Phil Taylor (Musiker)

englischer Schlagzeuger
Phil Taylor, 1982

Philip John Taylor (* 21. September 1954 in Chesterfield, England; † 11. November 2015), Spitzname Philthy Animal, war ein britischer Musiker. Er war von 1975 mit Unterbrechungen bis 1992 Schlagzeuger der Rockband Motörhead.

LebenBearbeiten

Phil Taylor und Eddie Clarke waren miteinander befreundet und auf Vorschlag von Clarke wurde Taylor 1976 während der Aufnahmen zu On Parole Mitglied von Motörhead.

Nach dem offiziellen Debüt der Band, Motörhead, gelang ihnen mit Overkill 1979 der Durchbruch. Das Lied Overkill stellt für damalige Verhältnisse ein Novum in der Schlagzeug-Technik dar und selbst spätere Schlagzeuger wie Lars Ulrich bekennen sich dazu, dass sie von Phil Taylors Stil fasziniert und maßgeblich beeinflusst worden sind. Der Song Overkill gilt vor allem dank Taylors revolutionärem Doublebass-Spiel als einer der Pionierleistungen des Speed- und Thrash-Metal.

Die Besetzung Kilmister/Clarke/Taylor gilt als die Klassische Besetzung von Motörhead und war kommerziell überaus erfolgreich.

Nach dem 1983 erschienenen Album Another Perfect Day verließ Taylor die Band erstmals um ein "seriöser Musiker" zu werden, wie er es nannte.

Daraufhin plante Taylor gemeinsam mit Phil Lynott und Brian Robertson die Gründung einer Band. Das Projekt scheiterte am mangelnden Engagement von Lynott.[1] Gemeinsam mit Sänger Robin McAuley und Bassist Chris Glenn wurde Operator gegründet. Nachdem Robertson die Band wegen Erfolglosigkeit verlassen hatte, kam Gitarrist Marcus Schleicher und die Band benannte sich in GMT um. 1986 erschien bei Mausoleum Records die EP One By One. Die zweite EP War Games konnte wegen des Bankrotts von Mausoleum Records erst nach dessen Neustart 1991 veröffentlicht werden.

Noch während der Zeit bei GMT wurde er 1987 wieder Schlagzeuger bei Motörhead, hatte aber nicht mehr die Dynamik in seinem Spiel wie in seiner ersten Zeit in der Band. Nach einem Live- und zwei Studio-Alben, von denen 1916 sehr erfolgreich war, wurde er von Lemmy Kilmister schweren Herzens während der Aufnahmen zu March or Die entlassen, weil er trotz mehrfacher Ermahnung zu wenig Engagement zeigte und seine Parts am Schlagzeug auf nachlassendem Niveau spielte.

Zunächst spielte er dann bei verschiedenen Projekten und als Sessionmusiker, bis ihn um 1998 Mick Farren als Schlagzeuger für die neu formierte Rockband The Deviants engagierte. Er nahm mit der Band die Studioparts des 1999 erschienenen Albums The Deviants Have Left the Planet auf, konnte aber an der für 2000 geplanten Japan-Tournee nicht teilnehmen, da er kein Visum erhielt.[2] Auf dem 2002er-Album Dr. Crow spielte Taylor das Schlagzeug zum Stück A Long Dry Season ein. Danach bestritt er verschiedene Gastauftritte als Schlagzeuger bei Motörhead-Coverversionen, unter anderem mit W.A.S.P. Infolge einer Operation, die wegen eines zerebralen Aneurysmas notwendig geworden war, verschlechterte sich Taylors Gesundheitszustand. Er verstarb am 11. November 2015 an Leberversagen.[3]

Diskografie[4]Bearbeiten

Mit Motörhead

Mit GMT

  • One By One (EP, 1986)
  • War Games (EP, 1991)

Mit The Deviants

  • The Deviants Have Left the Planet (1999)

Weitere

  • Philthy Phil and Fast Eddie – Naughty Old Santa’s Christmas Classics (1989)
  • Chris HolmesNothing To Lose (2012)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mark Putterford: Phil Lynott: The Rocker. Omnibus Press, 2002, ISBN 978-0-7119-9104-0, S. 233.
  2. Ken Shimamoto: Mick Farren Interview. In: Black To Comm, Vol. 2, #10. 2000 (Mick Farren: “I’m primarily a writer, but writing is so fucking boring.”). Mick Farren: “I’m primarily a writer, but writing is so fucking boring.” (Memento des Originals vom 31. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.funtopia.pwp.blueyonder.co.uk
  3. Phil 'Philthy Animal' Taylor: A Tribute (englisch), abgerufen am 15. November 2015
  4. The Official Motörhead Website. In: The Official Motörhead Website. Abgerufen am 28. Oktober 2016 (amerikanisches Englisch).

LiteraturBearbeiten

  • Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever – Die Autobiographie. I.P. Verlag Jeske/Mader, Berlin 2004, ISBN 3-931624-25-0.

WeblinksBearbeiten