Hauptmenü öffnen

Marianne von Weizsäcker

Ehefrau des sechsten deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker
Marianne von Weizsäcker empfängt von einem Vertreter des Lions-Club einen Spendenscheck zugunsten der Stiftung Integrationshilfe für ehemals Suchtkranke, 1990

Marianne Viktoria Armgard Helene Doria Freifrau von Weizsäcker (* 17. Mai 1932 in Essen als von Kretschmann)[1][2] ist die Witwe des sechsten deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

LebenBearbeiten

Marianne Freifrau von Weizsäcker ist eine Nachfahrin[3] des aus dem brandenburgischen Fürstentum Bayreuth stammenden, 1801 preußisch geadelten Theodor von Kretschmann, der als dirigierender Minister die Spitze der Verwaltung des Herzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld darstellte.[4] Ihr Vater Hans-Oskar von Kretschmann (1903–1962)[5] war Kaufmann[6] und Direktor beim Benzol-Verband in Hamburg.[7] Ihre Mutter Asta von Kretschmann, geb. Mohr (1908–1971), war eine Adoptivtochter von Fritz von Waldthausen. Marianne von Weizsäcker ist ferner eine Großnichte der sozialdemokratischen Frauenrechtlerin Lily Braun. Marianne und Richard von Weizsäcker waren seit 1953 verheiratet.

Nachdem ihr Mann 1981 Regierender Bürgermeister von Berlin und 1984 Bundespräsident wurde, vermied sie auffällige Medieninszenierungen und konzentrierte sich auf ehrenamtliches Engagement, so zum Beispiel für das Müttergenesungswerk, dessen Schirmherrschaft sie übernahm. Ihre Skepsis äußerte sich unter anderem, als Nancy Reagan 1986 einen „Drogengipfel“ von 16 First Ladys organisierte und von Weizsäcker es ablehnte, Zusammenkünfte mit drogenabhängigen Jugendlichen dahingehend mediengerecht zu vermarkten, dass bei solchen Begegnungen pausenlos Kameras auf die betroffenen Jugendlichen gehalten werden sollten.

Von Weizsäcker ist Ehrenmitglied des deutschen Komitees für UNICEF. Ab 1985 war sie zehn Jahre lang Schirmherrin des Bundesverbandes der Elternkreise drogengefährdeter und -abhängiger Jugendlicher. 1989 rief sie die Marianne von Weizsäcker Stiftung Integrationshilfe für ehemals Suchtkranke e. V. ins Leben. Seit 1973 hatte sie dem Auswahlausschuss der Studienstiftung des deutschen Volkes und seit 1979 deren Kuratorium angehört. Sie war Kuratoriumsmitglied des Berliner Evangelischen Johannesstiftes, des Vereins der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten sowie ab 1988 der Nationalen Aids-Stiftung.

Seit dem Ausscheiden ihres Mannes aus dem Amt des Bundespräsidenten 1994 konzentriert sie sich auf ihre Arbeit für die Marianne von Weizsäcker Stiftung Integrationshilfe für ehemals Suchtkranke e. V., deren Schirmherrin sie ist.

Ihr privates Interesse gilt der Kunst, der Literatur und der Malerei des 20. Jahrhunderts. Sie lebt in Berlin.

Marianne von Weizsäcker ist Mutter von vier Kindern:

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Heike Specht: „Ihre Seite der Geschichte. Deutschland und seine First Ladies von 1949 bis heute“, Piper-Verlag, München 2019. ISBN 978-3-492-05819-3

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages 1949–2002. Walter de Gruyter, Berlin 2002, ISBN 3-11-096905-X, S. 1091.
  2. Marianne Margarete Kretschmann, * 1932. In: geneall.net. Abgerufen am 1. Mai 2017.
  3. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VII, Band 97 der Gesamtreihe, Limburg an der Lahn, S. 9 f.
  4. Klaus Freiherr von Andrian-Werburg, „Kretschmann, Theodor von“ in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 12 f. (Onlinefassung)
  5. Familiendatenbank NLF Familienbericht Friedrich Wilhelm Hans Oskar VON KRETSCHMANN
  6. Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser B, Band VI, Band 62 der Gesamtreihe, Limburg an der Lahn 1976, S. 448
  7. Familiendaten der Martinszellerschen Familienstiftung, von Kretschmann Hans-Oskar (Memento des Originals vom 12. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.martinszeller-verband.de (abgerufen am 12. Februar 2015)