind etwa 100 sehr seltene Bücher, die nicht in den Nationalen Archiven vorhanden sind. Hierzu gehören Aufzeichnungen der Unions und Konföderierten Marine während des Sezessionskriegs und auch Korrespondenz der Präsidenten der Vereinigten Statten aus der Zeit von 1789 bis 1987. Die Maclure Library hat diese Bücher dem National Archiv gespendet.[11]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Zadock Thompson: History of Vermont, natural, civil and statistical, in three parts. 3. Band. Chauncey Goodrich, Burlington 1842, S. 139 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • H. P. Smith: History of Rutland County, Vermont, with illustrations and biographical sketches of some of its prominent men and pioneers. D. Mason & co., Syracuse, N.Y. 1886, S. 726 f. (archive.org).

WeblinksBearbeiten

Commons: Pittsford, Vermont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pittsford im Geographic Names Information System des United States Geological Survey, abgerufen am 2. Januar 2017
  2. Einwohnerdaten aus dem US-Census von 2010 im American Factfinder
  3. History of Rutland County, Vermont, with illustrations and biographical sketches of some of its prominent men and pioneers. In: archive.org. Abgerufen am 23. Januar 2017.
  4. Koordinaten der Orte der Census-Behörde 2010
  5. Pittsford, Vermont (VT 05763) profile: population, maps, real estate, averages, homes, statistics, relocation, travel, jobs, hospitals, schools, crime, moving, houses, news, sex offenders. In: city-data.com. www.city-data.com, abgerufen am 23. Januar 2017 (englisch).
  6. a b c Zadock Thompson: History of Vermont, Natural, Civil, and Statistical. For the author, by C. Goodrich, 1842, S. 139 (books.google.de).
  7. a b History of Pittsford - Town of Pittsford, Vermont. In: Town of Pittsford, Vermont. (pittsfordvermont.com).
  8. Einwohnerzahl 1790–2010 laut Volkszählungsergebnissen
  9. Rutland Northeast Supervisory Union (Memento vom 28. Juli 2017 im Internet Archive), abgerufen am 28. Juli 2017
  10. About Us - Lothrop Elementary School. In: google.com. sites.google.com, abgerufen am 23. Januar 2017.
  11. Home - Maclure Library. In: maclurelibrary.org. Maclure Library, abgerufen am 23. Januar 2017 (amerikanisches Englisch).