Ingeborg Schöner

deutsche Schauspielerin

Ingeborg Schöner (* 2. Juli 1935 in Wiesbaden) ist eine deutsche Schauspielerin, ausgebildete Zen-Lehrerin und Buchautorin.

Ingeborg Schöner

KarriereBearbeiten

FilmBearbeiten

Nach dem Abitur studierte die Kaufmannstochter Ingeborg Schöner sieben Semester Philologie,[1] nach anderen Angaben zehn Semester Germanistik[2] und arbeitete nebenher als Fotomodell, bevor sie eine umfassende Schauspielausbildung begann. Zum Film wurde sie zufällig von der Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin Maria Osten-Sacken beim Besuch eines Filmstudios entdeckt. In der Bundesrepublik Deutschland drehte sie ab 1954 und repräsentierte im Nachkriegskino längere Zeit das gute, anständige Mädchen. Ihre Filmpartner waren u. a. Curd Jürgens, Götz George, Peter Alexander und Gunther Philipp.

Im internationalen Film konnte sie ihr Temperament vor allem in Abenteuer- und Historienfilmen zeigen. Bereits Ende der 1950er Jahre erhielt sie zahlreiche Filmangebote aus Italien und drehte dort, primär als Inge Schoener mit Top-Stars wie Vittorio de Sica und Alberto Sordi unter der Regie von Antonio Pietrangeli oder Dino Risi. In Frankreich spielte sie u. a. neben Fernandel und Charles Aznavour. 2013 erhielt sie die weibliche Hauptrolle in der internationalen Kino-Produktion Guten Tag, Ramón von 20th Century Fox.

FernsehenBearbeiten

1958 erhielt Schöner ihre erste Fernsehrolle in Die Abiturientin, eine Live-Produktion des NDR. Bereits ein Jahr später wirkte sie in der US-TV-Serie Tales of the Vikings von Kirk Douglas’ Produktionsfirma Bryna Productions mit. Auch in französischen Serien und Fernsehfilmen spielte sie in den 1960er und 1970er Jahren verschiedene Rollen. Für die Co-Produktion Paul Temple von BBC und ZDF stand sie 1972 vor der Kamera.

In den 1970er und 1980er Jahren war Ingeborg Schöner vermehrt als Fernsehschauspielerin in Deutschland aktiv. Von 1980 bis 2008 spielte sie eine Dauerrolle in der Krimiserie SOKO 5113; zunächst als Kriminalkommissarin Anna Herbst, später als Ehefrau von Hauptkommissar Horst Schickl, dargestellt von Wilfried Klaus. Letztmals sah man sie in dieser Rolle am 23. März 2008 in der Spielfilm-Folge Die Akte Göttmann, in der auch Wilfried Klaus nach 30 Jahren seinen Abschied von der Serie nahm. Seitdem ist sie vereinzelt in Gastrollen aktueller Fernsehproduktionen zu sehen, z. B. Die Rosenheim-Cops oder Hubert und Staller.

TheaterBearbeiten

Ab 1967 war sie unter anderem am Theater an der Kleinen Komödie München, an der Berliner Komödie, am Theater Die Kleine Freiheit München und am Rheinischen Landestheater Neuss engagiert. 1981 trat Ingeborg Schöner bei den Gandersheimer Domfestspielen in Bad Gandersheim in Zuckmayers Hauptmann von Köpenick (als Frau Bürgermeister) und in Lessings Nathan der Weise (als Sittah) auf. Sie wurde in diesem Jahr für ihre Leistungen mit dem „Roswitha-Ring“ ausgezeichnet.[3][4]

LebenBearbeiten

Ingeborg Schöner war mit dem Schauspieler und Regisseur Georg Marischka seit Anfang der 1960er Jahre verheiratet. Aus der Ehe stammen die Töchter Nicole, ebenfalls Schauspielerin, sowie Juliette Marischka, die seit 1995 als Nachrichtenredakteurin bei Antenne Bayern tätig ist und Anfang der 1990er Jahre für Tele 5 das Nachrichtenmagazin Fazit moderierte. Ihre Enkelkinder Gioia und Nico sind ebenfalls als Schauspieler tätig. Nico Marischka war ab Februar 2020 in der Neuverfilmung von Lassie come home in den Kinos zu sehen.

Seit 1982 ist sie Schülerin von Zen-Meister Willigis Jäger. Im Juni 2011 wurde sie von ihm zur Zen-Lehrerin seiner Zenlinie Leere Wolke ernannt.

FilmografieBearbeiten

Kino (Auswahl)Bearbeiten

Fernsehen (Auswahl)Bearbeiten

  • 1958: Die Abiturientin (Fernsehfilm)
  • 1959: Tales of the Vikings (US-Fernsehserie)
  • 1963: Das tödliche Patent (Fernsehfilm)
  • 1964: Die Verbrecher (Fernsehfilm)
  • 1969: Doppelagent George Blake
  • 1970: Die lieben Freunde (Fernsehfilm)
  • 1971: Paul Temple (Fernsehserie, Folge: Die Probleme des Herrn von Leverkühn)
  • 1971: Kolibri (Fernsehfilm)
  • 1972: Kopf oder Zahl (Fernsehfilm)
  • 1972: Mandrin (französische TV-Produktion)
  • 1972: Tatort – Strandgut (Fernsehreihe)
  • 1972: Drei Partner (Fernsehfilm)
  • 1972: Alles wegen George – Pilotfilm zur Serie (All about George)
  • 1973: Kinderheim Sasener Chaussee – Die Unzertrennlichen
  • 1975: Eurogang – Ein Wagen voll Madonnen (Fernsehserie)
  • 1976: Graf Yoster gibt sich die Ehre (Fernsehserie, zwei Folgen)
  • 1976: Die Schönheitsgalerie (Fernsehserie)
  • 1976: La pêche miraculeuse (französische TV-Produktion)
  • 1977: Der Führerschein (Fernsehfilm)
  • 1978: Jean-Christophe (französische TV-Produktion)
  • 1979: Tatort – Ende der Vorstellung
  • 1980–2007: SOKO 5113 (Fernsehserie, 60 Folgen)
  • 1982: Satan ist auf Gottes Seite (Fernsehfilm)
  • 1983: Die Krimistunde (Fernsehserie, Folge 5, Episode: "Der Handschuhtäter")
  • 1985–1987: Die Montagsfamilie (Fernsehserie)
  • 1987–1989: Hessische Geschichten (Fernsehserie)
  • 1990: Ein Fall für zwei – Bumerang (Krimiserie)
  • 1992: Derrick – Kein teurer Toter (Fernsehserie)
  • 1992–1997: Der Bergdoktor (Fernsehserie, 30 Folgen)
  • 1993: Rosen für Afrika (Fernsehfilm)
  • 1995: Ciao Bello – Das geborgte Nest (Fernsehfilm)
  • 1996: Schlosshotel Orth (Fernsehserie, 2 Folgen)
  • 1997: Rosamunde Pilcher – Zwei Schwestern (Fernsehfilm)
  • 1998: Unter der Sonne Afrikas (Fernsehserie)
  • 1999: Heimatgeschichten – Der Schatzgräber (Fernsehfilm)
  • 2003: Rosamunde Pilcher – Paradies der Träume (Fernsehfilm)
  • 2007: Unser Charly – Unbekannt verzogen (Familienserie)
  • 2008: Die Rosenheim-Cops – Ein letzter Drink (Krimiserie)
  • 2008: Die Akte Göttmann (Serien-Special SOKO 5113)
  • 2012: Heiter bis tödlich: Hubert und Staller – Ein Stück vom Kuchen (Krimiserie)
  • 2016: Die Rosenheim-Cops – Ein verflixtes Geschenk (Krimiserie)
  • 2021: Die Bestatterin – Die unbekannte Tote

WerkeBearbeiten

HörbuchBearbeiten

BildbandBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart, S. 931
  2. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, S. 163
  3. Stadt Gandersheim Roswitha-Ring
  4. Ingeborg Schöner bei schauspielervideos.de