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Freiburger Turnerschaft von 1844

deutscher Sportverein
(Weitergeleitet von FT 1844 Freiburg)

Die Freiburger Turnerschaft von 1844 e.V. (kurz: FT oder FT 1844 Freiburg) ist ein Sportverein aus Freiburg im Breisgau und mit (Stand: 1. Januar 2018) 6.612 Mitgliedern[1] Südbadens drittgrößter Sportverein. Er ist Mitglied im Badischen Sportbund Freiburg und eines der Gründungsmitglieder des Freiburger Kreises.

FT 1844 Freiburg
Vereinslogo
Name Freiburger Turnerschaft von 1844 e.V.
Vereinsfarben Schwarz/Weiß
Gegründet 1844
Vereinssitz Freiburg im Breisgau
Mitglieder 6.612 (1. Januar 2018)[1]
Abteilungen 19[2]
Homepage ft1844-freiburg.de

Die FT 1844 Freiburg ist im FT-Sportpark in der Schwarzwaldstraße beheimatet. Die eigene Anlage, mit Rasen- und Kunstrasenspielfeld, zwei großen und fünf kleineren Sporthallen, einer Beachvolleyballanlage, sieben Tennisplätzen, einem vereinseigenen Fitnessstudio und einem Hallenbad, bietet für viele Sportarten ideale Voraussetzungen. In städtischen Hallen, sowie in den Räumlichkeiten des FT-Sportkindergartens im Rieselfeld finden zudem zahlreiche weitere Sportstunden statt.

19 Wettkampfabteilungen sind in der FT 1844 Freiburg zu Hause. Von American Football über Hockey, Volleyball, Tischtennis, Handball bis hin zu Kampfsport, Kunst- und Turmspringen, Rollkunstlaufen, Cheerleading, Turnen reicht die Angebotspalette im Wettkampfbereich.

Einen großen Stellenwert hat der Freizeitsportbereich. Das umfangreiche Angebot reicht vom Babyschwimmen bis hin zur Seniorengymnastik. Dabei ist es erklärtes Ziel der FT 1844 Freiburg, möglichst viele Menschen mit dem „Bewegungsvirus“ zu infizieren und zu einem gesünderen Leben zu bewegen.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Das FT-Hallenbad ist das einzige öffentliche Hallenbad im Freiburger Osten. Es steht Mitgliedern und Nichtmitgliedern offen.

Der Turnverein wurde 1844 gegründet. 1848 wurde er als staatsgefährdend verboten, da eine Gruppe bewaffneter Turner an den Osterkämpfen im Rahmen der Badischen Revolution teilgenommen hatte. Nach einer zwölfjährigen Zwangspause konnte der Verein 1860 wieder den Sportbetrieb aufnehmen. Im Jahre 1895 gründete der Verein als erster Verein Süddeutschlands eine eigene Frauenabteilung. 1905 konnte das Vereinsgelände auf dem alten Meßplatz an der Schwarzwaldstraße eingeweiht werden. 1919 schlossen sich die drei Turnvereine Freiburgs zur Freiburger Turnerschaft von 1844 e. V. zusammen. Am 21. Juli 1931 wurde das neue Vereinsgelände bezogen, der heutige FT-Sportpark. 1945 wurde der Verein aufgrund der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats[3] erneut aufgelöst. Das Vereinsgelände gehörte von nun an der französischen Besatzungsmacht. Als Nachfolgeverein wurde der VfL Freiburg gegründet. Erst im Jahre 1949 konnte sich die FT 1844 Freiburg unter dem alten Namen neu formieren.

In der Folge konnte der Verein über die Jahre hinweg erfolgreich expandieren, er baute zum Beispiel mit seinem Schwimmzentrum das dritte Vereinshallenbad in Deutschland, konzipierte den bundesweit ersten Sportkindergarten und führte 1978 den sozial gestaffelten Familienbeitrag ein. Mit der Eröffnung des Sportkindergartens im Rieselfeld, im Jahr 2001, und der U3 Einrichtung im Olympiahaus werden nunmehr jährlich über 300 Kinder in den Sportkindergären des Vereins betreut. Von der U3 Einrichtungen, über den Spieltreff für die Kleinsten, über die Sportkindergärten zum Hort – die Sportkindergärten erfreuen sich größter Beliebtheit. Mit der Gründung der ersten Sportgrundschule Deutschlands im Jahre 2007 wurde ein weiteres pädagogisches Projekt gestartet. Das in der deutschen Bildungslandschaft vielbeachtete Leuchtturmprojekt schickt sich an, eine ähnliche Erfolgsgeschichte zu werden wie der Sportkindergarten. Die staatlich anerkannte Sportgrundschule ist eine Ganztagsschule mit besonderem Sport- und Bewegungsprofil. 

Mit der Austragung der 54. Rollkunstlauf-Weltmeisterschaften 2009 in Freiburg, mit ca. 1000 Sportlern aus 28 Nationen, organisierte der Verein seine bisher größte Sportveranstaltung.[4]

Nach dem Tod seines Vorgängers Conrad Schroeder im Jahr 2006 wurde im April 2010 der ehemalige Regierungspräsident Norbert Nothhelfer (* 1937) zum Präsidenten der Turnerschaft gewählt.[5]

Bildung und SportBearbeiten

 
Die FT-Sportgrundschule ist die konsequente Weiterentwicklung des sportpädagogischen Konzeptes des Vereins.

Seit den 1970er Jahren ist die Freiburger Turnerschaft von 1844 freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe und mit sechs verschiedenen Sportkindergärten sportpädagogisch aktiv. Die Vernetzung von Sport und Bildung war und ist dem Verein ein wichtiges Anliegen und wissenschaftliche Studien belegen die Chancen, die ein integriertes Bewegungskonzept eröffnet. Die Sportgrundschule, die 2007 gegründet wurde, ist somit eine konsequente Weiterführung des bewegten Bildungskonzeptes der FT 1844 Freiburg.

StandortBearbeiten

 
FT-Sportpark

Die Hauptsportstätte ist der FT-Sportpark in der Schwarzwaldstraße. Das Vereinsgelände besteht aus zehn Hallen, jeweils ein Rasen- und Kunstrasenplatz sowie einer Tennisanlage. Durch eine Umgestaltung der Räumlichkeiten entstand 2004 ein vereinseigenes „Gesundheits- und Fitness-Studio“. Zudem hat der Verein eine Beachvolleyball-Anlage Dreisam-Beach sowie ein vereinseigenes Hallenbad, welches 2011 renoviert wurde. Außerdem sind noch ein Restaurant und ein Hotel angeschlossen.

Seit 2001 gibt es im Freiburger Stadtteil Rieselfeld einen FT-Sportkindergarten mit zwei weiteren Sporthallen.

Weitere Trainingsmöglichkeiten bestehen in Sporthallen und auf Sportplätzen der Freiburger Schulen.

KooperationenBearbeiten

Die Schwimmer der Schwimm-Abteilung starten gemeinsam mit dem Schwimm-Sport-Verein Freiburg in der Startgemeinschaft SG Regio Freiburg.

ErfolgeBearbeiten

 
Die Erste Männermannschaft der Volleyballabteiltung spiele von 2001 bis 2019 in der 2. Volleyball Bundesliga Süd

Im Bereich des Rollkunstlaufs sind die Sportler des Vereins besonders erfolgreich: Bei Weltmeisterschaften errangen sie 10 Mal Gold, 11 Mal Silber und 11 Mal Bronze. Bei Europameisterschaften 21 Mal Gold, 20 Mal Silber und 16 Mal Bronze.

  • 1959 Romi Weiß Studentenweltmeisterin im Fechten
  • 1963: Roland Losert (Juniorenweltmeister im Degenfechten)
  • 1964: Romi Weiß (Bronze bei den Olympischen Spielen in Tokio im Mannschaftsflorettfechten)
  • 1965: Helga Flöhl (Vize-Weltmeisterin Synchronspringen auf dem Trampolin)
  • 1968: Michael Obrecht (Vizeweltmeister im Rollkunstlauf)
  • 1970: Christine Kreuzfeldt (Weltmeisterin im Rollkunstlauf), Michael Obrecht (Weltmeister), Markus Gallmann (Vizeweltmeister im Rollkunstlauf)
  • 1971: Michael Obrecht (Weltmeister), Markus Gallmann (3. Platz bei der Weltmeisterschaft im Rollkunstlauf)
  • 1974: Michael Obrecht (Weltmeister im Rollkunstlauf)
  • 1975: Michael Obrecht (Vizeweltmeister im Rollkunstlauf)
  • 1981: Ingrid Losert (Vize-Weltmeisterschaft (Team) im Fechten)
  • 1982: Ingrid Losert (3. Platz bei der Weltmeisterschaft (Team) im Fechten), Fréderique Florentin (3-fache Junioren-Europameisterin Pflicht/Kür/Kombination im Rollkunstlauf), Susanne Schoeffler (Vizeweltmeisterin auf dem Trampolin)
  • 1983: Ingrid Losert (Vizeweltmeisterin (Team) im Fechten)
  • 1985: Fréderique Florentin (Vizeweltmeisterin Kombination, 2-fache Europameisterin Pflicht/Kombination, Vize-Europameisterin Kür im Rollkunstlauf)
  • 1986: Fréderique Florentin (Bronzemedaille Weltmeisterschaft Pflicht, 2-fache Europameisterin Pflicht/Kombination, Vize-Europameisterin Kür im Rollkunstlauf)
  • 1987: Fréderique Florentin (Europameisterin Pflicht, 2-fache Vize-Europameisterin Kür/Kombination im Rollkunstlauf)
  • 1988: Fréderique Florentin (Weltmeisterin Pflicht, Vize-Weltmeisterin Kombination, Europameisterin Pflicht, 3. Platz Europameisterschaft Kombination im Rollkunstlauf)
  • 1989: Jörg Finger (Vizeweltmeister (Amateure) im Skateboard-Freestyle), Fréderique Florentin (Vize-Weltmeisterin Pflicht, Europameisterin im Rollkunstlauf)
  • 1990: Sandra Siwinna (3. Platz Weltmeisterschaften Synchron und Team auf dem Trampolin), Markus Kaiser (Bronzemedaille Weltmeisterschaften Pflicht/Kombination im Rollkunstlauf)
  • 1991: Sandra Siwinna (3. Platz Weltmeisterschaften im Team auf dem Trampolin), Markus Kaiser (3. Platz Weltmeisterschaften)
  • 1998: Stefan Müller (Weltmeister Meisterklasse Herren Pflicht im Rollkunstlauf)
  • 2000: Andreas Scheuerpflug (Olympiateilnehmer in Sydney im Beachvolleyball)
  • 2001: Daniel Müller (Weltmeister Pflicht im Rollkunstlauf)
  • 2002: Frank Albiez (Weltmeister Kombination), Daniel Müller (3. Platz Weltmeisterschaft Pflicht im Rollkunstlauf)
  • 2003: Frank Albiez (Vizeweltmeister Pflicht, 3. Platz Weltmeisterschaft Kombination)
  • 2004: Frank Albiez (Weltmeister der Rollkunstläufer in Fresno und Europameister in der Pflicht), Lars Clad (Vizewelt- und Europameister der Junioren in der Pflicht), Fabian Clad (Europameister der Jugend in der Pflicht), Daniel Müller (jeweils die Bronzemedaille bei der Welt- und Europameisterschaft)
  • 2005: Frank Albiez (Vizeweltmeister bei den Weltmeisterschaften und Europameister im Rollkunstlauf in der Disziplin Pflicht, Kombination), Daniel Müller (Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften und Vize-Europameister im Rollkunstlauf in der Disziplin Pflicht, Kombination)
  • 2009: Dörte Baumert (Europameisterin der Junioren in 4 × 100 m Lagen Schwimmen), Lars Clad (Europameister in der Pflicht im Rollkunstlauf)
  • Die Volleyball-Männermannschaft spielte von 2001 bis 2019 in der 2. Bundesliga Süd

Der Verein wurde für seine sportfördernden Aktivitäten u. a. 1985 mit der Sportplakette des Bundespräsidenten (Ehrenpreis) und 2007 mit dem Goldner Stern des Sports des Deutschen Olympischen Sportbundes ausgezeichnet.[6]

AbteilungenBearbeiten

- Freiburg Sacristans (American Football) - Hockey - Volleyball - Schwimmen - Tennis - Freiburg Nuggets Cheerleader

FußballBearbeiten

Am 13. Dezember 1919 schloss sich der SC Freiburg der FT 1844 Freiburg an und stellte fortan dessen Fußballabteilung dar unter Beibehaltung seines Namens. Im Rahmen der Reinlichen Scheidung trennten sich beide Vereine 1924. Unter veränderten Rahmenbedingungen bildet dann der SC Freiburg ab dem 14. Mai 1938 wieder die Fußballabteilung der FT 1844 Freiburg mit eigenem Namen. Am 15. Juni 1946 wurde die FT 1844 Freiburg aufgelöst und in der Folge der VfL Freiburg als Nachfolger gegründet. Der Name FT 1844 Freiburg wurde wie oben beschrieben 1949 wieder angenommen. Erst 1952 wurde der SC Freiburg erneut selbständig.[7][8] Heute gibt es wieder eine Fußballabteilung bei der FT 1844 Freiburg, die bei den Junioren im Spielbetrieb aktiv ist.[9]

LiteraturBearbeiten

  • Ulrike Rödling, Heinz Siebold: Die „revolutionären“ Turner. Die Rolle der Freiburger Turner in der Badischen Revolution. In: Schau-ins-Land Heft 118, 1999, S. 187–194 (Digitalisat)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Freiburger Turnerschaft von 1844 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Mitgliederstatistik 2018
  2. Homepage des Vereins
  3. Direktive Nr. 23 bzgl. der Beschränkung und Entmilitarisierung des Sportwesens in Deutschland vom 17. Dezember 1945, beispielsweise enthalten in Claus Tiedemann: Alliierte Rechtsbestimmungen zum Sport in Deutschland 1944–1950 (Memento des Originals vom 21. Oktober 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sportwissenschaft.uni-hamburg.de (PDF; 395 kB), abgerufen am 13. September 2012
  4. Historie der FT 1844 Freiburg.
  5. Freiburg: Norbert Nothhelfer ist neuer Präsident der Turner, Badische Zeitung vom 9. April 2010, Zugriff am 30. Dezember 2010
  6. Liste Auszeichnungen des Vereins
  7. Klubgeschichte SC Freiburg
  8. Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7: Vereinslexikon. AGON-Sportverlag, Kassel 2001, ISBN 3-89784-147-9.
  9. Seite des Vereines bei fussball.de, abgerufen am 1. Juni 2015


Koordinaten: 47° 59′ 25,7″ N, 7° 53′ 1,5″ O