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Marktgemeinde
Kobersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kobersdorf
Kobersdorf (Österreich)
Kobersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 27,27 km²
Koordinaten: 47° 36′ N, 16° 24′ OKoordinaten: 47° 35′ 43″ N, 16° 23′ 32″ O
Höhe: 320 m ü. A.
Einwohner: 1.870 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 69 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7332
Vorwahl: 02618
Gemeindekennziffer: 1 08 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 38
7332 Kobersdorf
Website: www.kobersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Klaus Schütz (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(21 Mitglieder)
11
7
3
11 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Kobersdorf im Bezirk Oberpullendorf
DeutschkreutzDraßmarktFrankenau-UnterpullendorfGroßwarasdorfHoritschonKaisersdorfKobersdorfLackenbachLackendorfLockenhausLutzmannsburgMannersdorf an der RabnitzMarkt Sankt MartinNeckenmarktNeutalNikitschOberloisdorfOberpullendorfPilgersdorfPiringsdorfRaidingRitzing (Burgenland)Steinberg-DörflStoobUnterfrauenhaidUnterrabnitz-SchwendgrabenWeingrabenWeppersdorfBurgenlandLage der Gemeinde Kobersdorf im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Kobersdorf, links Schloss und Evang. Pfarrkirche, mittig Kath. Pfarrkirche
Kobersdorf, links Schloss und Evang. Pfarrkirche, mittig Kath. Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kobersdorf (ungarisch: Kabold, kroatisch: Kobrštof) ist eine Marktgemeinde mit 1870 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Burgenland im Bezirk Oberpullendorf in Österreich.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt am Fuß des Pauliberges, des jüngsten erloschenen Vulkans Österreichs, im Schwarzenbachtal im Mittelburgenland.

Teile des Gemeindegebietes gehören zum Naturpark Landseer Berge.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Kobersdorf (1058) samt Am Waldhof, Buchgraben und Neuberg
  • Lindgraben (210)
  • Oberpetersdorf (602)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kobersdorf, Lindgraben und Oberpetersdorf.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Jänner 1971 wurden die vordem selbständigen Gemeinden Lindgraben und Oberpetersdorf mit Kobersdorf zur Großgemeinde Kobersdorf zusammengelegt.[2]

GeschichteBearbeiten

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Kobersdorf dann in der Provinz Pannonia.

 
Kobersdorf (links oben) um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Kabold verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 bzw. 1920 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

In Kobersdorf gab es seit 1526 eine jüdische Gemeinde, die von Flüchtlingen aus Ödenburg gegründet wurde. Seit dem 18. Jahrhundert gehörte Kobersdorf zu den jüdischen Siebengemeinden des Burgenlandes. 1828 wohnten 746 Juden in Kobersdorf, bis 1934 sank ihre Zahl auf 172. Die 1860 erbaute Synagoge ist als einzige der Siebengemeinden noch erhalten und wird seit einer Restaurierung für Gedenkveranstaltungen genützt.[3]

Marktgemeinde ist Kobersdorf seit 1463.[4]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 
 
Schloss Kobersdorf, 1970
 
Katholische Pfarrkirche Kobersdorf
 
Evang. Pfarrkirche Kobersdorf

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

NaturBearbeiten

  • Kobersdorf ist eine Naturparkgemeinde im Naturpark Landseer Berge und besitzt ein weitverzweigtes Mountainbike-, Radfahr-, Reit- und Wandernetz, welches unter anderem am Naturpark Badesee Kobersdorf und dem Kobersdorfer Zeltlagerplatz vorbeiführt.
  • Kobersdorfer Sauerbrunn, eine öffentliche Wasserentnahmestelle bei dessen Wasser es sich um einen alkalischen Säuerling handelt, dessen Inhaltsstoffe Natrium, Kalzium, Magnesium und Eisen sich besonders zu Kur für Magen-, Darm- und Blasenleiden eigneten.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der Ort beheimatet einige Betriebe aus den verschiedensten Sparten:

  • Waldquelle (bekannter Mineralwasserhersteller)
  • Reitter Bau (Baufirma)
  • Basaltabbau am Pauliberg
  • Kobersdorfer Schlossbräu
  • Schlosserei Scheiber
  • Fleischerei Hausensteiner
  • Fleischerei Berger
  • Handarbeiten Pauer (Fachgeschäft für Handarbeiten und Wolle)

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
48,53
(-3,57)
30,43
(-1,29)
15,71
(-0,47)
3,16
(n. k.)
2,17
(n. k.)


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 21 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[5] 2012[6] 2007[7] 2002[8] 1997[8]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 692 48,53 11 805 52,10 11 797 52,43 11 828 57,34 13 678 56,64 12
ÖVP 434 30,43 7 490 31,72 7 465 30,59 7 562 38,92 8 413 34,50 7
ZDORFA1 224 15,71 3 250 16,18 3 250 16,45 3 nicht kandidiert nicht kandidiert
FPÖ 45 3,16 0 nicht kandidiert nicht kandidiert 54 3,74 0 106 8,86 2
Grüne 31 2,17 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert 8 0,53 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 1931 1950 1966 1892 1515
Wahlbeteiligung 81,41 % 85,18 % 82,15 % 80,13 % 89,97 %
A1 Liste Zukunft Dorf

Dem Gemeindevorstand gehören neben Bürgermeister Klaus Schütz (SPÖ) und den Vizebürgermeistern Hans Oberhofer (ÖVP) und Andreas Tremmel (SPÖ) die geschäftsführenden Gemeinderäte Arnold Gradwohl (SPÖ), Susanna Grössing (SPÖ), Werner Schöll (ZDORF) und Martin Tremmel (ÖVP) an (Stand Februar 2019).Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren[9]

 
Bürgermeister Klaus Schütz

Zum Ortsvorsteher von Lindgraben wurde, wie schon 2012, Arnold Gradwohl (SPÖ) bestellt.[10]

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Klaus Schütz (SPÖ). Er trat 2007 die Nachfolge von Manfred Fuchs (SPÖ) an.[7] Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 hatte er mit Vizebürgermeisterin Martina Pauer (ÖVP) sowie Werner Schöll (ZDORF), wie 2012,[6] wieder zwei Mitbewerber. Im ersten Wahlgang vom 1. Oktober 2017 verfehlte Schütz mit 47,53 % die qualifizierte Mehrheit; Pauer erreichte 33,18 % und Schöll schied mit 19,29 % aus. Die Stichwahl am 29. Oktober gewann Schütz mit 53,71 %, Pauer kam auf 46,29 %.[5] Pauer schied aus dem Gemeinderat aus, weshalb in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Johann Oberhofer (ÖVP) zum ersten Vizebürgermeister und Andreas Tremmel (SPÖ) zum zweiten Vizebürgermeister gewählt wurde.[10]

Die Leitung des Gemeindeamts hat Patricia Steiner über.[11]

WappenBearbeiten

  Blasonierung: „In Rot eine goldene Deichsel, begleitet von je einem sechsstrahligen goldenen Stern.

Die drei goldenen Sterne verweisen nicht nur auf die drei Ortsteile Kobersdorf, Lindgraben und Oberpetersdorf, die seit 1. Jänner 1971 zur Großgemeinde Kobersdorf vereinigt sind, sie deuten auch auf die drei vorherrschenden Konfessionen (Protestantismus, Katholizismus und Judentum) in Kobersdorf.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Kobersdorf unterhält eine Partnerschaft mit der baden-württembergischen Stadt Waldbrunn.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen mit Beziehung zur GemeindeBearbeiten

  • Theodor Kery (1918–2010), österreichischer Politiker (SPÖ), 1966–1987 Landeshauptmann des Burgenlandes, vor Ort verstorben

LiteraturBearbeiten

  • Erwin J. Hausensteiner: Die ehemalige jüdische Gemeinde Kobersdorf. Ein Buch der Erinnerung. Eigenverlag, Kobersdorf 2008, ISBN 978-3-85374-396-X.
  • Walter Feymann: Geschichte der Herrschaft Kobersdorf von ihren Anfängen bis zur Übernahme durch Fürst Palatin Paul Esterhazy. Diss. Wien 1970.

GalerieBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Gemeindeänderungen ab 1945 (Vereinigungen, Teilungen, Namens- u. Statusänderungen). Statistik Austria, S. 5, abgerufen am 6. Februar 2019.
  3. Jüdische Gemeinde Kobersdorf, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 23. Februar 2015.
  4. Dehio Burgenland 1976, S. 154 (durch VO 5 erfolgte Weiterverleihung).
  5. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Kobersdorf 2017 (abgerufen am 25. Dezember 2017)
  6. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Kobersdorf 2012 (abgerufen am 25. Dezember 2017)
  7. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Kobersdorf 2007 (abgerufen am 25. Dezember 2017)
  8. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Kobersdorf 2002 (abgerufen am 25. Dezember 2017)
  9. Gemeinderat. Marktgemeinde Kobersdorf, abgerufen am 6. Februar 2019.
  10. a b BVZ vom 15. November 2017: Kobersdorf bekommt einen neuen Vizebürgermeister (abgerufen am 26. Dezember 2017)
  11. Marktgemeinde Kobersdorf: Gemeindeamt (abgerufen am 26. Dezember 2017)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kobersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien