Waidring

Gemeinde in Österreich
Waidring
Wappen Österreichkarte
Wappen von Waidring
Waidring (Österreich)
Waidring
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 63,71 km²
Koordinaten: 47° 35′ N, 12° 34′ OKoordinaten: 47° 35′ 0″ N, 12° 34′ 11″ O
Höhe: 778 m ü. A.
Einwohner: 2.050 (1. Jän. 2020)
Postleitzahl: 6384
Vorwahl: 05353
Gemeindekennziffer: 7 04 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 9
6384 Waidring
Website: www.waidring.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Georg Hochfilzer (Wir für Waidring)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(13 Mitglieder)

5 Wir für Waidring,
2 FPÖ,
2 Parteifrei für Waidring,
2 SPÖ,
2 Unser Waidring

Lage von Waidring im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei KitzbühelBrixen im ThaleFieberbrunnGoing am Wilden KaiserHochfilzenHopfgarten im BrixentalItterJochbergKirchberg in TirolKirchdorf in TirolKitzbühelKössenOberndorf in TirolReith bei KitzbühelSchwendtSt. Jakob in HausSt. Johann in TirolSt. Ulrich am PillerseeWaidringWestendorfTirolLage der Gemeinde Waidring im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Waidring im Sommer
Waidring im Sommer
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Waidring ist eine Gemeinde mit 2050 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) im österreichischen Bundesland Tirol am Fuße der Loferer Steinberge und der Steinplatte. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk und Bezirk Kitzbühel.

GeographieBearbeiten

Die Ortschaft liegt am Dreiländereck mit Bayern und Salzburg, im Strubtal (Loferbach/Haselbach). Bei Waidring befindet sich eine Talwasserscheide, das Tal setzt sich als Wald bis ins Leukental nach Erpfendorf fort (Innerwaldbach).

GemeindegliederungBearbeiten

Ortsteile der Gemeinde sind Alpbachsiedlung, Auergasse, Berger, Brennhütte, Durchkaseralm, Enthgrieß, Geppenbühel, Hausergasse, Unterwasser, Strub, Rettenmoos, Haselbach, Hausstatt, Kranebittbauer, Mühlausiedlung, Mühltal, Reiterdörfl, Schöttl, Schredergasse, Sonnwendstraße, Steinplatte und Winkl.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind Kössen, Kirchdorf in Tirol, Lofer, Reit im Winkl und Sankt Ulrich am Pillersee.

GeschichteBearbeiten

 
Denkmal für die Freiheitskämpfer 1796–1814

In einer Traditionsnotiz des Stifts St. Peter in Salzburg von ca. 1143–1147 wird Waidring als „Waitheringin“ erstmals urkundlich erwähnt.[1] Um das Jahr 1266/67 kauften die Brüder des Salzburger Erzbischofs Friedrich von Walchen Güter in Waidring. Die barocke Pfarrkirche, die vermutlich zwei Vorgängerbauten hatte, wurde 1764 geweiht. Bis zur Säkularisation im Jahre 1803 lagen die Grundherrschaft bei den Walchen aus dem Pinzgau. Landesherrschaftlich gehört Waidring seit 1504 zu Tirol.

Während des fünften Koalitionskriegs wurde Waidring, nach der Niederlage der Tiroler am Pass Strub, am 11. und 12. Mai 1809 von bayerischen Truppen geplündert. Kirchlich gehörte Waidring zum Bistum Chiemsee, bis es 1817 zur Erzdiözese Salzburg kam. Im Jahre 1821 gab es im Gemeindegebiet 108 Häuser, und für 1834 sind 762 Einwohner belegt.

Im Mai 1945 wurde der nationalsozialistische Publizist Julius Streicher nach einer Anzeige aus der Bevölkerung durch Soldaten der US Army in Waidring festgenommen.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Waidring hat in den letzten Jahrzehnten ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum, was sowohl auf eine positive Geburtenbilanz als auch auf eine positive Wanderungsbilanz zurückzuführen ist.[3]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Ruine und Kapelle am Pass Strub

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

  • Tourismus: Waidring bildet mit den Gemeinden Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob im Haus und St. Ulrich am Pillersee den Tourismusverband Pillerseetal.
  • Waidring ist ein Ausgangspunkt für Wanderer und Skifahrer auf die Steinplatte und das Pillerseetal.

VerkehrBearbeiten

 
Talstation der Gondelbahn zur Steinplatte

Durch das Gemeindegebiet von Waidring verläuft die Umfahrungsstraße der Loferer Straße B 178, die mit dem Kleinen Deutsches Eck eine bedeutende Ost-West-Verbindung Österreichs ist.

Talpass Waidring
Himmelsrichtung Ost West
Passhöhe 777 m ü. A.
Region Tirol, Österreich
Wasserscheide Haselbach / Loferbach / Saalach / Salzach / Inn Innerwaldbach / Großache (Kössener Ache) / Tiroler Achen / Alz / Inn
Talorte Lofer Erpfendorf
Ausbau Loferer Straße B 178[4]
Gebirge Kirchbergstock bzw. Loferer und Leoganger Steinberge / Steinplatte bzw. Chiemgauer Alpen
Besonderheiten Talwasserscheide
Profil
Ø-Steigung 1,5 % (157 m / 10,7 km) 2,2 % (145 m / 6,6 km)
Koordinaten 47° 35′ 18″ N, 12° 33′ 8″ O

Bei Unterwasser zweigt die Pillerseestraße L 2 über St. UlrichSt. Jakob nach Fieberbrunn ab (dort Anschluss Hochkönig Straße B 164).

Eine Mautstraße führt auf die Steinplatte.

BildungBearbeiten

 
Volksschule Waidring

Im Ort gibt es eine neu errichtete Volksschule sowie einen Kindergarten.

PolitikBearbeiten

 
Gemeindeamt Waidring

Die Gemeinderat hat insgesamt 13 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 1998 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 5 Wir für Waidring – Bürgermeisterliste – ÖVP, 3 Waidring Aktiv – Liste Barbara Millinger – AAB, 2 Junge Parteifreie Liste – Waidringer für Waidring, 2 Waidringerliste – SPÖ und 1 Die Freiheitlichen für Waidring – FPÖ.[5]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2004 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 4 Wir für Waidring – Bürgermeisterliste – ÖVP, 4 Waidring Aktiv – Liste Georg Hochfilzer – AAB, 3 Parteifreie Liste – Waidringer für Waidring und 2 Waidringerliste – Benedikt Foidl – SPÖ.[6]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 6 Wir für Waidring – Liste Georg Hochfilzer, 4 Parteifreie Liste – Waidringer für Waidring, 1 Die Freiheitlichen für Waidring – FPÖ, 1 Waidringerliste – Benedikt Foidl – SPÖ und 1 "fair und unabhängig".[7]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 5 Wir für Waidring, 2 FPÖ, 2 Parteifrei für Waidring, 2 SPÖ und 2 Unser Waidring.[8]

BürgermeisterBearbeiten

  • 1945–1950 Johann Obermoser (ÖVP)
  • 1989–2010 Heinrich Kienpointner (Wir für Waidring)
  • seit 2010 Georg Hochfilzer (Wir für Waidring)

WappenBearbeiten

In schwarz drei abgeledigte, sich nach unten verjüngende rote Stufen.

Das Wappen ist abgeleitet vom Siegel des Edlen Otto von Walchen, dem das Dorf Waidring und die niedere Gerichtsbarkeit über das ganze Dorf gehörte. 1297 kaufte Konrad, Erzbischof von Salzburg, von der Tochter Ottos von Walchen und deren Gemahl von Freundsberg u. a. das Urbar zu Waithering. Die zur Vorlage verwendeten Siegel Ottos von Walchen hängen an zwei Urkunden vom 12. Juli 1272 und 29. Sept. 1273, welche im Österreichischen Staatsarchiv verwahrt sind.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Ehrenbürger der GemeindeBearbeiten

  • 2018: Heinz Kienpointner, Altbürgermeister (1989–2010)[9]

Personen mit Bezug zur GemeindeBearbeiten

  • Alexander Kreuter (1886–1977), Wirtschaftsjurist, spendete zweimal Kirchenglocken für die Pfarrkirche
  • Günther Nenning (1921–2006), Journalist, Autor, politischer Aktivist und Religionswissenschafter, starb hier
  • Wolfgang Ambros (* 1952), Austro-Popmusiker, wohnt hier
  • Nihils, Indie/Pop Musikgruppe

WeblinksBearbeiten

Commons: Waidring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 28, Nr. 405.
  2. http://politicalvelcraft.org/2012/09/27/is-it-possible-to-convict-media-personalities-for-war-crimes-the-answer-is-yes-we-did-it-at-nuremberg/
  3. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Waidring, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  4. Bei Lofer Alte Loferer Bundesstraße, heute als B 311f Ast der Pinzgauer Straße
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1998 in Waidring. Land Tirol, 15. März 1998, abgerufen am 29. August 2020.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2004 in Waidring. Land Tirol, 7. März 2004, abgerufen am 29. August 2020.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Waidring. Land Tirol, 14. März 2010, abgerufen am 29. August 2020.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2016 in Waidring. Land Tirol, 28. Februar 2016, abgerufen am 29. August 2020.
  9. MENSCHEN IM BLICKPUNKT: Heinz Kienpointner. kitzanzeiger.at, 17. Oktober 2018.