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Hans Schilling (Architekt)

deutscher Architekt
Abteikirche Königsmünster

Hans Schilling (* 4. April 1921 in Köln; † 19. Februar 2009 ebenda) war ein deutscher Architekt.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Hans Schilling wurde am 4. April 1921 mit seiner Zwillingsschwester Gretel geboren. Seine schulische Laufbahn begann auf der Volksschule in Köln-Nippes. Anschließend besuchte er das Kölner Hansa-Gymnasium und die Mittlere Knabenschule in Köln-Nippes. Der junge Schulabgänger absolvierte eine Bauzeichnerlehre im Büro des Kölner Architekten Karl Band. Nach zwei Jahren Ausbildung konnte er vorzeitig die Lehre beenden und arbeitete anschließend noch eineinhalb Jahre bei seinem Ausbilder.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Hans Schilling mit seinem Neffen ein Architekturbüro in Paderborn. Doch schon bald zog es ihn nach Köln zurück, und er entwarf viele Projekte in seiner Heimatstadt.

Im Alter von 34 Jahren ließ er sich als freier Architekt nieder. Im Jahr 1980 schloss sich Hans Schilling mit Peter Kulka zusammen. Trotz beruflicher Erfolge trennten sich beide bald wieder und gingen ihre eigenen Wege.

 
St.Stephanus - Münster (Westf,) Aaseestadt

Neben einigen bedeutenden Kirchenbauten gehören auch folgende Kölner Bauten zu seinen Werken: die Handwerkskammer, das Kolpinghaus, der Wiederaufbau des Gürzenich (1952–1955) zusammen mit Karl Band, J. Bernard und Rudolf Schwarz sowie das Maternushaus (1978–1983) mit Peter Kulka, außerdem zahlreiche Geschäfts- und Wohnhäuser und das Fleischhauer-Haus am Hohenzollernring.

Hans Schilling war Mitglied im Bund Deutscher Architekten, im Architektur Forum Rheinland e.V. sowie Ehrenmitglied im Deutschen Werkbund NW e.V. und im Trägerverein des Hauses der Architektur Köln. Der Kölner Architekt und Professor für Architektur an der MSA Münster, Johannes Schilling ist sein Sohn.

WerkBearbeiten

Zu seinen bedeutendsten Kirchenbauten zählen die Abteikirche Königsmünster in Meschede, die Friedenskirche „Zu den Heiligen Engeln“ in Wesel sowie Neu St. Alban in Köln.

Charakteristisch für Schillings Kirchenbauten ist oftmals der Fünfeckgrundriss, bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil mit lang herausgezogenem parabolischen Chorhaus, später ohne. Mit der Parabelform ist der „heilige Wurf“ des berühmten Kirchenbaumeisters Rudolf Schwarz aufgegriffen worden. Viele Kirchen von Hans Schilling zeigen Einflüsse von Le Corbusier und dessen berühmter Wallfahrtskapelle Notre Dame du Haut in Ronchamp, so beispielsweise die kleine Filialkirche „Zur Heiligen Familie“ in Reichshof-Feld mit ihren gekrümmten Außenwänden. Typisch für die Bauwerke von Hans Schilling sind auch die plastischen Aus- und Einbauten (oftmals Taufkapellen, Treppenhäuser, Sakramentskapellen).

Sakralbauten (Auswahl)Bearbeiten

 
Mutterhaus der Franziskanerinnen in Olpe
 
St. Alexander in Schmallenberg
 
Maternus-Haus-Köln, Rückseite mit Maternus-Saal
 
St. Michael (Lantenbach)

Profanbauten (Auswahl)Bearbeiten

 
Wohn- und Geschäftshaus, Vor Sankt Martin 12, Köln
  • Wohnhaus van Husen, Köln-Hahnwald, 1951
  • Haus Schilling, Köln, 1951
  • Siedlung Volkspark, Köln, 1949–1952
  • Haus Douglas, Köln, 1955
  • Haus Flach, Köln, 1955
  • Wohnhäuser, Köln, 1955–1956
    • Wohn- und Geschäftshaus Vor Sankt Martin 12[1][2]
  • Häuser Zimmermann, Köln, 1958
  • Haus Schmölz-Huth, Köln-Marienburg, 1958
  • Haus (Victor) Calles, Köln, 1958
  • Rheinpark Restaurant, Köln, 1957
  • Haus „Em Hahnen“, Alter Markt 24, Köln, 1958–1959 (zusammen mit Hans Spiertz) [3][2]
  • Haus Lappe, Köln, mit Stefan Wewerka, 1958
  • Handwerkskammer (westlicher Teil), Köln, 1956–1960
  • Stadthaus, Köln, 1960–1962
  • Ringhof, Köln, 1960
  • Geschäftshaus Wittkamp, Köln, 1965
  • Haus Stodden, Köln, 1965
  • Haus Hirtz, Köln, 1965
  • Kolpinghaus, Köln, 1965–1968
  • Fürstenhof, Köln, 1966–1967
  • Wohn und Geschäftshaus Paar, Köln, 1969
  • Wohnhaus und Pfarrsaal St. Gereon, Köln, 1970
  • Maternushaus mit Peter Kulka, Köln, 1978–1983 [2]
  • Neumarkt Passage, Köln, 1985
  • Wohnhaus Niehler Straße, Köln, 1992

ZitatBearbeiten

„Nur noch gezeichnet habe ich, gelesen, alles, was ich kriegen konnte über Architektur.“

So erinnerte sich Hans Schilling an das Jahr 1937, in dem er im Büro von Clemens Endler und Karl Band seine Lehre begann

LiteraturBearbeiten

  • Hans Schilling: Architektur 1945–2000. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2001, ISBN 3-88375-494-3.
  • Der Trümmerbaumeister in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), 4/2001, Ausgabe vom 4. April 2001
  • Andreas Rossmann: Trümmerherr / Der Kirchenbaumeister Hans Schilling ist gestorben in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Ausgabe vom 26. Februar 2009

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolfram Hagspiel, Hiltrud Kier: Köln. Architektur der 50er Jahre. Hrsg.: Stadt Köln. J.P. Bachem, Köln 1986, ISBN 3-7616-0858-6, S. 266.
  2. a b c Hans Schilling: Architektur 1945–2000. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2001, ISBN 3-88375-494-3.
  3. Wolfram Hagspiel, Hiltrud Kier: Köln. Architektur der 50er Jahre. Hrsg.: Stadt Köln. J.P. Bachem, Köln 1986, ISBN 3-7616-0858-6, S. 262.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hans Schilling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien