LeVar Burton

US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Autor
LeVar Burton (2009)

Levardis Robert Martyn Burton Jr. (* 16. Februar 1957 in Landstuhl, Deutschland) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur, Produzent, Autor und Pädagoge. Bekannt wurde er im deutschsprachigen Kulturraum vor allem durch seine Rolle als Geordi La Forge in der Serie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert.

LebenBearbeiten

Kindheit und JugendBearbeiten

Burton wurde als Sohn amerikanischer Eltern im Landstuhl Regional Medical Center geboren. Er hat zwei ältere Schwestern.

Seine Mutter, Erma Jean (geb. Christian), war Englischlehrerin an einer Highschool, Sozialarbeiterin, Verwalterin und Erzieherin. Sein Vater, Levardis Robert Martyn Burton, war als Fotograf des United States Army Signal Corps bei der 3rd Armored Division in Landstuhl stationiert.[1] Die Familie kehrte vor Burtons erstem Geburtstag in die Vereinigten Staaten zurück.

Der Vater wurde ein zweites Mal in Deutschland stationiert, als Burton in der dritten Klasse war. Während der Stationierungen in Deutschland nahm Erma Jean, obwohl es ihrem Naturell widerstrebte, die Rolle der Hausfrau ein. Die zweite Stationierung war von häuslicher Gewalt überschattet, die Burton stark belastete und zum Scheitern der Ehe führte. Nach dem Ende der zweiten Stationierung, während Burton in der fünften Klasse war, kehrte der Vater zwar noch mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten zurück, zog dann aber alleine nach Florida.

Über seine Schulzeit sagt Burton, dass er in den Vereinigten Staaten zwar mit der Mehrheitsgesellschaft eine Sprache, aber nicht die Kultur gemeinsam hatte, und sich auch nicht dazu eingeladen fühlte, Teil der Kultur der Mehrheitsgesellschaft zu werden. In Deutschland hingegen gab es eine Sprachbarriere, jedoch wurde er nicht aufgrund seiner Hautfarbe ausgegrenzt. Nach dieser Erfahrung verlangte ihm die neuerliche Rückkehr in die Vereinigten Staaten einiges an Anpassungsleistung ab, in seine alte Haut zurückzuschlüpfen. Burton hörte erst als junger Erwachsener, nach dem Erfolg der Fernsehserie Roots, wieder etwas von seinem Vater.

Erma Jean ließ sich mit den drei Kindern in Sacramento im Stadtteil Meadowview nieder, der abwertend als „Ghettoview“ bezeichnet wurde. Sie nahm sofort eine Arbeit als Sozialarbeiterin für das Sacramento County Department of Social Welfare auf und ging parallel zur Abendschule, um einen Master-Abschluss in Sozialer Arbeit zu erlangen. Die drei Kinder schickte sie auf eine katholische Privatschule.

Burton hatte sich im Alter von 8 Jahren dem Katholizismus verschrieben. In der katholischen Gemeinde fand er nun Halt und Struktur, diente als Ministrant, wurde gefirmt und trat mit 13 Jahren ins Priesterseminar ein, das als Internat gleichzeitig Highschool und Vorbereitung auf die Priesterrolle war. Die theatralischen, gleichsam Showgeschäft-artigen Aspekte der Liturgie sprachen ihn besonders an, wie auch deren zentrale Rolle für das Leben und die Gesundheit einer Gemeinschaft. Mit 15 Jahren hatte sich sein Blick verändert, Enge und Absolutheitsanspruch der katholischen Lehre sprachen ihn nicht mehr an, und er kämpfte mit den Beschränkungen des Zölibat. Er schaute sich nach einem anderen Lebensweg um.

Anfänge als SchauspielerBearbeiten

In der Highschool stand Burton von Anfang an auf der Theaterbühne. Es kamen Passionsspiele und Komödien zur Aufführung. Burton erhielt ein volles Stipendium für ein Studium der Darstellenden Künste an der prestigeträchtigen University of Southern California, wofür er 1974 nach Los Angeles zog und Schauspiel, Geschichte, Philosophie und Englisch belegte. Während seines zweiten Studienjahres waren die Produzenten der Fernsehserie Roots auf der Suche nach einem Darsteller für die Rolle des jungen Kunta Kinte. An der Schauspielschule gab es seinerzeit nur zwei andere schwarze Studenten. Burton wurde im Frühjahr 1976 für die Rolle ausgewählt, die Dreharbeiten begannen noch vor Ende des Schuljahres. Im September setzte er seine Studien fort, widmete ihnen aber neben Werbeauftritten für die Serie nur noch wenig Aufmerksamkeit.

Roots erwies sich bei seiner Ausstrahlung Anfang 1977 als Meilenstein der amerikanischen Kultur. Burtons Darstellung eines aus Afrika verschleppten Sklaven, der in der Neuen Welt unter unwürdigen Bedingungen überleben muss, wurde mit einer Nominierung für den Emmy Award (Kategorie: Bester Einzelauftritt eines Darstellers in einer dramatischen oder komödiantischen Serie) belohnt.

Reading RainbowBearbeiten

Ab 1983 wirkte Burton als Produzent und Gastgeber des Kinderprogramms Reading Rainbow, das Kinder zum Lesen animieren sollte. Das Format lief über 23 Jahre und war damit das am längsten laufende Kinderprogramm in den USA. Für seine Rolle als Gastgeber und seine Funktion als Produzent wurde Burton mit insgesamt zwölf Emmies, sechs Image Awards und einem Peabody Award ausgezeichnet.[2]

2014 gelangte er durch die von ihm gestartete Crowdfunding-Kampagne in die Medien, mit der er versuchte, die Serie Reading Rainbow wieder ins Leben zu rufen. Die Kampagne erzielte über 5,1 Mio. US-Dollar von insgesamt etwa 102.000 Unterstützern, was bis dato die höchste Zahl an unterstützenden Personen bedeutete.[3]

Da Burton keine Rechte an der erfolgreichen Marke Reading Rainbow besitzt, veröffentlicht er seit Juni 2017 seinen eigenen Podcast LeVar Burton Reads, in dem er Kurzgeschichten bekannter und unbekannter Autorinnen und Autoren vornehmlich aus dem Bereich der fantastischen Literatur vorliest.

Im Jahr 2001 veröffentlichte er den Science-fiction-Roman Danach (Originaltitel: Aftermath).

Star TrekBearbeiten

 
Burton mit den Star-Trek-Darstellern Brent Spiner und William Shatner auf der Comic Con in San Diego (2010)

Von 1987 bis 1994 spielte LeVar Burton seine bekannteste Rolle als Chefingenieur Geordi La Forge in der Fernsehserie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert, der durch ein spezielles Gerät, eine technisch hochentwickelte Prothese namens „Visor“, sehen kann. Auch in den vier Kinofilmen zur Serie, erschienen zwischen 1994 und 2002, sowie in einer Folge der Serie Star Trek: Raumschiff Voyager verkörperte er diese Rolle.

Burton war außerdem Regisseur von zahlreichen Folgen der verschiedenen Star-Trek-Serien.

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1990: Stern auf dem Hollywood Walk of Fame
  • 1992: Peabody Award als Produzent von Reading Rainbow für die Episode „The Wall“
  • 2000: Grammy Award in der Kategorie Best Spoken Word Album als Hörbuchsprecher von „The Autobiography of Martin Luther King, Jr.“
  • 2003: Television Critics Association Award in der Kategorie Outstanding Achievement in Children's Programming als Produzent von Reading Rainbow
  • 2004: Best of Fest beim Chicago International Children's Film Festival als Regisseur von Blizzard

Daytime Emmy

  • 1990: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow
  • 1993: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow
  • 1996: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow
  • 1997: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow
  • 1998: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow
  • 2001: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow
  • 2001: als Outstanding Performer in a Children's Series in Reading Rainbow
  • 2002: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow
  • 2002: als Outstanding Performer in a Children's Series in Reading Rainbow
  • 2003: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow
  • 2005: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow
  • 2007: in der Kategorie Outstanding Children's Series als Produzent von Reading Rainbow

NAACP Image Award

  • 1995: in der Kategorie Outstanding Performance in a Youth or Children's Series/Special als Moderator von Reading Rainbow
  • 1996: in der Kategorie Outstanding Educational/Informational Youth or Children's Series/Special als Produzent von „A Reading Rainbow Special: Act Against Violence“
  • 1996: in der Kategorie Outstanding Performance in an Educational/Informational Youth or Children's Series/Special als Moderator von „A Reading Rainbow Special: Act Against Violence“
  • 1999: in der Kategorie Outstanding Performance in a Youth or Children's Series/Special als Moderator von Reading Rainbow
  • 2002: in der Kategorie Outstanding Performance in a Youth or Children's Series/Special als Moderator von Reading Rainbow
  • 2003: in der Kategorie Outstanding Performance in a Youth or Children's Series/Special als Moderator von Reading Rainbow

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

als Schauspieler
als Regisseur
als Produzent
  • 1983–2006: Reading Rainbow

MusikvideoBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: LeVar Burton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. LeVar Burton Biography (1957-). Filmreference.com. Abgerufen am 26. Februar 2011.
  2. http://www.imdb.com/name/nm0000996/awards
  3. Crowdfunding-Rekord: Über 102.000 Unterstützer für "Star Trek"-Star. In: derStandard.at. 2. Juli 2014, abgerufen am 5. Dezember 2017.