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Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino

länderübergreifende Region in Europa

Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino wurde 1998 mit dem Ziel gegründet, die Staatsgrenzen überschreitende Zusammenarbeit der seit 1918 geteilten Tiroler Landesteile in Österreich (Nord- und Osttirol, heute Bundesland Tirol) und in Italien (Südtirol und Trentino) zu fördern.

Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino
 

Lage der Europaregion in Mitteleuropa
Sitz der Organe Bozen
Vorsitz Günther Platter (ÖVP)
Generalsekretär Christoph von Ach
Mitgliedstaaten

Flag of Austria.svg Österreich
Flag of Italy.svg Italien

Assoziierte Mitglieder

AUT Tirol COA.svg Bundesland Tirol
Suedtirol CoA.svg Südtirol
Trentino CoA shield.svg Trentino

Amts- und Arbeitssprachen

Deutsch, Italienisch, Ladinisch, Zimbrisch, Fersentalerisch

Fläche 26.254 km²
Einwohnerzahl ca. 1,8 Mio.
Bevölkerungsdichte 69 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt ca. 67 Mrd. Euro
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner ca. 37.222 Euro
Gründung

1998

Währungen

Euro

www.europaregion.info/de/default.asp
Wimpel mit Flaggen der Europaregion

ÜberblickBearbeiten

Die Zusammenarbeit der drei Landeshauptleute in nahezu allen Bereichen soll auch die kulturelle Identität der Menschen der Region stärken. Es finden gemeinsame Landtage statt, die sogenannten „Dreierlandtage“ beziehungsweise „Viererlandtage“ (mit Vorarlberg), und auch das gemeinsame kulturelle und politische Leben wird vertieft.

Aufgrund der Europäischen Union und des Schengener Abkommens geht die Bedeutung der Staatsgrenze im Tiroler Raum zurück. Darüber hinaus trägt der Euro als gemeinsame Währung zusätzlich zum wirtschaftlichen Zusammenwachsen der Region bei. 2011 fand außerdem die Institutionalisierung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino in Form eines Europäischen Verbunds territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) statt. Der EVTZ ist ein von der EU vorgesehener Zusammenschluss von Ländern, mit dem eine Zusammenarbeit auf eine höhere, institutionelle Ebene gehoben werden kann.[1]

Seit 1995 betreiben die drei Länder ein gemeinsames Verbindungsbüro in Brüssel.

Im Juli 2014 luden die Landeshauptleute Arno Kompatscher, Ugo Rossi und Günther Platter bei einer zweitägigen Veranstaltung auf Schloss Prösels dazu ein, über das Europa der Regionen zu diskutieren, mit dem Anspruch der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino darin eine Vorreiterrolle einzunehmen. Einschlägige Experten und Vordenker konnten für die Veranstaltung gewonnen werden.[2] Dabei traf sich auch politische Prominenz aus Wien und Rom, um dem EVTZ Projekt ihre Unterstützung zuzusichern.[3]

Territoriale AusdehnungBearbeiten

 
Die drei Länder der Region:
Tirol
Südtirol
Trentino

Heute definiert sich die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino als die Summe der zwei Provinzen Trentino, Südtirol und dem Bundesland Tirol. Die Europaregion erstreckt sich auf einer Fläche von 26.245 km² und zählt 1.809.849 Einwohner. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 67,6 Milliarden Euro.

Ursprünglich wurde die Europaregion gemeinsam mit Vorarlberg gegründet. So kam es 1991 zu einem ersten Viererlandtag in Meran. Bereits im Zuge des zweiten Viererlandtages in Innbruck 1993, gab der Vorarlberger Landtagspräsident Bertram Jäger den Wunsch nach selektiver und somit reduzierter Mitarbeit bekannt. Zitat aus dem Protokoll: Er begründete diese Haltung Vorarlbergs mit dem Hinweis, dass neben der Euregio Tirol auch eine Euregio Bodensee im Entstehen sei und dass sich Vorarlberg aus historischen, kulturellen und geographischen Gründen eher letzterer zugehörig fühle und dort auch konkret mitarbeiten wolle. Dieses klare Bekenntnis zur Euregio Bodensee schließe aber eine Mitarbeit Vorarlbergs im Rahmen des Viererlandtages nicht aus, nur müsse diese Mitarbeit eine reduzierte, selektive, das heißt auf jene Bereiche beschränkte Mitarbeit sein, die Vorarlberg auch direkt berühren und interessieren. Präsident Jäger fügte hinzu, dass somit eine Neupositionierung bzw. ein Überdenken der Rolle Vorarlbergs im Rahmen des Viererlandtages unerlässlich und auch im Interesse der anderen drei Partner sei, da Vorarlberg auf keinen Fall als Bremser oder Hemmschuh auftreten und dadurch den Spielraum der anderen drei Landtage einengen möchte.[4] Fortan beschränkte sich Vorarlberg auf eine Beobachterrolle, entsandte zu den folgenden Dreierlandtagen aber stets seinen Landtagspräsidenten.

 
Gemeinden und das Jahr des Provinzwechsels

Wenn auch nicht offiziell betont, gibt es eine gewisse historische Verbundenheit mit jenen Gemeinden, die unter dem italienischen Faschismus vom ursprünglichen Gebiet abgetrennt wurden: die drei ladinischen Gemeinden des Souramonts (heute Provinz Belluno), die Gemeinde Pedemonte (heute Provinz Vicenza), sowie die Gemeinden Magasa und Valvestino (beide heute Provinz Brescia). Im Herbst 2014 wurde beim Dreierlandtag in Schwaz beschlossen, den drei Gemeinden des Souramonts zur verstärkten Zusammenarbeit eine Beobachterrolle einzuräumen.[5] Weiters hatte im März 2015 die Provinz Belluno um Aufnahme als Beobachter angefragt.[6]

Weitere überregionale Projekte und OrganisationenBearbeiten

Im Sinne der sprachübergreifenden, überregionalen Zusammenarbeit im europäischen Kontext interagiert der EVTZ mit anderen kooperativen, teils überlappenden, teils ergänzenden Projekten. Zu nennen wären da

PräsidentschaftBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten