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Leben und WerkBearbeiten

Bofinger und seine Familie gelangten als Heimatvertriebene nach Niedersachsen. Helge Bofinger studierte an der Technischen Hochschule Braunschweig Architektur und arbeitete von 1968 bis 1969 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Zdenko Strižić.

1969 eröffnete Bofinger zusammen mit Margret Bofinger sein eigenes Büro Bofinger & Partner in Braunschweig. 1972 wurde er in den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufen und war von 1973 bis 1979 Vorstandsmitglied der BDA-Kreisgruppe Braunschweig. 1974 gründete er ein weiteres Büro in Berlin, wo er auch Gründungsmitglied und Bundesvorsitzender des Arbeitskreises Architektur und Denkmalschutz im BDA wurde. 1975 verlagerte er das Braunschweiger Büro nach Wiesbaden.

Bofinger nahm an der Internationalen Bauausstellung 1984 in Berlin teil, sein Entwurf wurde allerdings nicht ausgeführt. Erst 1992 beauftragte ihn die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, seinen Entwurf für die IBA in Berlin als Sitz der SPD-Parteizentrale, genannt Willy-Brandt-Haus, zu realisieren.

Von 1979 bis 1981 hatte Bofinger die Lehrstuhlvertretung für Josef Paul Kleihues an der Universität Dortmund inne. 1986 wurde Bofinger Nachfolger von Harald Deilmann auf den Lehrstuhl für Entwerfen und Gebäudetheorie an der Universität Dortmund berufen. Lehraufträge und Gastprofessuren an der Universität Stuttgart, der Universität Hannover, der Technischen Hochschule Darmstadt, der Universität Venedig, der Universität von Amsterdam, Universidade de Brasília, Universidade de São Paulo , Pontifícia Universidade Católica do Paraná und der Universität in Rosario (Argentinien) sowie der Academie van Bouwkunst in Rotterdam folgten. 1985 erhielt Bofinger eine Honorarprofessur an der Universität von Buenos Aires und den Titel eines Professor h. c. der Georgischen Technischen Universität in Tiflis. Er war Professor der International Academy of Architecture (IAA) in Sofia, Bulgarien.

Er engagierte sich langjährig im Vorstand des Vereins der Freunde des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt am Main und war dessen Ehrenmitglied. Er war Mitglied des Landesdenkmalrats in Berlin.

AuszeichnungenBearbeiten

Bauten (Auswahl)Bearbeiten

  • 1974: Kaufhaus Horten in Braunschweig (mit Margret Bofinger)
  • 1984: Deutsches Filmmuseum in Frankfurt am Main
  • 1988: Rathaus-Carrée in Saarbrücken
  • 1988: Zentrum „Sauerland“ in Wiesbaden
  • 1996: Willy-Brandt-Haus in Berlin, Sitz der Bundeszentrale der SPD
  • 2005: Haus der Wirtschaftsförderung / Saarländisches Wirtschaftsministerium in Saarbrücken

SchriftenBearbeiten

  • (mit Margaret Bofinger): Junge Architekten in Europa. 1983, ISBN 3-17-007713-9.
  • (mit Margaret Bofinger, Heinrich Klotz, Jürgen Paul): Architektur in Deutschland. Bundesrepublik und West-Berlin. 1988, ISBN 3-17-007148-3.
  • (mit Helmut Jacoby, Wolfgang Voigt): Helmut Jacoby. Meister der Architekturzeichnung. Wasmuth, Tübingen 2003, ISBN 3-8030-0612-0.

LiteraturBearbeiten

  • Helge Bofinger: Prof. Dipl.-Ing. Helge Bofinger. In: Valentin Wehfritz (Hrsg.): Lebensläufe von eigener Hand. Biografisches Archiv Dortmunder Universitäts-Professoren und -Professorinnen. Nr. 11. Dortmund 2007, S. 3–28 (tu-dortmund.de [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 13. Februar 2012]).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Prof. Helge Bofinger: Traueranzeige des Deutschen Architekturmuseums. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Juni 2018, abgerufen am 15. Juni 2018.