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Junge Grüne (Schweiz)

Partei in der Schweiz
Junge Grüne (Schweiz)
Logo Junge Grüne Schweiz
Gründungsdatum: 2004 (mehrere Sektionen früher)
Ideologie: Ökosozialismus, Politische Ökologie
Präsidium: Maja Haus, Luzian Franzini, Kevin Morisod
Generalsekretär: Cédric Bodoira, Vanessa Salamanca
Mitglieder: 2200
(Stand: 1. Mai 2016)
Parteigliederung: 20 Sektionen
(Stand: 1. Mai 2016)
Hausanschrift: Waisenhausplatz 21, 3011 Bern
Website: jungegrüne.ch

Die Jungen Grünen Schweiz sind die Jungpartei der Grünen Partei der Schweiz (GPS). Obschon sie politisch und organisatorisch unabhängig von der Mutterpartei sind, findet in den meisten politischen Themen eine Zusammenarbeit statt. Sie sind mit 20 Sektionen in vielen Kantonen vertreten.[1]

Inhaltsverzeichnis

PositionenBearbeiten

Die Jungen Grünen Schweiz sind eine ökologische und soziale Jungpartei. Ihre politischen Schwerpunkte sind die Energie-, die Verkehrs- und die Klimapolitik, sowie die soziale Gerechtigkeit, qualitativ hochwertige Bildung, Chancengleichheit aller Menschen, friedliche Konfliktlösung und eine offene und tolerante Schweiz. Sie wollen eine schnelle und massive Reduktion des CO2-Ausstosses, um die Emissionen auf eine Tonne CO2 pro Kopf und Jahr zu reduzieren. In der Verkehrspolitik streben sie mehrheitlich autofreie Städte an, fordern mehr Platz für Velos und eine Siedlungsplanung der kurzen Wege.

Die Jungen Grünen fordern den sofortigen Entscheid zum Atomausstieg. Sie unterstützen die Initiative ihrer Mutterpartei, der Grünen Schweiz, zum Atomausstieg, welche den Atomausstieg bis spätestens 2029 fordert. Die Stromversorgung soll durch die erneuerbaren Energien, die Energieeffizienz sowie die Reduktion der Energieverschwendung sichergestellt werden. Zur Förderung der Erneuerbaren streben sie eine unbeschränkte Einspeisevergütung (KEV) an. Damit würden genügend finanzielle Mittel bereitgestellt, um die ökologische Wende zu ermöglichen.

Die Jungen Grünen engagieren sich für ein besseres Bildungssystem, für die Gleichstellung von Frau und Mann und gegen die Diskriminierung aufgrund der Herkunft, des Aussehens, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und Identität oder eines anderen Merkmals. Sie streben die Abschaffung der Armee an und fordern stattdessen eine aktive Friedensförderung insbesondere durch die Förderung des fairen Handels. Nicht zuletzt setzen sie sich für einen starken und solidarischen Staat und gegen endlose Steuersenkungen für die Reichen ein. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist für sie ein ausgebauter Sozialstaat. Dazu gehören umfassende Sozialversicherungen sowie ein existenzsichernder Mindestlohn für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Die Grüne Jungpartei verlangt von der Schweiz ein stärkeres Engagement in der globalen Armutsbekämpfung und unterstützt darum den Ausbau der Entwicklungszusammenarbeit. Das Ziel soll sein, die Globalisierung sozial gerecht wie auch ökologisch nachhaltig zu gestalten. Aus diesen Gründen vernetzen sie sich international und sind insbesondere Mitglied der Federation of Young European Greens (FYEG) und der Global Young Greens (GYG).

Im Oktober 2012 ergriffen die Jungen Grünen zusammen mit anderen zumeist kleinen linken und christlichen Organisationen das Referendum gegen die Asylgesetzverschärfungen. Am 17. Januar 2013 wurde das Referendum mit rund 60'000 gültigen Unterschriften eingereicht. Sie sind auch Teil des Komitees «Nein zu neuen Kampfjets», das im Oktober 2013 zusammen mit einem bürgerlichen Komitee das Referendum gegen den Kauf des Gripen-Kampfjets ergriff. Das Referendum kam mit 80'000 Unterschriften zusammen.

InitiativenBearbeiten

Die Jungen Grünen waren die erste Jungpartei der Schweiz, die eine nationale Volksinitiative zu Stande brachte: Die Stopp-Offroader-Initiative[2], die einen absoluten Emissionsgrenzwert für die Neuzulassung von Personenwagen von 250 g CO2/km fordert. Die Initiative wurde am 20. März 2013 zugunsten eines Gegenvorschlages zurückgezogen.[3]

 
Lancierung der Zersiedelungsstopinitiative der Jungen Grünen

Im April 2015 lancierten die Jungen Grünen die Initiative Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung (Zersiedelungsinitiative)[4]. Die nationale Volksinitiative wurde am 21. Oktober 2016 mit 135 000 Unterschriften eingereicht und beinhaltet eine Plafonierung der momentanen Baufläche, sowie die Verpflichtung innovative und verdichtete Bauformen zu fördern.

Die Jungen Grünen lancierten im April 2016 ihre dritte Volksinitiative, Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten, zusammen mit der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA). Sie fordert, dass die Nationalbank und Pensionskassen keine Investitionen in Kriegsmaterialproduzenten tätigen dürfen.[5]

OrganisationBearbeiten

Das Präsidium ist mit Luzian Franzini, Maja Haus und Kevin Morisod besetzt (Stand von Februar 2019).[6] Die Koordinationsstelle (Sekretariat) wird von Vanessa Salamanca und Cédric Bodoira geleitet. Das Präsidium und die beiden Koordinator*Innen bilden zusammen die Geschäftsleitung[7]. Diese wiederum ist neben den Vertretern aus den kantonalen Sektionen Teil des Vorstands der Jungen Grünen Schweiz.

Im Januar 2016 stellten sich vier Kandidaten zur Wahl, bei welcher Judith Schmutz und Luzian Franzini bereits im ersten Wahlgang gewählt wurden.[8] Zuvor wurde die Jungpartei durch Andreas Lustenberger, Lena Frank und Ilias Panchard geleitet. Im Februar 2012 wurde Lena Frank ins Co-Präsidium und Andreas Lustenberger ins Vize-Präsidium gewählt. Als Ersatz für den langjährigen Präsidenten Martin Neukom, wurde Andreas Lustenberger am 1. September 2012 neu ins Co-Präsidium gewählt. Zur Stärkung der Romandie wurde das Präsidium im September 2013 auf drei Personen erweitert. Die französischsprachige Schweiz wird seitdem vertreten durch Ilias Panchard.

Die Jungen Grünen sind in 20 Kantonen mit einer Sektion vertreten. Sie setzen vor allem auf das Engagement und die Strassenpräsenz der Jugend gesetzt, um mit Kundgebungen, Unterschriftensammlungen und ähnlichen Aktionen ihren Zielen näher zu kommen. Mehrmals pro Jahr werden Weekends und Mitgliederversammlungen durchgeführt. Seit 2015 veranstalten sie ein Bildungslager, das traditionell über Auffahrt stattfindet. Mehrere Mitglieder sind in den lokalen und kantonalen Parlamenten vertreten. Landesweite Bekanntheit besitzen besonders Bastien Girod, ursprünglich bei den Jungen Grünen, dann bei den Grünen, der 2007 in den Nationalrat gewählt wurde, sowie Aline Trede, ehemalige Vize-Präsidentin und Nationalrätin der Grünen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Junge Grüne in den Kantonen
  2. Eidgenössische Volksinitiative «für menschenfreundlichere Fahrzeuge» zustande gekommen. In: admin.ch. 11. September 2008, abgerufen am 13. Mai 2019.
  3. Zeitungsbericht über das Zurückziehen der Offroaderinitiative. Abgerufen am 12. Mai 2016.
  4. Offizielle Seite der Initiative. Abgerufen am 12. Mai 2016.
  5. Kriegsgeschäfte-Initiative. Abgerufen am 5. Februar 2018.
  6. Geschäftsleitung. In: jungegruene.ch. Archiviert vom Original am 24. Februar 2019; abgerufen am 24. Februar 2019 (Originalseite nicht persistent; Angaben beruhen auf archivierter Version).
  7. Eigendarstellung der Jungen Grünen zur Geschäftsleitung, abgerufen am 1. Januar 2014
  8. Ein neues Co-Präsidium für die Jungen Grünen Schweiz. In: JGS. Abgerufen am 12. Mai 2016.