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Gert Scobel

deutscher Journalist, Fernsehmoderator, Autor und Philosoph
Gert Scobel bei der Verleihung des Grimme-Preises (2018)

Gert Scobel (* 12. Mai 1959 in Aachen) ist ein deutscher Journalist, Fernsehmoderator, Autor und Philosoph.

LebenBearbeiten

Gert Scobel studierte Philosophie und katholische Theologie zunächst an der Jesuiten-Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main, wo er 1983 das Diplom ablegte, sowie an der University of California, Berkeley, wo er ebenfalls einen Abschluss machte. Zurück in Frankfurt am Main, vertiefte er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität seine Kenntnisse in Wissenschaftstheorie und Sprachphilosophie und lehrte drei Monate an der University of San Francisco. Parallel zu seiner durch ein Stipendium ermöglichten Forschung am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München arbeitete Scobel als freier Mitarbeiter bei dem inzwischen eingestellten Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie beim Hessischen und Westdeutschen Rundfunk.

Seit 1995, also von Anfang an, war Scobel einer der Moderatoren der täglichen 3sat-Sendung Kulturzeit, aus der er im Dezember 2007 ausstieg. Zusätzlich moderierte er von 2001 bis 2003 das ARD-Morgenmagazin und von 2004 bis Januar 2008 an jedem zweiten Donnerstagabend die Sendung delta bei 3sat. Von 2003 bis 2014 übernahm er zunächst allein und ab 2008 im Wechsel die Moderation der Sendung sonntags – TV fürs Leben im ZDF. Seit April 2008 präsentiert er bei 3sat die einmal wöchentlich ausgestrahlte Sendung mit dem Namen scobel.[1]

Von 2006 bis 2013 führte er am Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie der Universität Zürich bei Ingolf Dalferth ein Promotionsprojekt zum Thema Pluralismus – Überlegungen zu einer Theorie komplexer Systeme durch, das er aber nicht abschloss.[2][3] Aus dem Projekt gingen zwei Veröffentlichungen hervor.[4][5] Daneben beschäftigt sich Scobel mit den Themen Weisheit und Meditation an der Schnittfläche von Theologie und Wissenschaft sowie mit ethischen und politischen Aspekten der Digitalisierung.[3][6] Scobel hatte mehrere Gastdozenturen inne, unter anderem bei der Universität Duisburg-Essen und der Universität Witten/Herdecke. Seit 2016 ist er Honorarprofessor für Philosophie und Interdisziplinarität an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.[7][3]

Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Scobel lebte bis 2008 mit Susanne Fröhlich zusammen, die er während seines Volontariates beim Hessischen Rundfunk kennengelernt hatte.[8][9] Sie lebten in der Nähe von Frankfurt am Main und haben zwei gemeinsame Kinder.[10]

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Weisheit: Über das, was uns fehlt. DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-8321-8016-4.
  • Der Ausweg aus dem Fliegenglas: Wie wir Glauben und Vernunft in Einklang bringen können. Fischer, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-10-070214-2.
  • Warum wir philosophieren müssen. Die Erfahrung des Denkens. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-10-070215-9.
  • Der fliegende Teppich. Eine Diagnose der Moderne. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-596-03689-9.
  • NichtDenken. Achtsamkeit und die Transformation von Körper, Geist und Gesellschaft. Nicolaische Buchhandlung, NP&I, Berlin 2018. ISBN 978-3-96476-012-8

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gert Scobel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gert Scobel Biographie bei 3sat.online. Abgerufen am 8. Dezember 2011.
  2. Pluralisms – towards a theory of complex systems In: Forschungsdatenbank Universität Zürich. Archiv-Link vom 28. März 2017.
  3. a b c Prof. Gert Scobel. Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, abgerufen am 31. Oktober 2019.
  4. Gert Scobel: Chaos, Selbstorganisation und das Erhabene. In: Christine Pries, Klaus Bartels (Hrsg.): Das Erhabene. Zwischen Grenzerfahrung und Grössenwahn. VCH, Weinheim 1989, ISBN 3-527-17664-0, S. 277–294.
  5. Gert Scobel: Postmoderne für Theologen? Hermeneutik des Widerstreits und Bildende Theologie. In: Hans-Joachim Höhn (Hrsg.): Theologie, die an der Zeit ist: Entwicklungen, Positionen, Konsequenzen. F. Schöningh, Paderborn 1992, ISBN 3-506-73936-0, S. 175–229.
  6. Gert Scobel: Politik als komplexes System: Bemerkungen zum Prozess der Digitalisierung, zur Anwendung von Heuristiken und zur Frage des Gemeinwohls. In: Zeitschrift für Politikwissenschaft. 4. September 2019, ISSN 1430-6387, doi:10.1007/s41358-019-00190-7 (springer.com [abgerufen am 31. Oktober 2019]).
  7. Gert Scobel wird Honorarprofessor an der H-BRS. In: Pressemitteilung. Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, 21. Juni 2016, abgerufen am 14. April 2018.
  8. Jacqueline Vogt: Susanne Fröhlich im Porträt. Als wäre sie eine Freundin, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 26. Januar 2013. Abgerufen am 27. Januar 2013.
  9. Susanne Fröhlich im Interview (Memento vom 12. Februar 2015 im Internet Archive), Frankfurter Neue Presse vom 21. Juni 2014, abgerufen am 30. Januar 2015
  10. Susanne Fröhlich & Gert Scobel. Trennung schon vor drei Jahren. In: BUNTE. 9. November 2011. Abgerufen am 4. Dezember 2011.