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Franz Josef Felten (* 10. Juli 1946 in Weiten) ist ein deutscher Historiker.

Franz Josef Felten legte 1966 in Saarburg das Abitur ab. Er studierte in Saarbrücken und Paris. Das erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Französisch und Geschichte absolvierte er 1971. Von 1972 bis 1977 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Saarbrücken tätig. Dort wurde er 1977 promoviert mit der Arbeit Äbte und Laienäbte im Frankenreich. Studie zum Verhältnis von Kirche und Staat im früheren Mittelalter. Von 1972 bis 1976 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Friedrich Prinz an der Universität des Saarlandes. Nach dem zweiten Staatsexamen 1979 war er Assistent bei Kaspar Elm und Hochschulassistent an der Freien Universität Berlin. 1990 habilitierte sich Felten mit der Arbeit Avignon und Paris. Untersuchungen zum politischen Handlungsspielraum der frühen avignonesischen Päpste in Berlin. In Essen hatte er 1990/91 eine Lehrstuhlvertretung inne. Er war als Professor für Mittelalterliche Geschichte in Dresden (1993) und in Halle-Wittenberg (1993 bis 1997) tätig. Von 1997 bis zu seiner Emeritierung lehrte er als Nachfolger von Stefan Weinfurter als Professor an der Universität Mainz. Seit 2003 leitete er das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz. Felten war 2004/5 Fellow am Institute for Advanced Study in Princeton. Er hatte 2005 eine Gastprofessur an der École pratique des hautes études inne. Felten ist Mitherausgeber des Historischen Jahrbuches und der Reihe Geschichtliche Landeskunde.

Felten ist Mitglied des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte, der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt, der Historischen Kommission für Nassau und zahlreicher weiterer wissenschaftlicher Gesellschaften. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Fragen aus dem Grenzbereich von Politik-, Kirchen- und Sozialgeschichte, die Frauen in der religiösen Bewegung und in den Orden des Mittelalters, die Sozialgeschichte, die Geschlechtergeschichte und das Papsttum in Avignon.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

Monografien

  • Äbte und Laienäbte im Frankenreich: Studie zum Verhältnis von Staat und Kirche im früheren Mittelalter (= Monographien zur Geschichte des Mittelalters. Bd. 20). Hiersemann, Stuttgart 1980, ISBN 3-7772-8018-6 (Zugleich: Saarbrücken, Universität, Dissertation, 1976).

Herausgeberschaften

  • Mittelalterliche Kaufhäuser im europäischen Vergleich (= Mainzer Vorträge. Bd. 18). Steiner, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-515-10983-3.
  • Preußen und Bayern am Rhein (= Mainzer Vorträge. Bd. 17). Steiner, Stuttgart 2014, ISBN 3-515-10774-6.
  • Städte an Mosel und Rhein von der Antike bis nach 1945 (= Mainzer Vorträge. Bd. 16). Steiner, Stuttgart 2013, ISBN 3-515-10456-9.
  • Mainzer (Erz-)Bischöfe in ihrer Zeit (= Mainzer Vorträge. Bd. 12). Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-08896-1.
  • Städtebünde – Städtetage im Wandel der Geschichte (= Mainzer Vorträge. Bd. 11). Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 3-515-08703-6.
  • mit Barbara Nichtweiß: Hrabanus Maurus: Gelehrter, Abt von Fulda und Erzbischof von Mainz (= Neues Jahrbuch für das Bistum Mainz. Beiträge zur Zeit- und Kulturgeschichte der Diözese. Bd. 2006) Publikationen Bistum Mainz, Mainz 2006, ISBN 3-934450-26-1.
  • mit Nikolas Jaspert: Vita Religiosa im Mittelalter. Festschrift für Kaspar Elm zum 70. Geburtstag (= Ordensstudien. Bd. 13). Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09965-6.

LiteraturBearbeiten

  • Eintrag Franz-Josef Felten. In: Jürgen Petersohn (Hrsg.): Der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte. Die Mitglieder und ihr Werk. Eine bio-bibliographische Dokumentation (= Veröffentlichungen des Konstanzer Arbeitskreises für Mittelalterliche Geschichte aus Anlass seines fünfzigjährigen Bestehens 1951–2001. Bd. 2). Thorbecke, Stuttgart 2001, ISBN 3-7995-6906-5, S. 129–132.

WeblinksBearbeiten