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Jühnsdorf

Ortsteil der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Jühnsdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.

Jühnsdorf
Koordinaten: 52° 18′ 5″ N, 13° 23′ 0″ O
Höhe: 37 m ü. NN
Fläche: 19,8 km²
Einwohner: 286 (30. Jun. 2018)
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15831
Vorwahl: 03379

GeografieBearbeiten

Teile des Naturschutzgebiets Rangsdorfer See liegen im Süden des Gemeindegebiets von Jühnsdorf.

GeschichteBearbeiten

Nach archäologischen Funden wurde die Gegend bereits während der Steinzeit von Menschen bewohnt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt allerdings erst von 1375, damals als Joensdorf. Eine erste indirekte Erwähnung stammt bereits aus dem Jahr 1340 als ein Heiso de Gudensdorp in einer märkischen Urkunde erscheint.[1] Der Name leitet sich vom Personennamen Godin ab.[2] Das Dorf besaß eine Fläche von 39 Hufen. Die Bezeichnung des Ortes änderte sich in den folgenden Jahrhunderten vielfach. So wurde 1375 von Gudensdorp, 1450 von Jodenstorff, 1480 von Judenstorp und 1652 von Göhnsdorff gesprochen. Zum Zeitpunkt der Ersterwähnung gehörten vier der Hufe zur Pfarrei. Es lebten auch 18 Kossäten hier. 1450 wurde die Fläche des zum Dorf gehörenden Landes mit 40 Hufen angegeben, die Zahl der Kossäten hatte sich auf zwölf verringert.

 
Gutshaus, 1824 von der Familie von dem Knesebeck erbaut

Ähnlich häufig wie der Name des Ortes und des Ritterguts wechselten auch seine Besitzer. So war es 1480 Milow, ihm folgten die Familien von Schlabrendorf, Ende des 16. Jahrhunderts die von Hake, ab 1652 von Otterstedt, ab 1785 von Redern, ab Ende des 18. Jahrhunderts von der Groeben und 1823–1919 von dem Knesebeck. 1945 wurde es durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet. Es diente dann als eine Landwirtschaftsschule. 1996 erwarb es die Familie Münstermann-Laartz und sanierte es.[3]

Ende des 18. Jahrhunderts wurden 170, Ende des 19. Jahrhunderts 260 und 262 Einwohner am 1. März 2004 gezählt. Am 26. Oktober 2003 wurde Jühnsdorf nach Blankenfelde-Mahlow eingemeindet.[4]

PolitikBearbeiten

Seit den Kommunalwahlen 2014 ist Andreas Dreßler Ortsvorsteher des Ortsteils Jühnsdorf.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Feldsteinkirche, 14. Jahrhundert
 
Knesebeck-Gräber
  • Die Dorfkirche Jühnsdorf wurde im 14. Jahrhundert aus Granitquadern errichtet und später häufig umgestaltet. So wurde 1869 durch den Baumeister Klehmet aus Zossen im Westen ein Kirchturm aus gelbem Backstein und im Osten eine Apsis angebaut. Weiterhin ließ er die Fenster vergrößern und als Rundbogen gestalten. Klehmet verstärkte und erhöhte auch die Mauern des Kirchenschiffs. 1898 erfolgte eine Umgestaltung des Inneren der Kirche.[5] 1999 wurde das Innere der Kirche renoviert und 2002 erhielt die Apsis ein neues Dach. 2016 bekam die Kirche drei neue Glocken, wobei zwei Glocken aus der profanierten Kirche Hl. Familie aus dem niedersächsischen Rodewald stammen.[6] Eine Grabtafel im Inneren der Kirche erinnert an Louise von Hake († 1737) und ist mit wappenhaltenden Engeln verziert.
  • Grabmal für die Familie von dem Knesebeck
  • Die Erbbegräbnisstätte Lademann mit gusseisernen Kreuzen und dem Grabstein für den Heimatforscher Dr. Willi Lademann (1884–1976).
  • Der Nachtwächter hatte sich 1813 bei der Schlacht bei Großbeeren in der alten Linde an der Südseite der Kirchhofsmauer versteckt.[7]
  • Die Schäferei stammt aus dem Jahr 1848. Damit ist das Haus das älteste erhaltene Feldsteinwohnhaus des Dorfes.
  • Die Dorfschmiede befindet sich vor dem ehemaligen alten Lindengasthof.
  • Teile des Landschaftsschutzgebiets Diedersdorfer Heide und Großbeerener Graben gehören zum Ortsteil.

WirtschaftBearbeiten

Die Wirtschaft Jühnsdorfs wird durch Kleingewerbe und Landwirtschaft bestimmt.

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg. Band 1, de Gruyter, Berlin 1974, ISBN 3-11-003420-4, S. 92–93 (Photomechan. Nachdruck von: Berlin 1857).
  • Willy Spatz: Unser Teltow. Band 3. Verlag Robert Rohde, Berlin 1912.
  • Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Gsellius, Berlin 1940, S. 85–86.
  • Lieselott Enders, Margot Beck: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil IV: Teltow. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1976.
  • Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch. Teil 3: Die Ortsnamen des Teltow. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1972.
  • Kurt Pomplun: Der mittelalterliche Dorfkirchenbau auf dem Teltow (= Berliner Blätter für Vor- und Frühgeschichte. Band 9). Berlin 1960, S. 1–32 (Festschrift für Karl Hohmann).
  • Norbert Diering et al.: Amt Blankenfelde-Mahlow : die Gemeinden im Wandel der Zeit. 1997, ISBN 3-89570-318-4, S. 127–144.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jühnsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

FußnotenBearbeiten

  1. Enders & Beck, S. 111
  2. Schlimpert, S. 99
  3. Märkische Allgemeine vom 10. Januar 2017
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. Dorfkirche Jühnsdorf (Memento vom 17. Oktober 2007 im Internet Archive)
  6. http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Dorfkirche-bekommt-drei-neue-Glocken
  7. Geschichte (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)