Horitschon

Gemeinde in Österreich

Horitschon (ungarisch Haracsony, kroatisch Haračun) ist eine Marktgemeinde im Burgenland im Bezirk Oberpullendorf in Österreich.

Marktgemeinde
Horitschon
Wappen Österreichkarte
Wappen von Horitschon
Horitschon (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 18,73 km²
Koordinaten: 47° 35′ N, 16° 33′ OKoordinaten: 47° 35′ 22″ N, 16° 32′ 48″ O
Höhe: 239 m ü. A.
Einwohner: 1.827 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 98 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7312
Vorwahl: 02610
Gemeindekennziffer: 1 08 05
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptstraße 43
7312 Horitschon
Website: www.horitschon.at
Politik
Bürgermeister: Georg Dillhof (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2017)
(21 Mitglieder)
10
9
2
10 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Horitschon im Bezirk Oberpullendorf
DeutschkreutzDraßmarktFrankenau-UnterpullendorfGroßwarasdorfHoritschonKaisersdorfKobersdorfLackenbachLackendorfLockenhausLutzmannsburgMannersdorf an der RabnitzMarkt Sankt MartinNeckenmarktNeutalNikitschOberloisdorfOberpullendorfPilgersdorfPiringsdorfRaidingRitzing (Burgenland)Steinberg-DörflStoobUnterfrauenhaidUnterrabnitz-SchwendgrabenWeingrabenWeppersdorfBurgenlandLage der Gemeinde Horitschon im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland. Gemeinsam mit seinen Nachbargemeinden Deutschkreutz, Neckenmarkt und Lutzmannsburg zählt Horitschon zu den Hauptorten des Blaufränkischlandes. „Blaufränkischland“ ist jedoch keine geografische Bezeichnung, sondern eine reine Gebietsvermarktungsbezeichnung.[1]

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften bzw. gleichnamigen Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[2]):

NachbargemeindenBearbeiten

Neckenmarkt
  Deutschkreutz
Raiding Großwarasdorf

GeschichteBearbeiten

 
Horitschon (rechts oben) um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Horitschon in der Provinz Pannonia.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Marktgemeinde ist Horitschon seit 1983.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 
Pfarrkirche Hl. Margaretha in Horitschon
 
Kirchenchronik, Kupfer­platte von 1979 an der Aufbahrungshalle am Friedhof

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Vereine, BrauchtumBearbeiten

Die Jugend Horitschon ist ein gemeinnütziger Verein, welcher die Förderung des dörflichen Zusammenlebens und die Brauchtums- und Heimatpflege bezweckt. Der Verein wurde im April 2018 gegründet und ist ein örtlicher, überparteilicher Verein, der jedes Mädchen und jeden Burschen von Horitschon ab dem 16. Lebensjahr aufnimmt.[4]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftssektorenBearbeiten

In den Jahren 1999 bis 2010 halbierte sich die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe. Trotz einer Zunahme der Produktionsbetriebe sank die Anzahl der dort Beschäftigten. Im Dienstleistungssektor nahm sowohl die Anzahl der Betriebe als auch die Anzahl der Erwerbstätigen zu.[5][6][7]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige 2)
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 102 209 64 59
Produktion 29 18 206 297
Dienstleistung 88 58 327 241

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, 2) Erwerbstätige am Arbeitsort

FlächennutzungBearbeiten

Über vierzig Prozent der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt, auf rund einem Viertel wird Wein angebaut und knapp unter zwanzig Prozent sind bewaldet.[8]

WeinbauBearbeiten

Horitschon zählt zum Weinbaugebiet Mittelburgenland.[9] Die Weinorte des Mittelburgenlandes vermarkten sich infolge der Dominanz des Blaufränkischanbaus als „Blaufränkischland“. Gemeinsam mit Neckenmarkt, Deutschkreutz und Lutzmannsburg zählt Horitschon zu den Hauptorten des Blaufränkischandes.[10] Die besten Weinbergslagen des Ortes zählen zu den angesehensten Lagen des Mittelburgenlandes.[11]

 
Weinlandschaft bei Horitschon

In den vergangenen Jahrhunderten war Horitschon zwar immer schon ein Weinbauort gewesen, auf eigenem Gemeindegebiet gab es früher jedoch vergleichsweise wenige Rebstöcke. Die meisten Weingärten hatten die Horitschoner in Raiding und Neckenmarkt, zu einem geringeren Teil auch in Unterpetersdorf und Deutschkreutz. Die ältesten Horitschoner Weingärten waren die „Gfangeräcker“, wahrscheinlich auch die Ried „Weingartengfanger“. Nach dem Ende des Feudalsystems, mithin ab 1848, wurden in Horitschon verstärkt Reben ausgepflanzt. Heute ist Horitschon ein ausgesprochener Rotweinort mit der Hauptsorte Blaufränkisch. Es befindet sich im Ort die größte Winzergenossenschaft des Bezirks Oberpullendorf.[12] Eine Reihe von Horitschoner Weinbaubetrieben hat überregional Bekanntheit erlangt.[13]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
49,59
(+9,70)
40,82
(−11,34)
9,59
(n. k.)


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 21 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[14] 2012[15] 2007[16] 2002[17] 1997[17]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
ÖVP 662 49,59 10 562 39,89 9 667 44,86 10 696 48,77 11 586 45,75 10
SPÖ 545 40,82 9 735 52,16 11 792 53,26 11 676 47,37 10 572 44,65 9
FPÖ 128 9,59 2 nicht kandidiert nicht kandidiert 55 3,85 0 123 9,60 2
LBL nicht kandidiert 112 7,95 1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert 28 1,88 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 1786 1794 1794 1750 1625
Wahlbeteiligung 82,98 % 87,12 % 89,69 % 89,89 % 88,80 %

GemeindevorstandBearbeiten

Neben Bürgermeister Georg Dillhof (ÖVP) und Vizebürgermeister Gerhard Petschowitsch (SPÖ) gehören weiters Johannes Forauer, Susanne Zach, Emmerich Kohlmann, Anton Leser und Gerhard Petschowitsch dem Gemeindevorstand an.[18]

Zum Gemeindekassier wurde Reinhard Artner und zum Umweltgemeinderat wurde Ernst Trettler gewählt.[18]

Ortsvorsteher Unterpetersdorf ist Josef Spanitz.[18]

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Georg Dillhof (ÖVP). Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 konnte er 54,88 % der Stimmen für sich verbuchen, während der seit 15. Oktober 2007 amtierende Gemeindechef Peter Heger (SPÖ) auf 45,12 % kam.[14] Dillhof wurde am 10. Oktober 2017 als neuer Bürgermeister angelobt. Heger verzichtete auf sein Gemeinderatsmandat und übte fortan nur mehr sein Mandat als Abgeordneter zum burgenländischen Landtag aus.[19] Damit wurde in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Franz Minasch (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.[18]

Chronik der BürgermeisterBearbeiten

 
Bürgermeister 2007–2017: Peter Heger

Quelle: Atlas Burgenland[20]

  • 1931 Paul Petschowitsch (CS)
  • 1938 Hermann Wessely (NSDAP)
  • 1950–1955 Franz Iby (ÖVP)
  • 1955–1967 Lorenz Fally (SPÖ)
  • 1967 Franz Haller (SPÖ)
  • 1971–1982 Franz Pusch (ÖVP)
  • 1982–1987 Rupert Petsovits (SPÖ)
  • 1987–15.10.2007 Anton Iby (ÖVP)
  • 15.10.2007–10.10.2017 Peter Heger (SPÖ)
  • seit 10.10. 2017 Georg Dillhof (ÖVP)

LiteraturBearbeiten

  • Anton Iby, Ilse Hutter, Rudolf Spadt et al.: Chronik anlässlich 800 Jahre Horitschon. (Begleitmaterialien: 1 Beilage unter dem Titel: Jubiläumsprogramm). Europrint, Oberwart 1996, OBV.
  • Judith Schöbel, Petra Schröck, Ulrike Steiner: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Oberpullendorf. Österreichische Kunsttopographie, Band 56. Berger, Horn 2005, ISBN 3-85028-402-6, S. 110–115.

WeblinksBearbeiten

Commons: Horitschon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das Blaufränkischland auf blaufraenkischland.at
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  3. 1. Burgenländischer Rotweinlehrpfad auf www.bmlfuw.gv.at. Abgerufen am 30. April 2017.
  4. Jugend Horitschon. Abgerufen am 14. Mai 2019 (deutsch).
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Horitschon, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 27. Oktober 2020.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Horitschon, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 27. Oktober 2020.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Horitschon, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 27. Oktober 2020.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Horitschon, Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, 31. Dezember 2019, abgerufen am 27. Oktober 2020.
  9. Mittelburgenland DAC auf oesterreichwein.at
  10. Johann Werfring: Rotweinfestival Mittelburgenland. In: „Wiener Zeitung“ vom 5. Juli 2019, Beilage „Wiener Journal“, S. 22.
  11. Vinaria Weinguide 2018/19. Edition LW Media, Krems 2018, ISBN 978-39504163-8-1, S. 402.
  12. J. Fally und A. Gebert: Blaufränkischland. Deutschkreutz 1997, ISBN 3-901573-04-6, S. 61–63.
  13. Vinaria Weinguide 2018/19. Edition LW Media, Krems 2018, ISBN 978-39504163-8-1, S. 402–428.
  14. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Horitschon 2017 (abgerufen am 22. Dezember 2017)
  15. Land Burgenland: Wahlergebnis Horitschon 2012 (abgerufen am 22. Dezember 2017)
  16. Land Burgenland: Wahlergebnis Horitschon 2007 (abgerufen am 22. Dezember 2017)
  17. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Horitschon 2002 (abgerufen am 22. Dezember 2017)
  18. a b c d Marktgemeinde Horitschon: Gemeindevertreter (abgerufen am 22. Dezember 2017)
  19. BVZ vom 18. Oktober 2017: Heger verzichtet auf Gemeinderat (abgerufen am 22. Dezember 2017)
  20. Atlas Burgenland: Horitschon (abgerufen am 22. Dezember 2017)