Hans Ammerich

deutscher Kirchenhistoriker und Archivar

Hans Ammerich (* 29. August 1949 in Zweibrücken) ist ein deutscher Historiker und Archivar.

LebenBearbeiten

Hans Ammerich studierte Geschichte, Katholische Theologie und Germanistik in Saarbrücken und München. 1975 absolvierte er sein Staatsexamen für das Lehramt am Gymnasium. 1979 wurde er an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Dr. phil. (Doktor der Philosophie) promoviert. Von 1975 bis 1977 war er zunächst Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Katholische Theologie in Saarbrücken, es folgte von 1977 bis 1979 eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Mittelalterliche und Neue Kirchengeschichte an der Katholischen Fakultät der Universität München. 1982 absolvierte er sein zweites Staatsexamen für Archivwissenschaft an der Archivschule Marburg. Von 1979 bis 2014 war Ammerich Direktor des Bistumsarchivs Speyer.

Zudem ist er seit 1984 Dozent für Diözesangeschichte am Bischöflichen Priesterseminar St. German in Speyer und lehrt seit 1992 am Institut für Katholische Theologie an der Universität Koblenz-Landau in Landau. 2004 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Koblenz-Landau ernannt.[1]

Er ist Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Vasgovia Landau im CV.

WirkenBearbeiten

Ammerich hat zahlreiche Beiträge zur Kirchengeschichte der Pfalz und zur pfälzischen Landesgeschichte publiziert. Mit seinem umfassenden Werk zum Bayerischen Konkordat von 1817 wurde er überregional bekannt. 1998 wurde er mit der Plakette der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte ausgezeichnet.[2]

Ammerich engagiert sich als Vorstandsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein. Er vertrat viele Jahre die Fachgruppe 3 (Kirchliche Archive) im Vorstand des Verbands deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA), zeitweise war er dessen stellvertretender Vorsitzender. Er ist Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission des Historischen Vereins der Pfalz.

Veröffentlichungen (in Auswahl)Bearbeiten

  • Landesherr und Landesverwaltung. Beiträge zur Regierung von Pfalz-Zweibrücken am Ende des Alten Reiches, 1981 (= Dissertation, München 1979), ISBN 3-477-00063-3
  • Erzbischof Johannes von Geissel und Bischof Nikolaus von Weis. Anwälte der Menschen in schwieriger Zeit, Pilger-Verlag, Speyer 1998, ISBN 3-87637-059-0. Zusammen mit Susanne Riess-Stumm.
  • Das Bistum Speyer und seine Geschichte, 7 Hefte, Sadifa Media, Kehl am Rhein 1998–2006
  • Siebeldingen. Aus Geschichte und Gegenwart eines südpfälzischen Weinortes, Knecht 1999, ISBN 3-930927-51-9
  • Die Männer- und Frauenklöster der Benediktiner in Rheinland-Pfalz und Saarland, EOS 1999, ISBN 3-88096-609-5. Zusammen mit Friedhelm Jürgensmeier, Regina E. Schwerdtfeger und anderen.
  • Zwischen „Staatsanstalt“ und Selbstbestimmung. Kirche und Staat in Südwestdeutschland vom Ausgang des Alten Reichs bis 1870, Jan Thorbecke 2000, ISBN 3-7995-7817-X. Zusammen mit Johannes Gut.
  • Das Bayerische Konkordat 1817, Konrad 2000, ISBN 3-87437-443-2. Zusammen mit Anton Landersdorfer, Bruno Lengenfelder, Paul Mai.
  • Säkularisation am Oberrhein, Jan Thorbecke 2004, ISBN 3-7995-7823-4. Zusammen mit Thomas Adam, Volker Rödel.
  • 50 Jahre Bischöfliches Priesterseminar St. German, Speyer, Pilger-Verlag, Speyer 2007, ISBN 3-87637-086-8. Zusammen mit Andrea Nisters, Johannes Pioth.
  • Einführung in das Studium der Kirchengeschichte, WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Darmstadt 2014 (Einführung Theologie), ISBN 978-3-534-23541-4. Zusammen mit Lenelotte Möller.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Für Engagement in Lehre und Forschung zu Honorarprofessor ernannt. In: NeuLand Landauer Campuszeitung 01/2005. Abgerufen am 30. Dezember 2018. , Universität Koblenz-Landau
  2. Generationenwechsel im Speyerer Bistumsarchiv. In: Pfälzischer Merkur. 26. Juli 2014, abgerufen am 30. Dezember 2018.