Kurt A. Körber

deutscher Unternehmer und Mäzen

Kurt Adolf Körber (* 7. September 1909 in Berlin; † 10. August 1992 in Hamburg) war ein deutscher Unternehmer im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus. 1946 gründete er die Hauni Maschinenfabrik in Hamburg-Bergedorf (jetzt: Hauni Maschinenbau GmbH), die vor allem mit der Herstellung von Maschinen für die Fabrikation von Filterzigaretten bekannt geworden ist. Das Unternehmen ist heute Teil der Körber AG, eines international agierenden Maschinenbaukonzerns. Körber gilt als eine der großen Unternehmerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Schon im Alter von 15 Jahren bastelte Kurt Körber eine Sender-Ablese-Skala für Radios, die 1924 gleichzeitig seine erste Patentanmeldung wurde. Von 1928 bis 1929 studierte er Elektrotechnik am Technikum Mittweida. 1935 trat er in die Universelle-Werke J.C. Müller & Co. in Dresden ein. 1940 trat Kurt A. Körber in die NSDAP ein. Ab 1944 war er Technischer Direktor der Universelle.

 
Grab von Kurt A. Körber auf dem Friedhof Bergedorf

Nach dem Krieg baute er die Firma Hauni Maschinenfabrik Körber & Co KG (Hanseatische Universelle) in Hamburg-Bergedorf auf. Im Jahre 1970 wurde das Unternehmen E.C.H. Will in Hamburg, ein renommierter Hersteller von Papierverarbeitungsmaschinen übernommen und damit der Grundstein für die Diversifikation in den Bereich Papier und Tissue gelegt. 1978 erfolgte die Übernahme des Schleifmaschinenherstellers Blohm in Hamburg und damit begann der Einstieg in den Werkzeugmaschinen-Bereich.

Am 1. Juni 1956 gründete Körber in Hamburg-Bergedorf auf dem Gelände der Hauni das Tabak Technikum Hamburg. Dort begannen im März 1957 Fortbildungslehrgänge für Mitarbeiter der tabakverarbeitenden Industrie. Ein Jahr später nahmen die ersten Ingenieursstudenten ihr Studium in der Fachrichtung Verfahrenstechnik/Tabaktechnologie auf. Im Hinblick auf die internationale Ausrichtung der Tabakindustrie wurde Englisch als Pflichtfach eingeführt, außerdem Französisch und Spanisch als Wahlfächer angeboten.

Bereits 1957 gründete Körber seine erste mäzenatische Stiftung in Hamburg zur Förderung des Wiederaufbaus des Thalia Theaters. Er unterstützte auch in den Folgejahren immer wieder Stiftungen im Bereich der Kultur und zur Förderung des technischen Nachwuchses. Mit einer großzügigen Spende sorgte Körber Anfang der 70er Jahre für den Bau der Fachhochschule für Produktions- und Verfahrenstechnik in Bergedorf an der Lohbrügger Kirchstraße (heute: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg). Da die Stadt Hamburg ebenso ihren, nicht unerheblichen finanziellen Teil beitragen musste (sonst wäre die Spende von Körber verfallen), gab es größere Verstimmungen, die darin mündeten, dass die Stadt Hamburg Kurt A. Körber zur Einweihung 1972 nicht eingeladen hatte. Darüber hinaus hat er in Hamburg die Renovierung des alten Blumengroßmarktes und der Deichtorhallen zu einem Ausstellungsbau ermöglicht.

Bundespräsident Karl Carstens verlieh Kurt A. Körber 1983 die Medaille für Verdienste um das Stiftungswesen des Bundesverbandes deutscher Stiftungen.[1]

1960 verlieh ihm die Universität Erlangen und 1990 die Technische Universität Dresden ihre Ehrendoktorwürde.

1991 wurde er Hamburger Ehrenbürger, nachdem der Senat der Stadt ihn bereits 1980 mit der Bürgermeister-Stolten-Medaille ausgezeichnet hatte. Außerdem wurde er 1987 als Ehren-Schleusenwärter ausgezeichnet.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Bergedorf.

Körber-StiftungBearbeiten

Später wurden alle stifterischen Aktivitäten in der 1959 gegründeten Körber-Stiftung zusammengefasst, die heute auch Alleineigentümerin der Körber AG ist.

EhrungenBearbeiten

2007 wurde das Gymnasium Billstedt in Hamburg in Kurt-Körber-Gymnasium umbenannt. Im Hamburger Stadtteil Bergedorf ist die Kurt-A.-Körber-Chaussee nach ihm benannt.

FilmBearbeiten

  • 1974: Kurt A. Körber. Reihe: Mäzene. Eine Produktion des Saarländischen Rundfunks/Fernsehen (15 Minuten). Buch und Regie: Klaus Peter Dencker

LiteraturBearbeiten

  • Jan-Peter Domschke, Sabine Dorn, Hansgeorg Hofmann, Rosemarie Poch, Marion Stascheit: Mittweidas Ingenieure in aller Welt. Hochschule Mittweida (Hrsg.): Mittweida 2014, S. 60f.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bundesverband Deutscher Stiftungen: Bisherige Preisträger auf http://www.stiftungen.org/files/original/galerie_vom_30.11.2005_11.57.49/Bisherige_Preistraeger.pdf [8. Juni 2006]