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Felicitas Woll beim Deutschen Fernsehpreis 2012

Felicitas Katharina Woll (* 20. Januar 1980 in Homberg (Efze)) ist eine deutsche Schauspielerin, Model und Sängerin. Bekannt wurde sie durch die ARD-Serie Berlin, Berlin und den Fernsehfilm Dresden.

LebenBearbeiten

AnfängeBearbeiten

Felicitas Woll wuchs im hessischen Harbshausen mit vier Geschwistern in einem Mehrgenerationenhaus auf. Als Kind reiste sie mit ihrer Mutter ein Jahr durch Europa. Sie begann zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester. Durch Zufall wurde sie von ihrem späteren Agenten Frank Oliver Schulz in der Diskothek Downtown in Korbach entdeckt.[1]

Mit 19 Jahren ging sie nach Peking und arbeitete dort für das chinesische Fernsehen in der deutsch-chinesischen Fernsehserie True Love Is Invisible/Magic Love. Für diese Serie drehte sie 20 Folgen ab. Nach einem Casting wurde sie für die RTL-Fernsehserie Die Camper engagiert und spielte dort drei Jahre die Rolle der „Tanja Ewermann“. 1998 nahm sie neben ihren Verpflichtungen als Schauspielerin Schauspielunterricht im Düsseldorfer Tanzhaus NRW bei Wladimir Matuchin. Hierfür zog sie nach Köln um.

Erste Erfolge und DurchbruchBearbeiten

Es folgten Serienrollen in Evelyn Hamanns Geschichten aus dem Leben und in Nesthocker – Familie zu verschenken. 2001 kam mit dem Kinofilm Mädchen, Mädchen von Dennis Gansel ihr schauspielerischer Durchbruch. Im selben Jahr übersiedelte sie nach Berlin, um die Figur der „Lolle“ in der ARD-Vorabendserie Berlin, Berlin zu spielen. Sie wurde hierfür 2002 mit dem Deutschen Fernsehpreis, zudem 2003 mit dem Grimme-Preis und 2004 mit der Goldenen Rose von Luzern für die beste weibliche Sitcom-Hauptrolle ausgezeichnet. Die Fernsehserie Berlin, Berlin erhielt 2004 einen Emmy.

Anfang 2003 war sie als Arzttochter Maruschka Steinborn in der Tatort-Episode Bienzle und der Tod im Teig zu sehen. 2004 spielte Woll die Hauptrolle der Mia in dem Kinofilm Abgefahren – Mit Vollgas in die Liebe. Im 2005 gedrehten ZDF-Zweiteiler Dresden verkörperte sie eine junge deutsche Krankenschwester, die sich während der Zerstörung der Stadt Dresden durch alliierte Bomber im Februar 1945 in einen britischen Piloten verliebt. 2008 war Woll in dem zweiteiligen Sat1-Drama Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen, welches das politische Geschehen in der DDR im Herbst 1989 thematisiert, neben Anja Kling und Hans-Werner Meyer in einer der Hauptrollen zu sehen. In dem ARD-Vertriebenendrama Kinder des Sturms (2009) verkörperte Woll die junge Witwe Rosemarie Hermann, die mit ihrem Vater, ihren zwei Kindern und ihrer Schwester Anfang 1945 aus Schlesien flieht, von ihren Kindern getrennt wird, und in ihrer neuen Heimat Stuttgart verzweifelt versucht, die Kinder wiederzufinden.[2]

Karriere seit 2010Bearbeiten

2011 spielte Felicitas Woll in dem ARD-Fernsehfilm Carl & Bertha die Rolle der Automobilpionierin Bertha Benz, Ken Duken übernahm als ihr Filmpartner die Rolle des Carl Benz.[3] 2013 stand sie in Die Männer der Emden erneut mit Ken Duken in den Hauptrollen zusammen vor der Kamera. Sie spielte die für den Film eigens erfundene Adelige Maria von Plettenberg, die sich heimlich mit dem jungen Marineleutnant Karl Overbeck (Ken Duken) verlobt.[4]

Seit 2013 spielt sie in der ZDF-Reihe Der Taunuskrimi nach den Romanen von Nele Neuhaus an der Seite von Tim Bergmann die Kommissarin Pia Sander, geschiedene Kirchhoff.

In der romantischen TV-Komödie Utta Danella – Von Kerlen und Kühen (2014) war Woll die Jungbäuerin Anna, die den elterlichen Betrieb in Oberbayern übernehmen soll.[5] 2015 war sie in dem Sat1-Drama Die Ungehorsame, der sich mit dem Thema „Häusliche Gewalt“ beschäftigte, als Leonie Keller zu sehen, die ihren Ehemann Alexander Keller in Notwehr umbringt. Für ihre schauspielerische Leistung erhielt sie den Bayerischen Fernsehpreis 2015 und den Quotenmeterpreis 2015.

In dem Alpenthriller Liebe bis in den Mord (2016) spielte Woll, die „die Hilf- und Ausweglosigkeit der Hauptfigur sehr glaubwürdig vermittelt“, die weibliche Hauptrolle der Sonja Gruber, die nach einem Dorffest vergewaltigt wurde, und 15 Jahre später dem Täter (Gabriel Raab) wieder begegnen muss.[6] 2017 spielte Woll in dem Fernsehfilm Nackt. Das Netz vergisst nie., der nach einer wahren Begebenheit entstand und in der Sat1-Themenwoche zum „Cyber-Mobbing“ ausgestrahlt wurde, die Mutter der 16-jährigen Lara, die Opfer von Cyber-Mobbing wird.[7] Im September 2019 war sie in Väter allein zu Haus die Ärztin Judith Lanius; ihr Ehemann Mark (David Rott) ist einer der vier im Mittelpunkt stehenden Familienväter.[8]

Engagement und PrivatesBearbeiten

Von 2004 bis 2005 war Felicitas Woll Model für die Young Fashion Serie von s.Oliver. Woll engagierte sich durch ihre Teilnahme an einer Posterkampagne des DS-Infocenters für Menschen mit Down-Syndrom. Auf den im Oktober 2005 veröffentlichten Postern und Postkarten war Felicitas Woll mit ihrem jüngeren Bruder Tassilo dargestellt, der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam. Sie spielt Klavier, Gitarre, Schlagzeug und Keyboard, sammelte Bühnenerfahrung als Sängerin und reitet. Woll ist Mutter von zwei Kindern[9][10] (* 2006, * 2018) und lebt mit ihren Kindern in Nordhessen.

FilmografieBearbeiten

DiskografieBearbeiten

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[12]
Baby, Now That I’ve Found You (feat. Two Is One)
  DE 64 02.06.2003 (5 Wo.)
  • 2003: Baby, Now That I’ve Found You (feat. Two Is One), CD-Single, aus der TV-Serie ‚Berlin, Berlin‘
  • 2015: Wenn der Mond scheint (erschienen auf Various Artists – Gute Nacht Sterne) [13]

AuszeichnungenBearbeiten

  • 2002: Deutscher Fernsehpreis (Beste Schauspielerin – Serie – Berlin, Berlin)
  • 2003: Grimme-Preis (Hauptrolle als Lolle in Berlin, Berlin)
  • 2004: Rose d’Or (Sitcom-Darstellerin – Berlin, Berlin)
  • 2006: Bayerischer Fernsehpreis – Nachwuchsförderpreis für ihre Rolle in Dresden
  • 2015: Bayerischer Fernsehpreis für ihre Rolle in Die Ungehorsame
  • 2015: Quotenmeterpreis – Preis als beste Darstellerin für ihre Rolle in Die Ungehorsame

WeblinksBearbeiten

  Commons: Felicitas Woll – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Interview von Felicitas Woll in der Sendung Lanz am 8. Mai 2013
  2. Felicitas Woll und das Vertriebenendrama der ARD. TV-Kritik. In: DIE WELT vom 25. März 2009. Abgerufen am 10. November 2019.
  3. Interview mit Bertha-Benz-Darstellerin Felicitas Woll über Autofahren und den Film. Abgerufen am 25. Oktober 2019.
  4. "Die Männer der Emden" in der ARD: Jede Menge Rosamunde Pilcher. Abgerufen am 25. Oktober 2019.
  5. Reihe „Utta Danella – Von Kerlen und Kühen“. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 10. November 2019.
  6. Fernsehfilm „Liebe bis in den Mord – ein Alpenthriller“. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 10. November 2019.
  7. Felicitas Woll beeindruckt in "Nackt. Das Netz vergisst nie". Abgerufen am 25. Oktober 2019.
  8. Felicitas Woll im Kurzinterview. Abgerufen am 25. Oktober 2019.
  9. Wie trennt man sich von der Liebe seines Lebens? bild.de vom 25. März 2009, abgerufen am 24. Mai 2011.
  10. Talea de Frese: Felicitas Woll - Juhu, sie wird wieder Mama!. Bunte.de, 17. August 2017
  11. Hinweis auf der Seite der Agentur von Woll (Memento vom 22. Januar 2016 im Internet Archive)
  12. Chartquellen: DE
  13. Unsere Sterne: Felicitas Woll auf Gute Nacht Sterne – Offizielle Website vom 16. Februar 2015