Henry Mayer (Radsportler)

deutscher Radrennfahrer
Henry Mayer (1904)
Mayer nach seinem Sieg beim Grand Prix de Paris

Henry Mayer (auch Henri Mayer; * 16. Januar 1878 in Hannover; † 1955 in Hildesheim) war ein deutscher Radrennfahrer.

Henry Mayer begann seine sportliche Laufbahn zunächst als Fußballer, bevor er auf das Rad umstieg und 1899 Profi als Flieger (Sprinter) auf der Bahn wurde.

In den folgenden Jahren fuhr Mayer auf zahlreichen Bahnen, vorzugsweise in Frankreich, wo er auch oft trainierte und sich zu einem exzellenten Taktiker entwickelte. Seine Fans dort gaben ihm den Spitznamen „Ya-Ya“. 1904 gewann er den Bahnklassiker Grand Prix de Paris vor Walter Rütt und Thorvald Ellegaard und 1905 den Grand Prix de l’UVF. Bei den Bahn-Radweltmeisterschaften (1904, 1905) wurde er einmal Zweiter (1907) und zweimal Dritter.

Mayer war der Grund für ein Zerwürfnis zwischen den deutschen Radsportverbänden und der Union Cycliste Internationale (UCI). In einem Zwischenlauf gegen seinen Freund Émile Friol wurden diesem der Sieg zuerkannt, wogegen die Deutschen erfolglos protestierten, mit allen ihren Fahrern die Weltmeisterschaft verließen[1] und dann für zwei Jahre aus der UCI austraten. 1912 trat Mayer, der als Spezialist für Stehversuche galt, vom aktiven Sport zurück.

Nach dem Ersten Weltkrieg stieg er nochmal auf das Rad und gelangte 1923 als 45-Jähriger sogar in den Endlauf der Deutschen Meisterschaft der Flieger. Anschließend wurde er in der Fabrik eines Verwandten tätig und wandte sich zudem seinem Hobby, dem Pferdesport, zu.

Im Alter von 77 Jahren starb Henry Mayer in einem Pflegeheim in Hildesheim.

LiteraturBearbeiten

  • Hans Borowik: 300 Rennfahrer in einem Band. Deutscher Schriftenverlag, Berlin 1937.
  • Sport-Album der Rad-Welt. 3. Jg., 1904, ZDB-ID 749618-7.
  • Walter Euhus: Speichensport. Hannovers historischer Radsport. Die Speiche, Langenhagen 2001, ISBN 3-9807011-0-7.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Henry Mayer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Interessengemeinschaft Radsport (Hrsg.): Der Radsport. Nr. 35/36/1948. Sportdienst Verlag Zademack und Noster, Köln, S. 2.