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Landstuhl Regional Medical Center

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Landstuhl Regional Medical Center
Logo
Ort Landstuhl
Bundesland Rheinland-Pfalz
Koordinaten 49° 24′ 19,5″ N, 7° 33′ 36,3″ OKoordinaten: 49° 24′ 19,5″ N, 7° 33′ 36,3″ O
Colonel James Laterza
Betten 100 Betten,
218 Medical-Transient-Detachment-Betten
Mitarbeiter 3.300 (März 2013)[1]
Fachgebiete * Hämatologie/Onkologie
Gründung 9. März 1953
Website ermc.amedd.army.mil/landstuhl/
Luftaufnahme des LRMC

Das Landstuhl Regional Medical Center (LRMC) ist mit rund 3300 Mitarbeitern[1] das größte Lazarett der US Army außerhalb der Vereinigten Staaten.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Das LRMC befindet sich auf dem Kirchberg, einem Ortsteil der Stadt Landstuhl bei Kaiserslautern.

Auftrag und StabBearbeiten

 
US-Soldaten aus ehemaliger irakischer Kriegsgefangenschaft grüßen vom Balkon des Landstuhl Regional Medical Center (April 2003).
 
Eingang zur Notaufnahme (April 2011)

Das LRMC bietet die erste medizinische Versorgung auf befriedetem Gebiet für verletzte Soldaten aus dem Irak oder Afghanistan, die zur nahegelegenen Ramstein Air Base eingeflogen werden. Nach kurzem Aufenthalt werden sie, falls medizinisch vertretbar, weiterverlegt, z. B. ins Walter-Reed-Militärkrankenhaus in den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus stellt es die medizinische Versorgung der Kaiserslautern Military Community sicher.

Im LRMC arbeiteten im März 2013 rund 3300 Mitarbeiter, darunter mehr als 1100 Soldaten. Das Krankenhaus bietet 149 feste Betten sowie weitere 218 Medical-Transient-Detachment-Betten, die vorwiegend zur Nutzung als Durchgangsstation sowie für Notfälle dienen. Zwischen September 2001 und Ende 2009 wurden im LRMC etwa 60.000 Patienten behandelt.[1]

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1938 begann auf dem heutigen Gelände des LRMC der Bau einer Adolf-Hitler-Schule, einer NS-Ausleseschule der Hitlerjugend.[2][3]

Am 19. März 1945 wurden Landstuhl und die Schule von US-amerikanischen Truppen besetzt. Die US-Armee übernahm ab November 1951 das Alte Krankenhaus in der Hauptstraße in Landstuhl, während gleichzeitig die Planung für ein 1000-Betten-Militärhospital auf dem Gelände der ehemaligen Adolf-Hitler-Schule begann. Am 9. März 1953 wurden die ersten 375 Patienten in die noch unfertige Einrichtung verlegt, die dann wenige Wochen später – am 5. April – als 320th General Hospital eingeweiht wurde. Ein Jahr später wurde es in 2nd General Hospital umbenannt. Während der folgenden Jahrzehnte wurde das Krankenhaus mehrfach modernisiert und die Anzahl der Betten reduziert. Nach dem Flugtagunglück von Ramstein am 28. August 1988 wurden im LRMC 500 Leichtverletzte behandelt. Im Jahr 1994 wurde das 2nd General Hospital in Landstuhl Regional Medical Center umbenannt.[2] Es wird derzeit von Colonel John M. Cho geleit.

Zukunft des LRMCBearbeiten

Im Januar 2010 wurde bekannt, dass das US-Militär eine Schließung des heutigen Krankenhauses und eine Verlegung an einen anderen Standort erwäge.[4] Präferiert wurde hierbei ein in nordöstlicher Richtung unmittelbar an die Ramstein Air Base angrenzendes Areal, das bis zu seiner Schließung als Außenstelle des Miesau Army Depot als Munitionslager benutzt wurde. Von der Verlagerung des Krankenhauses auf dieses Areal erhofft man sich eine bessere Anbindung an die Air Base und somit einen schonenderen Transport der aus den Einsatzgebieten eingeflogenen Verwundeten.

Am 24. Oktober 2014 fand auf dem Gelände des ehemaligen Munitionslagers in Weilerbach der erste Spatenstich statt zur Errichtung des 780 Millionen Euro teuren Bauvorhabens.[5] Die Bundesrepublik Deutschland trägt dabei einen Anteil in Höhe von 130 Millionen Euro. Für Maßnahmen zur Kompensation des Eingriffs in Natur und Landschaft stellen die USA weitere zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Mit zunächst 68 Betten, 120 Untersuchungs- und Behandlungsräumen sowie neun Operationssälen soll der Neubau ab 2022 sowohl das LRMC als auch die Ramstein Air Base Clinic ersetzen.[6]

OrganspendenBearbeiten

Das LRMC ist eines der wichtigsten Krankenhäuser für Organspenden in seiner Region in der EU. Etwa die Hälfte der Soldaten, die in Landstuhl aufgrund von Kampfverletzungen in den Jahren 2005 bis 2010 starben, waren Organspender. Von 2005 bis 2010 haben 34 amerikanische Militärangehörige, die in Landstuhl starben, insgesamt 142 Organe gespendet, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Im Jahr 2010 spendeten 10 der 12 amerikanischen Soldaten, die im LRMC starben, 45 Organe.[7][8]

GeburtsortBearbeiten

Folgende in Deutschland bekannte Personen wurden dort geboren:

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Landstuhl Regional Medical Center – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

FußnotenBearbeiten

  1. a b c LRMC: Fact Sheet – LRMC Mission. Stand März 2013 (PDF; 33 kB) (nicht mehr online verfügbar)
  2. a b LRMC: Fact Sheet – History of LRMC. Stand Juni 2009 (PDF; 28 kB) (nicht mehr online verfügbar)
  3. Detlef Esslinger: US-Militärhospital in Landstuhl – Umschlagplatz für schwere Wunden. In: Süddeutsche Zeitung, 13. Juni 2005
  4. Mark Abramson, Marcus Klöckner: US-Militärs treffen sich mit deutschen Politikern, um über eine mögliche Verlegung des US-Hospitals Landstuhl zu sprechen. In: Luftpost – Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein. 23. Januar 2010 (PDF; 217 kB)
  5. Feierlicher erster Spatenstich für US-Hospital Weilerbach, Amt für Bundesbau Rheinland-Pfalz, 24. Oktober 2014. Abgerufen am 30. Dezember 2014.
  6. Gianna Niewel: Das Milliardending. Noch unter Barack Obama genehmigten die USA den Neubau ihrer Militärklinik im rheinland-pfälzischen Ramstein. Kostenplan: 990 Millionen Dollar. Über ein leises, aber spektakuläres Projekt – und seine transatlantische Bedeutung. In: Süddeutsche. 4. April 2017, S. 3.
  7. A Soldier's Death Gives Life to Another Man. In: Pulitzer Center. 23. April 2011 (pulitzercenter.org [abgerufen am 9. Juli 2017]).
  8. DSO: Rückblick auf die Jahrestagung der Region Mitte in Saarbrücken. Abgerufen am 9. Juli 2017.