Lindenberg! Mach dein Ding

Film von Hermine Huntgeburth (2020)

Lindenberg! Mach dein Ding ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2020 über Kindheit, Jugend und Beginn der Musikkarriere von Udo Lindenberg. Regie führte Hermine Huntgeburth, Hauptdarsteller ist Jan Bülow. Premiere feierte der Film am 7. Januar 2020 in Hamburg,[1] Kinostart war am 16. Januar 2020.

Film
OriginaltitelLindenberg! Mach dein Ding
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2020
Länge 135 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Hermine Huntgeburth
Drehbuch Alexander M. Rümelin,
Christian Lyra,
Sebastian Wehlings
Produktion Michael Lehmann,
Johannes Pollmann,
Günther Russ
Musik Oli Biehler
Kamera Sebastian Edschmid
Schnitt Ueli Christen,
Eva Schnare
Besetzung

HandlungBearbeiten

Udo begeistert sich schon als Kind fürs Trommeln. Die Familie leidet unter der Alkoholsucht des Vaters. Udo macht eine Lehre als Kellner, um hinterher auf See fahren zu können. Mit seinem Kumpel, dem Bassisten Steffi Stephan, vergnügt er sich in Hamburg. Er hat Engagements als Schlagzeuger bei diversen Jazzbands und einige Studiojobs. Ein Musikerkollege vermittelt ihm einen Job in einer Band zur US-Truppenunterhaltung in Libyen.

Zurück in Hamburg, spielt Udo in einer Rockband in der Musikkneipe „Onkel Pö“. Als deren Leader das Angebot eines Plattenvertrages ablehnt, sieht Udo seine Chance und empfiehlt sich selbst dem Teldec-Talentsucher Mattheisen. Schon als Jugendlicher hatte er das Ziel, einmal seine eigene Band zu haben, das er nie aus den Augen verlor. Mattheisen ist der Meinung, dass man nur mit englischsprachigen Rocksongs Erfolg haben könne. Das erste englischsprachige Album floppt jedoch. Schließlich nimmt Udo einen Schlager auf mit dem Lied Hoch im Norden als B-Seite. Dieses wird zur Überraschung und großen Freude der Band im Radio gespielt. Lindenberg handelt bei Mattheisen einen hohen Vorschuss aus. Als Steffi nach einem Konflikt mit Udo vorübergehend aussteigt, ist die weitere Karriere aber gefährdet. In der Kneipe rät ihm der Transvestit Butterfly, er solle er selbst sein und seine Gefühle zeigen. Lindenberg singt daraufhin solo den Song Mädchen aus Ost-Berlin, was wiederum den Talentsucher Mattheisen zu spontanem Applaus veranlasst. Er schreibt weitere Songs in deutscher Sprache wie Cello und den Rocksong Alles klar auf der Andrea Doria. Zum für die Karriere wichtigen Konzert in Hamburg erscheint Steffi im letzten Moment, und trotz eines alkoholbedingten Sturzes Lindenbergs zu Beginn wird das Konzert zum Triumph.

SoundtrackBearbeiten

Der Soundtrack erschien am 10. Januar 2020. Er enthält 15 Lieder von Lindenberg, davon vier von Jan Bülow gesungen.[2] Vom neuen Song Niemals dran gezweifelt, der im Film von Lindenberg und dem Pianisten Jean-Jacques Kravetz zum Abspann wiedergegeben wird, gibt es zusätzlich eine Radioversion.

RezeptionBearbeiten

Britta Schmeis von epd Film lobt die „detailverliebte“ Ausstattung. Jan Bülow spiele Lindenberg mit „linkischer Scheu, jugendlicher Verletzlichkeit und schnoddriger Großmäuligkeit“. Seinen größten Charme entwickle der Film in den Rückblenden in Udos Kindheit.[3]

Jörg Brandes von Filmstarts findet es „schön, wie ganz nebenbei auf spätere Lindenberg-Charakteristika hingewiesen wird“ (z. B. Wohnen im Hotel, Eierlikör). Das Milieu von St. Pauli wirke echt, und das „musikalische Beiprogramm außerhalb von Lindenbergs Output“ sei stimmig. Insgesamt sei es ein „schmissiges, toll gespieltes und schön ausgestattetes Lindenberg-Biopic mit nur kleinen Schönheitsfehlern“.[4]

Zu einem negativen Urteil kommt Matthias Dell bei Spiegel Online, der den Film ein „reichlich schematische[s] und ziemlich lasche[s] Unterfangen“ nennt. Dies liege daran, dass „der Künstler kaum Probleme zu haben scheint“ und das Gezeigte von „Exzessen, Abstürzen und Verzweiflung […] weit entfernt“ sei. „Lindenberg! Mach dein Ding“ sei letztlich „[n]üchtern betrachtet […] nichts anderes als eine edel aufpolierte Super-Jubiläums-Spezial-Edition-CD – ein Versuch, die Popularität von Udo Lindenberg durch ein Biopic mit Retro-Anmutung und gern gehörten Musikstücken ins Kino hinein zu kalkulieren“, so Dell.[5]

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Weltpremiere von Lindenberg-Film in Hamburg gefeiert. In: welt.de, 8. Januar 2020.
  2. Filmmusik: Lindenberg! Mach dein Ding. In: jpc.de, abgerufen am 1. Februar 2020.
  3. Kritik zu Lindenberg! Mach dein Ding. In: epd-film.de, 23. Dezember 2019.
  4. Lindenberg! Mach dein Ding. In: filmstarts.de, abgerufen am 1. Februar 2020.
  5. Matthias Dell: Sonderzug nach Nirgendwo. In: Spiegel Online. 16. Januar 2020, abgerufen am 24. April 2020.
  6. Preisträger*innen 2020. In: deutscher-filmpreis.de (abgerufen am 25. April 2020).