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Maserati 200S auf der Essen Motor Show 2013

Der Maserati 200S, auch Maserati 200 Sport, war ein Sportwagen-Prototyp, der 1955 bei Maserati entwickelt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklungsgeschichte und TechnikBearbeiten

Schon 1953 begann bei Maserati die Entwicklung eines 4-Zylinder-Reihenmotors. Die 1,5-Liter-Variante dieses Aggregats kam später im 150S zum Einsatz, der 2-Liter-Motor im 200S. Die beiden Varianten unterschieden sich nur durch das Bohrung-Hub-Verhältnis. Rein äußerlich waren die beiden Triebwerke nicht zu unterscheiden. Alle 200S hatte keine eigene Fahrwerks- und Karosseriekonzepte. Der erste 200S war ein adaptierter A6GCS, dessen 6-Zylinder-Motor durch das 2-Liter-4-Zylinder-Triebwerk ersetzt wurde. Der Einbau einer De-Dion-Hinterachse wurde verworfen. Da man nach den ersten Testfahrten mit den Fahreigenschaften des Wagens nicht zufrieden war, baute man die folgenden Fahrzeuge auf 150S-Fahrgestelle auf. Die ersten vier Gestelle entstanden bei Maserati, weitere wurden Aufbauten wurden von Gilco Design übernommen. Die Spyder-Karosserien kamen von Fantuzzi und Celestino Fandri. 1957 folgte auf den 200S der 200SI.

RenngeschichteBearbeiten

Das Renndebüt gab der 200S beim Großen Preis von Imola 1955, am Steuer saß Franco Bordoni-Bisleri. Bordoni konnte das Rennen, das von seinem Teamkollegen Cesare Perdisa auf einem Maserati A6GCS gewonnen wurde, wegen eines technischen Defekts nicht beenden[1]. Die erste Zielankunft gab es beim Großen Preis von Venezuela 1955 mit dem sechsten Gesamtrang von Luigi Villoresi und Roberto Mieres (das Rennen gewann Juan Manuel Fangio im Werks-Maserati 300S)[2].

Den ersten Sieg feierte im Frühjahr 1956 Giuseppe Musso bei der Trofeo Vigorelli[3]. Es folgte der Erfolg von Maserati-Testfahrer Luigi Bellucci beim Gran Premio di Napoli[4] und der zweite Gesamtrang von Perdisa und Stirling Moss beim 1000-km-Rennen von Monza hinter dem Werks-Ferrari 500TR Touring von Peter Collins und Mike Hawthorn.

Die 200S haben eine lange Rennhistorie. Zwischen 1955 und 1966 gab es 277 Renneinsätze mit 19 Gesamt- und 31 Klassensiegen. Der letzte Einsatz war der Start von Pietro Termini bei der Coppa Cittá di Enna 1966, die der Italiener als Gesamtzehnter beendete.

LiteraturBearbeiten

  • Maurizio Tabucchi: Maserati, Alle Grand Prix-, Sport- und GT-Fahrzeuge von 1926 bis heute. Heel, Königswinter 2004, ISBN 3-89880-211-6
  • Anthony Pritchard: Maserati – die Renngeschichte. Delius Klasing, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-2513-9

WeblinksBearbeiten

  Commons: Maserati 200S – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Großer Preis von Imola 1955
  2. Großer Preis von Venezuela 1955
  3. Troffen Vigorelli 1956
  4. Großer Preis von Neapel 1956