Neuberg an der Mürz

Gemeinde in Österreich

BW

Marktgemeinde
Neuberg an der Mürz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Neuberg an der Mürz
Neuberg an der Mürz (Österreich)
Neuberg an der Mürz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM (ab 1.7.2013; alt: MZ)
Hauptort: Dorf
Fläche: 274,82 km²
Koordinaten: 47° 40′ N, 15° 35′ OKoordinaten: 47° 40′ 1″ N, 15° 34′ 30″ O
Höhe: 732 m ü. A.
Einwohner: 2.346 (1. Jän. 2021)
Postleitzahlen: 8691, 8692, 8693, 8694
Vorwahlen: +43 3857
Gemeindekennziffer: 6 21 44
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptplatz 8
8692 Neuberg an der Mürz
Website: www.neuberg-muerz.gv.at
Politik
Bürgermeister: Peter Tautscher (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(15 Mitglieder)

 ÖVP  9,  SPÖ  4,  FPÖ  2

Lage von Neuberg an der Mürz im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
AflenzBreitenau am HochlantschBruck an der MurKapfenbergKindbergKrieglachLangenwangMariazellMürzzuschlagNeuberg an der MürzPernegg an der MurSankt Barbara im MürztalSankt Lorenzen im MürztalSankt Marein im MürztalSpital am SemmeringStanz im MürztalThörlTragöß-Sankt KathareinTurnauSteiermarkLage der Gemeinde Neuberg an der Mürz im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Neuberg an der Mürz ist eine Marktgemeinde mit 2346 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag bzw. im Gerichtsbezirk Mürzzuschlag der Steiermark.

Mit 1. Jänner 2015 wurde im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Altenberg an der Rax, Kapellen, Mürzsteg, und Neuberg die Marktgemeinde Neuberg an der Mürz gebildet.[1]

GeographieBearbeiten

 
Naßköhr, bedeutendes Feuchtgebiet an der Schneealpe

Neuberg liegt im Oberen Mürztal und am Fuß der Schneealpe nordwestlich von Mürzzuschlag.

GemeindegliederungBearbeiten

Mit 1. Jänner 2015 kamen die vordem selbständigen Gemeinden Altenberg an der Rax, Kapellen und Mürzsteg als Katastralgemeinden zu Neuberg hinzu. Seither werden diese als Ortsteile der Gemeinde geführt.[2]

Blick vom Neuberger Ortsteil Alpl in Richtung Nordost

Die Gemeinde besteht seither aus sechs Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2019[3]):

Das Gemeindegebiet umfasst 22 Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2021[4]):

  • Alpl (536)
  • Altenberg (249)
  • Arzbach (72)
  • Dobrein (74)
  • Dorf (230, Hauptort)
  • Dürrenthal (10)
  • Frein an der Mürz (33)
  • Greith (30)
  • Kaltenbach (3)
  • Kapellen (423)
  • Krampen (112)
  • Lanau (42)
  • Lechen (67)
  • Mürzsteg (134)
  • Neudörfl (80)
  • Niederalpl (11)
  • Raxen (40)
  • Scheiterboden (39)
  • Steinalpl (2)
  • Stojen (142)
  • Tebrin (4)
  • Veitschbach (13)

Zählsprengel sind Alpl-Dorf und Alpl-Dorf-Umgebung für Neuberg (mit Krampen), Altenberg an der Rax, Kapellen und Mürzsteg (mit Frein).

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde hat neun Nachbargemeinden, drei in Niederösterreich und sechs im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag.

Mariazell St. Ägyd am Neuwalde (Bez. Lilienfeld)
  Reichenau an der Rax (Bez. Neunkirchen)

St. Barbara im Mürztal

Krieglach   Langenwang
Spital am Semmering

KlimaBearbeiten

 
Winterstimmung in Neuberg (Jänner 2012)
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Neuberg an der Mürz
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −1,6 0,3 4,8 10,0 14,9 17,9 20,0 19,7 16,1 10,8 4,0 −0,2 Ø 9,8
Min. Temperatur (°C) −7,0 −5,7 −2,8 1,0 5,7 8,8 10,6 10,4 7,6 3,3 −1,7 −5,4 Ø 2,1
Temperatur (°C) −4,3 −2,7 1,0 5,5 10,3 13,4 15,2 15,0 11,8 7,1 1,1 −2,8 Ø 5,9
Niederschlag (mm) 54,0 57,0 64,0 76,0 100,0 127,0 128,0 119,0 82,0 67,0 75,0 64,0 Σ 1013
Regentage (d) 14 13 14 14 16 17 16 15 12 11 14 14 Σ 170
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
−1,6
−7,0
0,3
−5,7
4,8
−2,8
10,0
1,0
14,9
5,7
17,9
8,8
20,0
10,6
19,7
10,4
16,1
7,6
10,8
3,3
4,0
−1,7
−0,2
−5,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
54,0
57,0
64,0
76,0
100,0
127,0
128,0
119,0
82,0
67,0
75,0
64,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [5]

GeschichteBearbeiten

 
Neuberg um 1830
 
Mürzsteg um 1830
 
Ehemaliger Bahnhof Kapellen der Mürzzuschlag-Neuberger Bahn

1327 wurde hier von Herzog Otto dem Fröhlichen eine Zisterzienserabtei (Stift Neuberg an der Mürz) gegründet, welche von Joseph II. 1786 aufgehoben wurde. Sie hat als einzige Abtei überwiegend ihren mittelalterlichen Charakter behalten. 1379 wurde in Neuberg der Neuberger Teilungsvertrag unterschrieben. Dieses Rechtswerk regelte die Aufteilung der habsburgischen Erblande und diente als Vorlage für spätere Teilungsverträge.

Zum alten Dekanat Neuberg gehörten bis in das 19. Jahrhundert Neuberg, Mürzzuschlag, Langenwang und Krieglach, mit Pflegstellen in Kapellen und Mürzsteg. Die Verwaltung wanderte nach Aufhebung des Stifts sukzessive nach Spital am Semmering[6] (seit der Reform 1973 gibt es nurmehr eines für das ganze Mürztal).

Das 19. Jahrhundert war die Blütezeit der bedeutenden Eisen- und Stahlindustrie um Altenberg und Neuberg, die als Kleineisenindustrie von alters her vom Stift betrieben worden war. Sie war mit der Säkularisierung an den k. k. steiermärkischen Religionsfonds gekommen, aber schon 1800 an den k. k. Montan-Aerar. 1869 wurde der Eisenbergbau privatisiert und von der Neuberg-Mariazeller Gewerkschaft, dann der Alpine Montan-A.-G. geführt.[7] In der Zeit der Stahlwerke gingen einige Innovationen von Neuberg aus; hier wurde auch für die k.k. Rüstungsindustrie produziert. In Arzbach betrieb die Veitscher Magnesitwerke einen kleineren Abbau.[8]

Als nach der Revolution von 1848 die kaiserliche Familie nicht mehr im Wienerwald jagen durfte, wurden die weitläufigen Wälder um Neuberg, die sich alle in Staatsbesitz befanden und befinden, als neues Revier für den jagdbegeisterten Monarchen auserkoren. Kaiser Franz Joseph mietete sich 1852 in das profanierte Stift ein und errichtete 1870 ein eigenes Jagdschloss in der Nachbargemeinde Mürzsteg. So war Neuberg für mehrere Tage jährlich Residenzstadt und Schauplatz vieler illustrer Jagden mit prominenten Gästen wie z. B. dem russischen Zaren.

Die vormaligen Steuergemeinden Neuberg und Krampen wurden mit Schaffung der Ortsgemeinden 1848/49 eine eigenständige politische Gemeinde. Sie gehörte bis 1902 zum Bezirk Bruck an der Mur, bis 2013 zum Bezirk Mürzzuschlag.

Nach den Weltkriegen geriet die gesamte obersteirische Montanindustrie in die Krise. Neuberg, inmitten der Wiener Hausberge gelegen, wurde primär zur Tourismusgemeinde. 1876 wurde die Mürzzuschlag-Neuberger Bahn bis hierher erbaut, die aber 1996/2000 eingestellt wurde.

In den späten 1960er bis Mitte der 1970er Jahre wurde Neuberg Erholungsort und Jagdrevier für den deutschen Kaufhauskönig H. Horten und seine Ehefrau, die sich mit großem finanziellen Engagement (Orgelrenovation, Kindergartenneubau) bedankten.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahl erreichte in der damaligen Gemeinde um 1890 ihren Höhepunkt mit knapp 4000 Einwohnern und sank bis 2010 auf unter 1330. Neuberg ist heute eine Abwanderungsregion mit immer weniger Arbeitsplätzen und einem steigenden Durchschnittsalter.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Natur
Veranstaltungen
  • Neuberger Kulturtage (Konzerte)[9]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

TourismusBearbeiten

 
Blick vom Ort Richtung Schneealpe

Neuberg ist heute die wichtigste Naturparkgemeinde im Mürzer Oberland. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung – sportlich wie kulturell. Am Fuße der Schneealm gelegen bietet Neuberg ausgedehnte Wälder und leicht zu erwandernde Berge bis in eine Höhe von über 2000 Metern. Es gibt Möglichkeiten zum Radfahren, Fischen, Tennisspielen oder Reiten, und vielfältigen Wintersport.

Am Niederalpl stehen im Winter ein Sessellift und drei Schlepplifte zur Verfügung, in Veitschbach eine Naturrodelbahn. Altenberg ist ein ruhiges Erholungsdorf mit besonderem Ortsbild und einigen Lehrpfaden. Auf der Schneealm ist ein Para- und Hängegleiter-Club angesiedelt. Bekannt ist die Region auch für Jagdmöglichkeiten (Rehwild, Hochwild, Gamswild, Schwarzwild, Auerwild).

Durch die Ortschaft Krampen verläuft der Nordalpenweg, dieser ist wiederum Teil des Europäischen Fernwanderwegs E4.

VerkehrBearbeiten

PolitikBearbeiten

BW

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister
  • seit 2005 Peter Tautscher (ÖVP)

WappenBearbeiten

Alle Vorgängergemeinden hatten ein Gemeindewappen. Mit der Fusion der Gemeinden verloren diese Wappen ihre offizielle Gültigkeit.

Blasonierung (Wappenbeschreibung):

„In goldenem Schild eine blaue, bis an den oberen Schildrand reichende Spitze, darin ein goldenes, mit einem ebensolchen Kreuzchen bestecktes unziales M. Die Spitze begleiten rechts oben ein blaues Jagdhorn, links oben zwei schräggekreuzte blaue Hämmer.“

Das erste Gemeindewappen wurde Neuberg am 1. Dezember 1962 verliehen.[11] Die Neuverleihung des Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte mit Wirkung vom 10. März 2016.[12]

Das Marienmonogramm findet sich im Stift. Das Jagdhorn weist auf die dann im Stift ansäßige gewesenen österreichischen Bundesforste, die Hämmer auf die seit jeher bestehenden Bergbaue.[11]

PersönlichkeitenBearbeiten

Ehrenbürger der GemeindeBearbeiten

  • 1954: Fritz Matzner (1896–1972), Landeshauptmann-Stellvertreter[13]
  • 1964: Helmut Horten (1909–1987), Unternehmer[13]
  • Erwin Schrittwieser († 2019), Bürgermeister von Neuberg an der Mürz 1960–1975

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen mit Bezug zur GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

FilmeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Neuberg an der Mürz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Neuberg an der Mürz und der Gemeinden Altenberg an der Rax, Kapellen und Mürzsteg, alle politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013, Nr. 148, 35. Stück, ZDB-ID 705127-x, S. 680.
  2. Vergl. die Wahlsprengel: Ergebnis Gemeinderatswahl am 22. März 2015 (PDF), auf neuberg-muerz.gv.at.
  3. Regionalinformation, bev.gv.at (1.094 kB); abgerufen am 10. Jänner 2020.
  4. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  5. mappedplanet.com
  6. Georg Goeth: Das Herzogthum Steiermark: geographisch-statistisch-topographisch dargestellt und mit geschichtlichen Erläuterungen versehen. Band 1 (Brucker Kreis, 1. Teil), Verlag Heubner, 1840, Kapitel „Steuergemeinde Neuberg“, S. 332 und Digitalisat, Google, vollständige Ansicht
  7. Karl August Redlich, W. Stanczak: Die Erzvorkommen der Umgebung von Neuberg bis Gollrad. In: Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft in Wien. Band 15 („Bergbaue Stmk.“ 10), 1923, S. 169–206, insb. Kapitel „Geschichtlicher Teil.“, S. 169 ff (online (PDF) auf ZOBODAT; mit geologischen Detailkarten).
  8. Magnesit-Industrie und Bergbau-A. G. In: Jubiläumsbuch 70 Jahre Veitscher Magnesitwerke. o. D. Kapitel „Beteiligungen, c“, S. o.A. (Webauszug, veitsch.at).
  9. Website Neuberger Kulturtage
  10. Mürzzuschlag – Neuberg: Aus Nebenbahn wurde Edel-Radweg. In: graz.radln.net, ARGUS Steiermark, 20. Juni 2011, abgerufen am 29. Juli 2013.
  11. a b LGBl. 1962, 34. Stück, Nr. 164; Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs. Band 16, 1966, S. 64.
  12. 29. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 25. Februar 2016 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Neuberg an der Mürz (politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag). LGbl. 2016/02, abgerufen am 8. Oktober 2016.
  13. a b Othmar Pickl: Geschichte des Ortes und Klosters Neuberg an der Mürz. Neuberg 1966, S. 257.
  14. notar.at (Memento vom 12. April 2013 im Internet Archive)
  15. Regionalmedien Austria: "Steirischer Herbst" in Neuberg. In: meinbezirk.at. (meinbezirk.at [abgerufen am 21. November 2017]).