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Kommissar Marthaler – Ein allzu schönes Mädchen

Kommissar Marthaler – Ein allzu schönes Mädchen ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2015 und die Fortsetzung zu Die Braut im Schnee und Marthaler – Partitur des Todes. Der für das ZDF produzierte Kriminalfilm basiert auf dem gleichnamigen Roman aus der Marthaler-Krimireihe von Jan Seghers und wurde zusammen mit dem Folgefilm Kommissar Marthaler – Engel des Todes gedreht. Regie führte erneut Lancelot von Naso, der das Drehbuch zusammen mit Kai-Uwe Hasenheit verfasste. Der Film spielt in Frankfurt am Main und wurde auch dort sowie in Berlin und Saarbrücken gedreht.

Filmdaten
OriginaltitelKommissar Marthaler – Ein allzu schönes Mädchen
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2015
Länge90 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieLancelot von Naso
DrehbuchLancelot von Naso
Kai-Uwe Hasenheit
nach dem Roman von Jan Seghers
ProduktionSusanne Freyer
MusikOliver Thiede
KameraLars Liebold
SchnittKilian von Keyserlingk
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Spätabends fährt ein Auto durch die elsässischen Vogesen. Es kommtvon der Straße ab und überschlägt sich mehrmals. Nach dem Unfall steigt eine weibliche Person unverletzt als einzige aus dem Unfallwagen und verschwindet in die Dunkelheit.

Drei Jahre später wird Kommissar Marthaler, der eigentlich mit seiner schwangeren Freundin Tereza Urlaub machen wollte, zu einem Mord an einem Autobahnbrückenpfeiler gerufen. Der Tote wurde niedergestochen und von einem Fahrradfahrer gefunden, welcher nach dem Fund zur Arbeit in das Hotel Frankfurter Hof gefahren ist und dort dem Schleusenarbeiter seine Daten hinterlassen hat. Marthaler und seiner Kollegin Kirsten Höpfner erzählt dieser, dass er einen roten Alfa Romeo am Tatort gesehen hatte und sich auch das Kennzeichen merken konnte.

Im Kommissariat wird als Halter ein Zuhälter ausfindig gemacht, der nicht zuhause ist, sondern dessen Bruder. Marthaler, Kirsten Höpfner und Manfred Petersen überprüfen ihn und erhalten von ihm den Kaufvertrag des Alfa Romeos. Der Tote war der Käufer und ein Bräutigam, der mit dem Auto zuvor mit zwei Freunden eine Spritztour durch Deutschland gemacht hatte. Auf der Hochzeit erfahren Marthaler und Kirsten Höpfner, dass auch der Trauzeuge des Bräutigams, Pepe Bartozek, nicht aufgetaucht ist. Vom Standesbeamten machen sie sich auf den Weg zu ihm, treffen aber auf die Ehefrau und den Sohn des Alfa Romeo-Verkäufers Jörg Gessner. Die Frau hat Angst vor ihrem Ehemann und wusste sogar, dass das Opfer heiraten würde. Dennoch weiß sie nicht, wo sich die anderen Freunde des Opfers aufhalten.

Währenddessen hat Marthaler Beziehungsprobleme mit seiner Freundin Tereza. Sie trifft sich mehrmals mit einem unbekannten Mann, der ihre Herkunftssprache spricht und mehrmals spät wegbleibt. Das macht Marthaler eifersüchtig und sorgt sogar für eine kurzzeitige Beziehungspause zwischen den beiden, als er während der Ermittlungen spätnachts die beiden in flagranti zusammen sieht. Es handelt sich um Terezas Ex-Freund aus Studienzeiten Ludwig Slama.

Die Mutter des flüchtigen Trauzeugen Pepe Bartozek erzählt Marthaler und Kirsten, dass ihr Sohn sie angerufen habe und sie sich Sorgen um ihn mache, da er schon einmal im Gefängnis saß. Da die pathologische Untersuchung ergibt, dass das Opfer kurz vor seinem Tod noch Sex hatte, könnte eine Frau im Spiel sein. Jedoch hat Polizeioberrat Herrmann den Zuhälter Gessner im Visier und lässt einen Haftbefehl ausstellen. Doch bevor die eingeleitete Großfahndung beginnen kann, taucht Gessner, zusammen mit seinem Anwalt, in Marthalers Büro auf und erzählt in einer freiwilligen Zeugenaussage, dass er das Opfer kannte. Dennoch wird er aufgrund des Haftbefehls verhaftet.

Am nächsten Morgen wird der verschwundene Alfa Romeo gefunden, zusammen mit dem zweiten Mordopfer des Trios. Das veranlasst Marthaler und Kai Döring die Clubs im Frankfurter Rotlichtmilieu zu untersuchen, ob die drei Freunde dort gefeiert haben. Eine Barkeeperin erzählt den beiden Kommissaren, dass der Besuch der drei Männer nur kurz war. Währenddessen wird der flüchtige Pepe Bartozek gefunden, kann aber erneut fliehen, als zwei Polizeibeamte ihn stellen wollen und hat dabei eine der Dienstwaffen an sich gerissen. Einer der beteiligten Beamten ist der Bruder von einem verstorbenen Kollegen aus dem ersten Fall, was Marthaler ein wenig stutzig macht. Inzwischen hat Petersen sich den Kaufvertrag des Alfa Romeos angesehen und anhand des Kilometerstands und des Benzinstandes kann das Team die Suche für die Junggesellenabschiedstour eingrenzen. In einer Tankstelle bekommen Marthaler und Petersen die Videoüberwachungen und erkennen eine Frau im Auto. Auf der Fahrt zurück nach Frankfurt wird bekannt, dass Pepe Bartozek im Einkaufszentrum myZeil gefunden wurde und eine Geisel hat. Marthaler versucht auf ihn einzureden, doch dieser nimmt sich durch einen Sprung vom obersten Stockwerk das Leben.

Marthaler bekommt durch einen internen Aufruf von einem Kollegen aus Saarbrücken den entscheidenden Hinweis auf die Frau. Das Mädchen wird seit 3 Jahren als vermisst gemeldet, nachdem der Wagen in den elsässische Vogesen den Unfall hatte. Ein anonymes Schreiben macht Marthaler stutzig, denn der Vater des vermissten Mädchens war Lehrer und wollte Direktor des örtlichen Gymnasiums werden, wurde aber von diesem Schreiben aus dem Beamtendienst entlassen, was zu dem Unfall mit Todesfolge an sich und weitere Familienmitglieder geführt hatte.

Eine weitere erstochene Leiche wird im Hotel Frankfurter Hof gefunden. Dieses Mal hat der Zeuge keinerlei Ahnung, da er zu dem Tatzeitpunkt bei einem Fußballspiel mit anschließender Übernachtung auf einem Polizeirevier war. Marthaler leitet eine Großfahndung durch die Information aus Saarbrücken ein, da er das flüchtige Mädchen namens Manon Schuhmann des Mordes verdächtigt. Nach einer langen Recherche erfährt Marthaler den letzten Aufenthaltsort im Elsass. Im dortigen Gasthof ist das Mädchen kein gutes Gesprächsthema, da sie die beiden Söhne des dortigen Gasthofes auf sich aufmerksam gemacht hatte, sodass ein brüderliche Streit entstand, und sie bei einer alten Frau gelebt hatte, die Experimente mit toten Tieren und Kräutern gemacht hatte. Marthaler durchsucht das Haus und findet die Tagebücher von Manon, die er mitnimmt.

Manon Schuhmann wird am Frankfurter Hauptbahnhof gefunden und nach einer Verfolgungsjagd festgenommen, verweigert aber jegliche Aussage. Am Abend wird Marthaler vor seiner Haustüre niedergeschlagen und wird ins Krankenhaus gebracht, wo er sich mit Tereza wieder versöhnt. Seine Kollegen Döring, Petersen und Höpfner erzählen, dass ein junger Mann namens Jean-Luc Giroud, einer der Söhne des Wirtes, ihn niedergeschlagen und die Morde begannen habe und sich deswegen freiwillig gestellt hatte, aufgrund seiner Liebe zu Manon. Doch während der Vernehmung werden beide Hauptverdächtige vom Untersuchungsrichter Dr. Sammer wieder freigelassen, da er keine brauchbaren Beweise erkenne, lässt aber Manon in eine Psychiatrie einweisen. Doch Giroud kam zuvor und hat Manon aus der Einrichtung entführt und will sie nach Frankreich bringen, da die deutschen Polizisten ihn dort nichts anhaben können. Marthaler, Höpfner und Petersen können ihn kurz vor der deutsch-französischen Grenze stoppen und ihn überzeugen, dass er Manon freilasse. Giroud flieht nach Frankreich und Manon wird nach Frankfurt zurückgebracht, da man nicht weiß, ob sie bei den Morden zurechnungsfähig gewesen ist. Sie beobachtet den Sonnenuntergang und spricht das erste Mal mit den Kommissaren.

Marthaler und Tereza versöhnen sich endgültig in Carlos Restaurant, indem Marthaler Tereza einen Heiratsantrag macht, den sie annimmt.

HintergrundBearbeiten

Nachdem Marthaler – Partitur des Todes quotenmäßig erneut erfolgreich im ZDF lief, wurde eine Fortsetzung beschlossen. Die Dreharbeiten liefen von Ende April bis Ende Juli an und wieder wurde in Frankfurt und Berlin gedreht. Dieses Mal wurden zwei Filme gleichzeitig gedreht, darunter auch Kommissar Marthaler – Engel des Todes. Der Film befasst sich mit dem ersten Buch, da Die Braut im Schnee der erste Film der Reihe war, und man sich der Reihe anpassen wollte, jedoch wurden einige Handlungszüge geändert, da Marthalers Freundin zu diesem Zeitpunkt noch nicht schwanger war. Am 1. Mai 2015 hatte Kommissar Marthaler – Ein allzu schönes Mädchen seine Fernsehpremiere auf arte und wurde am 12. Oktober 2015 im ZDF ausgestrahlt.

KritikBearbeiten

Die Kritik fiel gemischt aus.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb: Wer es gern kompliziert mag und gern bis zur letzten Minute rätselt, ob nun der dritte oder vierte Verdächtige der Schuldige sein könnte, ist bei „Kommissar Marthaler“ an der richtigen Adresse. Er kann die Haftbefehle gar nicht so schnell beantragen, wie das zwielichtige Personal wechselt. Wobei der Untersuchungsrichter vielversprechende Figuren mit Vorliebe zur falschen Zeit wieder nach Hause schickt. Damit Marthaler und seine Kollegen ihnen aufs Neue nachjagen. So etwas kann ganz schön anstrengend werden. Zum Glück gibt es zum Schluss bei Carlos, dem Mann von der Spurensicherung, der abends ein italienisches Restaurant führt, einen Grappa. Marthaler hat ihn meist nötig.[1]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten