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Minerva Airlines

italienische Fluggesellschaft
Minerva Airlines, S. p. A.
Dornier 328-110 der Minerva Airlines auf dem Flughafen Nizza, April 2001
IATA-Code:
ICAO-Code: MTC
Rufzeichen: AIR MINERVA
Gründung: 1995
Betrieb eingestellt: 2003
Sitz: Catanzaro, Kalabrien, ItalienItalien Italien
Heimatflughafen:

Flughafen Triest

Unternehmensform: S. p. A.
Leitung:

Mario Rosconi

Mitarbeiterzahl: 120 (2001)
Flottenstärke: 8 (2001)
Ziele: national
Website: www.minerva-airlines.it
Minerva Airlines, S. p. A. hat den Betrieb 2003 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Minerva Airlines war eine italienische Fluggesellschaft mit Sitz in Catanzaro.

GeschichteBearbeiten

Minerva Airlines wurde im Dezember des Jahres 1995 in Kalabrien von der Mancuso-Gruppe gegründet. Das Unternehmen visierte eine Betriebsaufnahme mit Maschinen des Typs Dornier 328-110 an und so platzierte man zwei Bestellungen, die im August des darauffolgenden Jahres ausgeliefert wurden. Den Flugbetrieb am 1. September 1996 mit Flügen im Bedarfsluftverkehr und Urlaubsgeschäft von Mailand aus aufnehmend, führte Minerva Airlines wenig später auch eigene Linienverbindungen ein. So zählte das nach Neapel, Triest, Bari und Palermo operierende Unternehmen in den vier Monaten seines Betriebs gegen Ende 1996 rund 23.500 Passagiere.[2]

Im Jahr 1997 erhielt Minerva Airlines zwei weitere Dornier 328-110. Gleichzeitig legte die Fluggesellschaft den Grundstein für die sodann folgende Zusammenarbeit mit Alitalia, indem sie für Letztgenannte erste Ersatzflüge durchführte. Die Partnerschaft wurde ein Jahr später ausgeweitet; ab 1998 operierte Minerva Airlines für Alitalia respektive Alitalia Express im Voll-Franchise auf 19 inneritalienischen Verbindungen. Zu diesem Zeitpunkt konnte das Unternehmen auf eine Flotte von sieben Dornier 328-110 bei rund 320.000 Passagieren zurückblicken. Nachdem am 25. Februar 1999 eine Maschine der Minerva Airlines bei der Landung in Genua verunfallte und vier Menschen bei diesem Zwischenfall getötet wurden, sanken die Passagierzahlen auf 213.000 beförderte Personen.[2]

Minerva Airlines hat ihren Betrieb im Oktober 2003 eingestellt, nachdem sie von einem Gericht für insolvent erklärt wurde. Gegen Teile der Unternehmensführung wurden Ermittlungen wegen Insolvenzstraftaten eingeleitet.[4] Eine geplante Wiederaufnahme des Flugbetriebs[5] konnte nie realisiert werden.

FlugzieleBearbeiten

Minerva Airlines führte vornehmlich inneritalienische Regional- und Zubringerflüge im Franchise für Alitalia und Alitalia Express durch. Die Farbgebung der Maschinen, ihre Kabinenausstattung, die Bordverpflegung sowie die Uniformen der Flugbegleiter wurden an die der Alitalia angepasst.

FlotteBearbeiten

 
Ehemalige Dornier 328-110 der Minerva Airlines nach der Betriebseinstellung auf dem Flughafen Innsbruck, Februar 2004. Die Maschinen warten auf ihre Indienststellung bei der Air Alps.

Im Jahr 2001 setzte sich die Flotte der Minerva Airlines aus den nachstehenden acht Maschinen zusammen:[1]

Flugzeugtyp Anzahl Luftfahrzeugkennzeichen Sitzplätze
(Economy)
Anmerkungen
Dornier 328-110 8 D-CPRP 32 gemietet von Deutsche Structured Finance Aircraft Leasing; in Alitalia-Express-Bemalung
D-CPRS gemietet von Millennium Leasing; in Alitalia-Express-Bemalung
D-CPRT
D-CPRU
D-CPRV
D-CPRW
D-CPRX
D-CPRY

ZwischenfälleBearbeiten

 
Teile der am 25. Februar 1999 verunfallten D-CPRR nach dem Abwracken auf einem Flugzeugfriedhof in den USA
  • Am 25. Februar 1999 verunfallte eine von Minerva Airlines betriebene Dornier 328-110 (Luftfahrzeugkennzeichen D-CPRR) auf dem Alitalia-Flug 1553 bei der Landung auf dem Flughafen von Genua. Die aus Caligari kommende Maschine setzte sehr spät und mit Rückenwind auf, schoss nach links schlingernd über das Ende der Landebahn 29 hinaus und versank nach der Kollision mit einer 1,5 Meter hohen Mauer in dem hinter der Bahn liegenden Ligurischen Meer. Das Bugfahrwerk der Maschine war bei der Kollision mit der Mauer zusammengebrochen und hatte das Innere des Fahrwerksschachts beschädigt, sodass hierdurch Wasser eindringen konnte. Von den 31 Insassen, 27 Passagiere und 4 Besatzungsmitglieder, überlebten nur 27 Personen; zwei Passagiere und eine Flugbegleiterin ertranken in dem mit Wasser volllaufenden Wrack, ein dritter Passagier erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Darüber hinaus wurden 21 Personen verletzt. Der einzige während der Evakuierung verwendete Notausgang war von Marco Sulis, einem 15-jährigen Leistungsschwimmer, geöffnet worden, der sich als Teil einer achtköpfigen Jugendgruppe an Bord auf dem Weg zu den italienischen Schwimm-Juniorenmeisterschaften befand und sich mit den Sicherheitsinstruktionen vertraut gemacht hatte. Der Unfall ist bis heute, Stand August 2019, der einzige Flugzeugverlust einer Dornier 328, bei dem Todesopfer zu beklagen sind. Sulis erhielt für sein Handeln – ebenso wie die verstorbene Flugbegleiterin Alessandra Bugliolo posthum – die Medaglia d’oro al valor civile, die höchste Auszeichnung der Italienischen Republik für Zivilcourage.[6][7][8][2]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Minerva Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Ulrich Klee, Frank Bucher, Ernst Sommer, Antonio Härry, Werner Wyder: jp airline-fleets international 2001/02. Bucher & Co., Glattbrugg 2001, ISBN 3-85758-135-2, S. 217 (englisch).
  2. a b c d Myron J. Smith Jr.: The Airline Encyclopedia. 1909–2000. Band 2. Scarecrow, Lanham / Oxford 2002, ISBN 0-8108-3790-0, S. 1864 (amerikanisches Englisch).
  3. Minerva Airlines – Airline Information. In: ch-aviation. ch-aviation GmbH, abgerufen am 23. August 2019 (englisch).
  4. Minerva Airlines, tribunale dichiara reati prescritti. In: cn24tv.it. 16. April 2012, abgerufen am 23. August 2019 (italienisch).
  5. Minerva Airlines si prepara a riprendere il volo. In: Travelnostop. 27. September 2006, abgerufen am 23. August 2019 (italienisch).
  6. Unfallbericht Dornier 328-110 D-CPRR. In: Aviation Safety Network. Abgerufen am 22. August 2019 (englisch).
  7. Wanda Valli: L’ aereo affonda in mare. In: La Repubblica. 26. Februar 1999, abgerufen am 22. August 2019 (italienisch).
  8. Marco Sulis, l’eroe venuto da Cagliari Genova, assegnata la medaglia d’oro al giovane che salvò i passeggeri. In: La Repubblica. 16. Dezember 1999, abgerufen am 22. August 2019 (italienisch).