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Großherzoglich Mecklenburgisches Feldartillerie-Regiment Nr. 60

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Das Großherzoglich Mecklenburgische Feldartillerie-Regiment Nr. 60 war ein von 1899 bis 1919 bestehender Artillerieverband der Preußischen Armee.

Großherzoglich Mecklenburgisches Feldartillerie-Regiment Nr. 60
Aktiv 25. März 1899 bis 31. Mai 1919
Land Mecklenburg-Schwerin
Streitkräfte Preußische Armee
Truppengattung Artillerie
Typ Regiment
Grobgliederung - Regimentsstab,

- 2 Artillerieabteilungen mit Stab und je 3 Batterien (je Batterie 6 Geschütze, 6 Munitionswagen, ein Batterietrupp und ein Beobachtungswagen)
- 2 Leichte Munitionskolonnen

Stärke 1.352 Mann,

36 Geschütze:
18 Feldkanonen 96 n.A. 77 mm
18 leichte Feldhaubitzen 98 105 mm

Unterstellung IX. Armee-Korps
17. Division
17. Feldartillerie-Brigade
Stationierungsort Schwerin
Blick über den Burgsee auf die Artillerie-Kaserne von 1859 in Schwerin

VorgeschichteBearbeiten

Kampf gegen NapoleonBearbeiten

Über ein Jahrhundert hat die Mecklenburger Artillerie als Feldtruppe bestanden. Seine Gründung erfolgte im Krieg gegen die napoleonische Besatzung. Am 25. März 1813 erließ der Mecklenburger Herzog Friedrich Franz einen Aufruf zur Gründung eines Truppenkontingents zum Kampf gegen Napoleon Bonaparte, dem ein Artilleriekorps angehören sollte.

Schon vorher, 1808, als der Herzog für den Rheinbund eine Truppenabteilung stellen musste, war bereits eine Artilleriekompanie gebildet worden, die zunächst nur zum Festungsdienst eingeteilt war. Ihre Kampfeinsatz erfolgte dann im Gefecht gegen das Schill’sche Freikorps bei Damgarten, zu dem zwei Geschütze mit Bauernpferden bespannt ausrückten. Danach stellte sie die felddienstfähigen Unteroffiziere und Mannschaften zum mecklenburgischen Kontingent gegen Russland.

Das mecklenburgische Artilleriekorps, bestehend aus zwei Kanonen und zwei Haubitzen unter Premierleutnant von Rhein, stand 1813 mit der mecklenburgischen Brigade zunächst unter schwedischem Oberbefehl. Dann zog diese 1814 unter Führung des Erbprinzen Friedrich Ludwig nach Frankreich und verteidigte zunächst die Festung Jülich, belagerte dann die Festungen Montmédy und Longwy.

Restaurationszeit bis zu den EinigungskriegenBearbeiten

Nach den Feldzügen bezog die Artillerie Garnison in Schwerin. Ende 1820 wurde im Zuge einer Neuformierung der Brigade eine Artillerieabteilung aus einer fahrenden Batterie zu sechs Kanonen und zwei Haubitzen gebildet. Beide Geschützarten waren preußischer Konstruktion. Im gleichen Jahr erhielt die Artillerie einen Übungsplatz beim Forsthaus Buchholz zugewiesen.

Im Jahr 1848 nahm Mecklenburg auf der Seite Preußens am Feldzug gegen Dänemark teil, zunächst mit einer Halbbrigade, dann wurde die gesamte Brigade in Marsch gesetzt, die lediglich in einem Gefecht bei Düppel zum Einsatz kam. Danach wurden die Truppen bei Schanzen vor Wismar und Warnemünde eingesetzt.

1849 schloss das Land Mecklenburg-Schwerin auf Betreiben seines damaligen Brigadekommandeurs Oberst von Witzleben eine Militärkonvention mit Preußen, wonach die mecklenburgischen Truppen nach preußischen Reglements ausgebildet und mit preußischen Waffen ausgerüstet wurden.

Im Frühjahr des gleichen Jahres nahmen mecklenburgische Truppen aktiv an der Niederschlagung der revolutionären Erhebungen in Baden und in Teilen der Pfalz teil. Zur Unterdrückung dieser Unruhen entsandte Mecklenburg seine Brigade mit einer Batterie zu sechs Kanonen und zwei Haubitzen nach Frankfurt am Main. Nachdem die Festung Rastatt, ganz Baden und Teile der Pfalz in die Hände der Aufständischen geraten waren, sollten die Aufständischen der badisch-pfälzischen Volksarmee über die Neckarlinie nach Süden gedrängt werden was erst in einer Reihe von Gefechten, bei Wald-Michelbach, Hirschhorn, bei Ladenburg und Gernsbach gelang. Die mecklenburgische Batterie focht meist in Zügen und ermöglichte durch ihr Feuer ein Zurückweichen der mecklenburgischen Brigade in eine neue Linie. Der Feldzug endete mit dem Fall von Rastatt und die mecklenburgischen Truppen trafen Mitte Oktober 1849 wieder in der Heimat ein.

Als Erinnerung für die Gefallenen der Jahre 1848/49 wurde auf dem Großen Exerzierplatz ein Kriegerdenkmal enthüllt.

 
Alte Artilleriekaserne

Im Herbst 1859 wurde die alte Kaserne vollendet. Auf einer Anhöhe am Ostorfer See ist sie zu einem Wahrzeichen Schwerins geworden.

Krieg gegen DänemarkBearbeiten

Als 1864 Preußen und Österreich gegen Dänemark zu Felde zogen, machte Mecklenburg-Schwerin nicht mobil. Dagegen legte es, ähnlich wie 1848, in Wismar und Warnemünde Befestigungen an, die von Artilleristen besetzt, einen Schutz vor dänischen Landungen bieten sollten.

Deutscher KriegBearbeiten

Nach zwei Jahren kam es 1866 zum Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland. Die Truppen des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin waren auf der Seite Preußens.

Die mecklenburgische Brigade machte mobil und wurde dem II. Reserve-Korps zugeteilt, das unter dem Großherzog Friedrich Franz II. von Leipzig gegen Bayern vorgehen sollte. In mehreren Gefechten, bei Münchberg südwestlich Hofs und bei Seybothenreuth in der Nähe von Bayreuth, wurden die Bayern geschlagen. Beide Male kam nur ein Zug der 1. Batterie unter Leutnant von Hirschfeld zu Schuss.

Nach kurzem Marsch trafen die mecklenburgischen Truppen in Nürnberg ein, wo sie während des Waffenstillstandes blieben. Nach vollzogenem Friedensschluss erfolgte der Rücktransport in die Heimat, wo die Truppen am 7. September 1866 vom Großherzog in das festlich geschmückte Schwerin geführt wurden.

Bei der folgenden Vermehrung des preußischen Heeres – durch den Krieg hatte es drei Provinzen (Schleswig-Holstein, Hannover, Hessen-Nassau) erworben – trat die Brigade zur 17. Division des IX. Armee-Korps. Die Abteilung, bestehend aus zwei Schweriner und einer Strelitzer Batterie, zu denen noch eine weitere Batterie in Schwerin trat, bildete die III. Fußabteilung des Artillerie-Regiments Nr. 9. Zwei Batterien waren mit dem leichten 4-pfündigen (8 cm), zwei Batterien mit dem schweren 6-pfündigen Geschütz (9 cm) bewaffnet. Die Munition bestand aus Granaten und Kartätschen.

Deutsch-Französischer KriegBearbeiten

Die Schweriner Abteilung hielt im Juli 1870 mit den anderen Abteilungen des Regiments auf der Loher Heide bei Rendsburg Schießübung ab. Da brachte Frankreichs Drohung die Mobilmachung sämtlicher deutscher Truppen und weckte allgemeine Begeisterung aus. Die Abteilung wurde in ihre beiden Garnisonen zurücktransportiert und machte mobil. Dann blieb sie mit der Division in der Gegend von Hamburg zum Küstenschutz.

Erst am 25. August 1870 wurde sie mit einer anderen Division, der 22. Infanterie-Division (Stab in Kassel) zum XIII. Armee-Korps unter dem mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz II. vereinigt und nach Homburg verladen. Von hier begann ihr Einmarsch nach Frankreich, zunächst zur Verstärkung der Belagerungsarmee von Metz. Die Abteilung lag in der Nähe von Courcelles im Biwak. Es regnete dauernd. Zelte gab es nicht; so sah es mit Unterkunft und auch Ernährung von Mann und Pferd schlecht aus.

Nach einer Woche brach die Division zur Belagerung von Toul auf. Nach kurzer Beschießung kapitulierte die Festung am 23. September 1870. Eine wichtige Bahnverbindung von Paris zur Heimat (Toul–Straßburg–Karlsruhe–Frankfurt am Main) wurde mit ihrem Fall frei.

Anschließend rückte die Division südlich Paris in die Gegend östlich der Marne, um bis zum 8. November die Hauptstadt einzuschließen.

Jetzt begann für die 17. Infanterie-Division eine anstrengende Zeit, die ihr den Namen der „Kilometerdivision“ einbrachte. Sie trat mit anderen Truppenteilen zu einer Armeeabteilung unter Führung des mecklenburgischen Großherzogs Friedrich Franz II., die gegen die französische Loirearmee vorgehen sollte. Diese Armee unter Führung des Generals d’Aurelles hatte die Aufgabe, den Einschließungsring von Paris zu durchbrechen. Es wurde für ein schwerer Feldzug: Lange Märsche bei Regen und Kälte, meist ohne Ruhetage, keine Bequemlichkeiten in guten Quartieren, rastloses Jagen hinter einem Feind, der nirgends standhielt.

Zu kleineren Gefechten kam es Ende November bei Dreux, la Madelaine und la Bellême. Bei dem folgenden Abmarsch der Division aus Richtung Le Mans auf Orléans kam es am 2. Dezember zur Schlacht bei Loigny. Die Truppen zwangen die Franzosen zum Rückzug über Orléans auf Beaugency. Aktiven Anteil nahmen die mecklenburgischen Batterien an der Schlacht. Ihrem Feuer und dem Angriff der Infanterie der 17. Division glückte es, den linken Flügel der daneben kämpfenden Bayern zu entlasten und Loigny, den Brennpunkt der Schlacht, zu nehmen.

In der Nacht vom 4./5. Dezember zogen die mecklenburgischen Batterien vor dem Großherzog Friedrich Franz II. in Orléans ein.

Bei der Verfolgung des geschlagenen Feindes kam es Anfang Dezember bei Méung, Beaugency, Villorceau und Villejouan zu neuen Kämpfen mit herangeführten französischen Truppen. Diese mussten trotz Gegenwehr auf Vendôme zurückgehen. In den darauffolgenden Gefechten, in erster Linie an der Loire, wurde der Gegner auf Le Mans zurückgeworfen. In diesen Kämpfen schlugen sich die mecklenburgischen Batterien gut; das Weihnachtsfest und Neujahr beging die 17. Infanterie-Division in Chartres, wo sie zur Deckung der Einschließung von Paris untergebracht war.

Bei Beginn des neuen Jahres musste mit verstärkten französischen Angriffen zur Entlastung von Paris gerechnet werden. Hiergegen wurde mit anderen Truppenteilen die 17. Infanterie-Division in Marsch gesetzt. Zwischen La Ferté und Le Mans kam es mehrfach zum Kampf. Leider konnten die Batterien kaum schießen, weil ihnen in dem tief durchschnittenen Gelände jede Sicht fehlte. Der Gegner wurde zurückgeworfen und über Alençon auf Rouen verfolgt. Hier gab bei Orbec nördlich Alençon am 21. Januar ein Zug der 5. leichten Batterie die letzten Schüsse in diesem Feldzug ab. Sie galten einer feindlichen Barrikade.

Nach dem Eintreffen in Rouen kam die Nachricht von der Niederlage der Franzosen bei Saint-Quentin (am 18. Januar 1871 kam es zur Kaiserproklamation in Versailles in Versailles). Damit wurde ihr Vordringen auf Paris unmöglich. Die 17. Infanterie-Division blieb zum Schutz des rechten Seine-Ufers bei Rouen stehen. Nach erfolgtem Waffenstillstand bezog sie Unterkunft in Dieppe.

Der Rückmarsch der Truppe begann am 17. März 1871. Zeitweise wurde er durch die revolutionäre Erhebung in Paris, die Kommune, unterbrochen. In Mosbach am Rhein wurde die Division in ihre Heimatorte verladen. Die Truppen aus Mecklenburg zogen am 14. Juni 1871 unter dem Großherzog in das fahnen- und blumengeschmückte Schwerin ein.

Mecklenburgische Artillerie 1871/99Bearbeiten

Nach dem Krieg kam das neu konstruierte Geschütz 73 zur Einführung. Es verfügte bei besseren Richteinrichtungen und großer Beweglichkeit über hervorragende ballistische Leistungen.

Gleichzeitig erfolgte die Neuformierung der Artillerie durch Trennung der Feld- und Fußartillerie. Die bisherige Abteilung wurde im November 1872 die I. Großherzoglich Mecklenburgische Abteilung des Schleswig-Holsteinischen Feldartillerie-Regiments Nr. 9, im Mai 1874 des Holsteinischen Feldartillerie-Regimentes Nr. 24 mit den Feldbatterien 1 bis 4, davon eine Batterie in Neustrelitz. Der Regimentsstab lag in Schwerin.

Im Jahr 1896 fand die Feier des 75-jährigen Bestehens der mecklenburgischen Artillerie statt. Man hatte ihre Entstehung irrtümlicherweise ins Jahr 1821 gelegt, in dem die Brigade neu formiert worden war.

Großherzoglich Mecklenburgisches Feldartillerie-Regiments Nr. 60Bearbeiten

Am 25. März 1899 (Stiftungstag) erfolgte zum 1. Oktober aus der I. und IV. Abteilung in Altona die Bildung des Großherzoglich Mecklenburgischen Feldartillerie-Regiments Nr. 60. Der Neubau der städtischen Kaserne hatte der Umbildung vorausgehen müssen. Ebenso der Bau der Messe, die an einem der schönsten Punkte der Residenzstadt mit dem Blick auf das Schloss gelegen ist.

Zum Feldzug in Deutsch-Südwestafrika, der den Aufstand der Nama und Hereros unterdrückte, entsandte das Regiment 1905: drei Offiziere, mehrere Unteroffiziere und Mannschaften.

1911 nahm das Regiment an den Kaisermanövern in der Gegend von Woldegk teil. Ihnen ging eine Parade vor dem Kaiser in Hamburg voraus.

Das folgende Jahr brachte die Umwandlung der II. Kanonen- in eine Haubitzabteilung. Die Haubitze war eine Rohrrücklaufhaubitze 98/09. Die Feldkanone war ein gutes Geschütz, doch trug sie nicht so weit im Gegensatz zur französischen Feldkanone. Sie hieß Kanone 96 n.A. und wurde 1906 mit Schutzschilden und Rohrrücklaufbremse bei der I. Abteilung eingeführt. Das Rundblickfernrohr erhielt sie erst Jahre später.

Am 5. Mai 1913 fand die Feier des 100-jährigen Jubiläums des Regiments statt, das als Artilleriekorps am 25. März 1813 gebildet war. Viele Tausend Veteranen und ehemalige Angehörige der mecklenburgischen Artillerie waren gekommen; die Parade, an der das Regiment unter Oberst von Woyna und sämtliche Angehörige nach Batterien getrennt teilnahmen, nahm der Großherzog Friedrich Franz IV. ab, ebenso den Vorbeimarsch. Am Nachmittag folgten ein Festessen und gemütliches Beisammensein in den einzelnen Batterien. Der Parade ging am vorhergehenden Nachmittag im Beisein des Großherzogs ein Reiterfest voraus, das Major von Aigner leitete. Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften nahmen an den Vorführungen teil.

Dem Korpsmanöver des IX. Armee-Korps, das im gleichen Jahr in der Gegend von Schwerin stattfand, wohnte die großherzogliche Familie bei; am letzten Tage erfolgte ein Vorbeimarsch sämtlicher mecklenburgischer Truppen, mit Ausnahme des in Colmar stationierten Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger-Bataillons Nr. 14, vor dem Großherzog auf dem Alten Garten.

Das folgende Jahr 1914 führte zur Schießübung in das Munsterlager. Am Montag, den 27. Juli 1914, traf das Regiment dort ein. Am Mittwoch kam der Befehl, dass das Regiment umgehend nach Schwerin zu verladen ist. Am Freitag das amtliche Telegramm: „Drohende Kriegsgefahr“.

Erster WeltkriegBearbeiten

 
10.5 cm Feldhaubitze 98/09
 
Feldkanone 96 n.A. 7,7 cm

Am 31. Juli 1914, gegen 15:00 Uhr traf das Telegramm des Generalkommandos des IX. Armee-Korps (Altona) beim Regiment ein. In einer Randnotiz stand auf Seite 2 der hiesigen Lokalzeitung, die Mecklenburgische Zeitung vom 1. August 1914 in seiner Abendausgabe:

Verbot: Das Großherzogliche Ministerium des Innern gibt bekannt: Nach dem Erlasse des kommandierenden Herrn Generals des IX. Armeekorps zu Altona vom 31. Juli d.J., betreffende Erklärung des Kriegszustandes, sind Veröffentlichungen und Mitteilungen über militärische Angelegenheiten unbedingt zu unterlassen; Übertretungen dieses Verbotes werden auf das Strengste bestraft.“[1]

Mit dem Mobilmachungsbefehl des Kaisers vom 1. August 1914 begannen auch im Feldartillerie-Regiment Nr. 60 die Tätigkeiten der beschleunigten Heranführung von Truppen für das Moment der strategischen Überraschung des erklärten Feindes, Frankreich. An das Russische Reich erging dennoch bereits am 1. August die offizielle Kriegserklärung des Deutschen Reiches.

Mobilmachungsplan: (wahrscheinliche Variante) Die aktiven Offiziere und Mannschaften sowie die eintreffenden Reservisten haben die Mobilmachung durchzuführen und planmäßig zu beenden:

A. Bis zum Abend des 1. Mobilmachungstages 18:00 Uhr sind marschbereit: Stab II. Abteilung, 4., 5. und 6. Batterie. 4., 5. und 6. Batterie ohne 3. Züge.
B. Beginn der beschleunigten Durchführung des Truppentransports II. Abteilung/FAR-60 mit Stab II. Abteilung, 4., 5. und 6. Batterie ohne 3. Züge sowie mit je zwei Staffeln je Batterie, vom Güterbahnhof Schwerin, am 1. Mobilmachungstag bis spätestens 24:00 Uhr.
C. Bis zum Abend des 5. Mobilmachungstages: Die 3. Züge der II. Abteilung treten unter Kommando I. Abteilung/FAR-60 und werden auf Kriegsstärke gebracht.
D. Bis zum Abend des 7. Mobilmachungstages: Herstellung der vollen Marschbereitschaft von Regimentsstab, Stab I. Abteilung, 1., 2. und 3. Batterie, Leichte Munitionskolonne I. und II. Abteilung sowie für die 3. Züge der II. Abteilung/FAR-60.[2]

Unterstellung unter das Kommando der 34. gemischten Brigade

Die II. Abteilung des Feldartillerie-Regiments Nr. 60 (Abkürzung: II./FAR-60) tritt am 2. August 1914, gegen 20:00 Uhr den Eisenbahntransport bis in die Gegend Aachen an. Ausladeort Herzogenrath, 12 km nördlich Aachen. Ausladung der II. Abteilung/FAR-60 am 3. August 1914, ca. 20:00 Uhr.

 
Eisenbahnroute der II. Abteilung/ FAR-60 zur beschleunigten Heranführung in den Bereitstellungsraum

Nach dem Erreichen des Zielortes, Unterstellung der II. Abteilung unter den Befehl der 34. gemischten Brigade.

Bildung der 34. gemischten Brigade am 4. August 1914, 08:00 Uhr im Preußenwald, südwestlich Aachen.

Die 34. gemischte Brigade war mit weiteren fünf Brigaden sowie dem Höheren Kavallerie-Kommando Nr. 2 mit der Aufgabe betraut, die Festungsstadt Lüttich zu überrumpeln (im Handstreich zu nehmen), in der Folge die zwölf Forts um Lüttich, mit Verstärkungen und frisch herangeführten Kräften auszuschalten und den Raum für die strategische Entfaltung der 1., 2. und 3. Armee vorzubereiten.

GefechtskalenderBearbeiten

1914Bearbeiten
  • 04. bis 14. August – Kämpfe um die Eroberung von Lüttich und seines Fortsgürtel[3]
  • 18. bis 19. August – Schlacht an der Gete
  • 23. bis 24. August – Schlacht bei Mons
  • 26. August – Gefecht bei Genly, als Teil Fortsetzung der Schlacht bei Mons
  • 30. August – Schlacht bei St. Quentin
  • 04. September – Gefechte bei Viels–Maissons–Montmirail
  • 05. September – Gefechte bei Leuze
  • 06. bis 7. September – Gefechte bei Montceau–Esternay
  • 05. bis 9. September – Schlacht am Ourcq
  • 10. September – Nachhutgefechte bei Neuilly, St. Front und Crépy en Valois
  • ab 12. September – Kämpfe an der Aisne
    • 21., 23. und 25. Dezember – Kämpfe im Bois St. Mard
1915Bearbeiten
  • bis 12. Oktober – Kämpfe an der Aisne
    • 08. bis 14. Januar – Schlacht bei Soissons (4. und 6. Batterie)
    • 17. Januar bis 19. September – Stellungskämpfe westlich Roye–Noyon
  • 16. Oktober bis 3. November – Herbstschlacht in der Champagne
  • ab 4. November – Stellungskämpf in der Champagne
    • 7. Dezember – Einnahme der Arbre-Höhe 193, westlich Tahure
1916Bearbeiten
  • bis 15. Juni – Stellungskämpf in der Champagne
    • 27. Februar – Fortnahme der Navarin-Stellung
    • 27. Mai – Patrouillen-Unternehmen westlich Navarin-Ferme
  • 05. Juli bis 30. September – Schlacht an der Somme
  • 01. Oktober bis 24. Dezember – Stellungskämpfe im Artois
1917Bearbeiten
  • 09. Januar bis 15. März – Stellungskämpfe an der Somme
  • 16. bis 18. März – Stellungskämpfe vor der Siegfried-Front
  • 09. Juni bis 21. Juli – Vorbereitungskämpfe für die Sommerschlacht in Flandern
  • 21. Juli bis 1. August – Sommerschlacht in Flandern
  • 02. August bis 23. September – Kämpfe in der Siegfried-Stellung
  • 24. September bis 12. Oktober – Herbstschlacht 1917 in Flandern
  • ab 15. Oktober – Stellungskämpfe im Artois
1918Bearbeiten
  • bis 7. März – Stellungskämpfe im Artois
  • 08. bis 20. März – Aufmarsch zur Großen Schlacht in Frankreich
  • 21. März bis 6. April – Große Schlacht in Frankreich
    • 21. bis 23. März – Durchbruchsschlacht Monchy–Cambrai
    • 24. bis 25. März – Schlacht bei Bapaume
    • 25. März – Gefecht bei Sapignies
  • 05. April – Gefecht bei Burcquoy
  • 07. bis 12. April – Kämpfe zwischen Arras und Albert
  • 24. Mai bis 22. Juni – Kämpfe zwischen Arras und Albert
  • 29. Juli bis 3. August – Die bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle
  • 04. August bis 3. September – Stellungskämpfe an der Vesle
  • 04. bis 18. September – Kämpfe vor der Siegfried-Stellung
  • 19. bis 27. September – Kämpfe in der Siegfried-Stellung
  • 28. bis 29. September – Stellungskämpfe nördlich Ailette
  • 30. September bis 9. Oktober – Abwehrschlacht in der Champagne und an der Maas
    • 8. September – Kämpfe bei Bemont-Ferme
  • 10. bis 12. Oktober – Kämpfe vor der Hunding- und Brunhildfront
    • 10. bis 12. Oktober – Kämpfe vor der Aisne- und Airefront
  • 13. bis 16. Oktober – Kämpfe an der Aisne und Aire
  • 17. bis 25. Oktober – Abwehrschlacht in der Champagne und an der Maas
    • 17. bis 25. Oktober – Abwehrkampf zwischen Argonnen und Maas
  • 26. Oktober bis 1. November – Abwehrschlacht in der Hundingstellung
  • 02. bis 4. November – Stellungskämpfe an der Aisne
  • 05. bis 11. November – Rückzugskämpfe vor der Antwerpen–Maas-Stellung
  • 11. November – Waffenstillstand von Compiègne
  • ab 12. November – Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat

VerbleibBearbeiten

Nach dem Waffenstillstand kehrte der Verband in die Garnison nach Schwerin zurück, wurde ab dem 1. Februar 1919 demobilisiert und Ende Mai 1919 aufgelöst. Aus Teilen bildeten sich verschiedene Freiformationen, so das Freiwilligen Feldartillerie-Regiment 60 und weitere Freiwilligen-Batterien. Die Teile des Freiwilligen Feldartillerie-Regiments 60 ging bei der Bildung der Vorläufigen Reichswehr als Stab der I. Abteilung im leichten Reichswehr-Artillerie-Regiment 9 auf.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die Ausbildungs-Batterie des 2. (Preußisches) Artillerie-Regiments in Schwerin. In der Wehrmacht führte das Artillerie-Regiment 12 in Schwerin und Rostock die Tradition fort.

RegimentschefBearbeiten

Kaiser Wilhelm II. ernannte am 25. März 1913 Großherzog Friedrich Franz IV. zum Regimentschef.

KommandeureBearbeiten

Dienstgrad Name Datum[4]
Oberst Max von Hanstein 01. Oktober 1899 bis 13. September 1900
Oberstleutnant/Oberst Ludwig von Aster 14. September 1900 bis 10. April 1906
Oberstleutnant/Oberst Friedrich von Reichenbach 24. April 1906 bis 21. Mai 1912
Oberst Wilhelm von Woyna 22. Mai 1912 bis 16. Februar 1914
Oberst Otto von Fumetti 17. Februar 1914 bis 12. September 1916
Major Gebhard Gans zu Putlitz 13. September 1916 bis 29. Oktober 1918
Major Wilhelm von Liebenau 30. Oktober 1918 bis 24. Januar 1919
Oberstleutnant Max von Peschke 25. Januar bis Februar 1919
Oberstleutnant Viktor von Aigner Februar 1919 bis Auflösung

ErinnerungBearbeiten

 
Denkmal

1923 wurde gegenüber den bis heute erhaltenen Schweriner Artilleriekasernen das Bronzedenkmal „Kriemhild“ nach einem Entwurf von Wilhelm Wandschneider für die Gefallenen des Regiments errichtet. Es wurde am 27. Mai 1923 enthüllt; nach 1945 fiel es der Zerstörung zum Opfer.

LiteraturBearbeiten

  • Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil IX: Feldartillerie. Band 1, Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-15-1, S. 267.
  • Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Feldartillerie-Regiments Nr. 60 im Weltkriege 1914–18. Druck von Hermann Kampen, Hamburg 1921.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Mecklenburgische Zeitung“ vom 01.08.1914, Nr. 354, 157. Jahrgang, Seite 2;
  2. vergleiche Döbrich, J.H; Bickel,J.-H., Mobilmachung und Ausmarsch des Feldartillerie-Regiments Nr. 25, 1914, Seite 11
  3. Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Feldartillerie-Regiment Nr. 60 im Weltkriege 1914–1918. Hermann Kampen, Hamburg 1921, S. 301 f.
  4. Günter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 3: Die Stellenbesetzung der aktiven Regimenter, Bataillone und Abteilungen von der Stiftung bzw. Aufstellung bis zum 26. August 1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1993, ISBN 3-7648-2413-1, S. 282.