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Gohr ist ein Stadtteil der Stadt Dormagen im Rhein-Kreis Neuss im Bundesland Nordrhein-Westfalen mit etwa 2200 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017).[1]

Gohr
Stadt Dormagen
Koordinaten: 51° 6′ 32″ N, 6° 43′ 4″ O
Einwohner: 2189 (31. Dez. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Eingemeindet nach: Dormagen
Postleitzahl: 41542
Vorwahl: 02182

Geografische LageBearbeiten

Gohr ist ein Straßendorf an der Bundesstraße 477, die von Neuss über Rommerskirchen in die Eifel verläuft. Die Ortschaft grenzt im Norden an den Neusser Stadtteil Rosellerheide, im Osten an Ückerath, im Süden an Broich (beide Stadt Dormagen) und Anstel sowie im Westen an Widdeshoven und Hoeningen (alle Gemeinde Rommerskirchen). Gohr ist der westlichste Stadtteil der Stadt Dormagen und liegt auf einem Ausläufer der Ville an einer Bruchkante zu einem alten Rheinmäander. Es ist der höchstgelegene Stadtteil Dormagens und liegt direkt am Knechtstedener Wald, einem zusammenhängenden Waldgebiet, welches bis auf das Kölner Stadtgebiet reicht. Das Gebiet um die Ortschaften Gohr und Broich ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

GeschichteBearbeiten

Funde aus der Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit und Bronzezeit lassen nachweislich auf eine frühe Besiedlung schließen. Aus der römischen Zeit konnten mehrere Weihesteine entdeckt werden. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Gohr eine Jülicher Enklave im kurkölnischen Gebiet. Der Name Gohr wurde ursprünglich mit einem harten G gesprochen und leitet sich von dem Wort Chor ab, das heute noch in den Bezeichnungen Chorbusch und Chorweiler vorhanden ist und so viel wie Sumpfsiedlung bedeutet. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen den Ort. Es entstand die commune Gohr, die zur Mairie Nettesheim im Kanton Dormagen im Arrondissement Cologne gehörte. In der preußischen Zeit gehörte Gohr bis 1870 als selbstständige Gemeinde zur Bürgermeisterei Nettesheim. 1870 wechselte die Gemeinde zur Bürgermeisterei Nievenheim. Am 1. Januar 1975 wurde sie in die Stadt Dormagen eingemeindet.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

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  • 1933: 0862[3]
  • 1961: 1258[2]
  • 1964: 1341
  • 1970: 1508[2]
  • 1974: 1632
  • 1980: 2072
  • 1983: 2171
  • 1993: 2302
  • 1998: 2270
  • 2000: 2321
  • 2004: 2247
  • 2005: 2217
  • 2007: 2198
  • 2008: 2199
  • 2009: 2204
  • 2015: 2187[4]
  • 2017: 2189[1]

PolitikBearbeiten

Bei der letzten Kommunalwahl im Jahre 2014 gewann Peter-Josef Braun (CDU) das Direktmandat für den Wahlbezirk Gohr und vertritt den Ort im Dormagener Stadtrat.[5]

Kultur und FreizeitBearbeiten

VereineBearbeiten

  • Heimat – und Geschichtsverein Gohr und Broich
  • Freiwillige Feuerwehr Dormagen, Löschzug Gohr
  • Karnevalsgesellschaft Gohrer und Broicher Turfgrafen von 1951
  • SuS DJK Gohr 1930
  • Arche Gohr, Interessengemeinschaft Grundwasser Gohr (seit 2001)
  • Musikverein Gohr
  • St. Sebastianus Schützenbruderschaft

Feste und BrauchtumspflegeBearbeiten

  • Die Karnevalsgesellschaft veranstaltet jährlich im Januar zwei Karnevalssitzungen sowie zwei Kindersitzungen, welche allein von Kindern aus Gohr und Broich gestaltet werden.
  • Am Rosenmontag findet ein weit über den Ort hinaus beachteter Rosenmontagszug in Zusammenarbeit mit dem Kamellezoch Broich statt.
  • Die Schützenbruderschaft richtet im September das viertägige Schützenfest aus.

BautenBearbeiten

Die katholische Wallfahrtskirche St. Odilia wurde bereits im 11./12. Jahrhundert errichtet und ist somit eine der ältesten Kirchen im Rhein-Kreis Neuss. In den 1950er Jahren wurde die Kirche umfassend restauriert. 1998/1999 wurde das Gebäude abermals restauriert und in den authentischen Zustand wiederhergestellt. Im Jahre 1846 erhielt die Kirche eine Reliquie der heiligen Odilia auf Vermittlung des katholischen Bischofs von Straßburg.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

HauptwirtschaftszweigeBearbeiten

Hauptwirtschaftszweig in Gohr ist die Landwirtschaft, insbesondere der Spargel-, Erdbeer- und Zuckerrübenanbau sowie Gärtnereien. Zudem gibt es einige lokale Handwerksbetriebe.

Darüber hinaus gibt es in Gohr Post- und Bankfiliale, zwei Bäckereien, ein Restaurant, eine Kaffeerösterei mit Café, einen Getränkehandel, sowie einen Allgemeinarzt.

VerkehrBearbeiten

Durch die Ortschaft Gohr verläuft die Bundesstraße 477, diese bindet den Ort an die Autobahn A 57 an. Gohr wird sowohl vom StadtBus Dormagen, als auch vom BVR angefahren.

BildungBearbeiten

  • Katholischer Kindergarten St. Odilia
  • Grundschule: Friedensschule Dormagen, Astrid-Lindgren-Haus
  • offene Ganztagsschule (OGS) „Villa Kunterbunt“ am Astrid-Lindgren-Haus

MedienBearbeiten

  • Westdeutsche Zeitung Düsseldorf, Lokalredaktion Kreis Neuss – regionale Tageszeitung, Verlag W. Girardet KG
  • Neuss-Grevenbroicher Zeitung – regionale Tageszeitung, Neusser Zeitungsverlag GmbH, zur Rheinischen Post gehörig
  • Schaufenster – lokales Anzeigenblatt (Dienstag & Samstag), Neusser Druckerei und Verlag GmbH
  • Rheinischer Anzeiger – lokales Anzeigenblatt (Mittwoch), Neusser Druckerei und Verlag GmbH
  • NEWS89.4 – lokaler Radiosender, zur Neusser Druckerei und Verlag GmbH gehörig

LiteraturBearbeiten

  • Heinz Dohmen: Stadt Dormagen. In: Rheinische Kunststätten. Heft 217, Neuss 1979.
  • Simon Kolbecher: Zurückschauen, Hinschauen, Vorausschauen. 700 Jahre Pfarrei Sankt Odilia Gohr 1308–2008. Gohr 2008.
  • Gottfried Neuen: Pulheim im Wandel der Zeiten. Pulheim 1966.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Sozialbericht. (PDF) Stadt Dormagen, 31. Dezember 2017, S. 4, abgerufen am 31. März 2019.
  2. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 294.
  3. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. neuss.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. Stadtteilsteckbrief. (PDF) Stadt Dormagen, abgerufen am 6. November 2018.
  5. Kommunalwahlen 2014 in der Stadt Dormagen – Wahlbezirk Gohr. Stadt Dormagen, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 7. November 2018.

WeblinksBearbeiten