Ermenek

Distrikt von Karaman

Ermenek, früher Germanicopolis, ist eine türkische Stadt in der Provinz Karaman und ein gleichnamiger Landkreis. Er liegt im Südwesten der Provinz Karaman und grenzt an die Provinz Mersin. In der Kreisstadt sind 40 % der Landkreisbevölkerung vereint. Neben der Kreisstadt Ermenek (Merkez) gibt es noch die Städte (Belediye) Güneyyurt (5051) und Kazancı (2513 Einwohner) sowie 26 Dörfer (Köy) von denen aber nur Ardiçkaya mehr als 1000 Einwohner zählt.

Ermenek
Wappen fehlt
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Ermenek (Türkei)
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Ermenek 01.jpg
Basisdaten
Provinz (il): Karaman
Koordinaten: 36° 38′ N, 32° 54′ OKoordinaten: 36° 38′ 25″ N, 32° 53′ 32″ O
Höhe: 1200 m
Einwohner: 11.274[1] (2018)
Telefonvorwahl: (+90) 338
Postleitzahl: 70 400
Kfz-Kennzeichen: 70
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Gliederung: 16 Mahalle
Bürgermeister: Atila Zorlu (İYİ Parti)
Website:
Landkreis Ermenek
Einwohner: 28.832[1] (2018)
Fläche: 1.242 km²
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Kaymakam: Mehmet Demir
Website (Kaymakam):

Die Stadt Ermenek hat 11.274 Einwohner und der Landkreis 28.832 (Stand Ende 2018). Ermenek liegt in einer Höhe von etwa 1200 m im Taurusgebirge. Am Zusammenfluss zweier Zuflüsse des Göksu, dem Ermenek Çayı und Küçük Çayı, wurde 2009 die Ermenek-Talsperre gebaut.

Die Stadt war in der Antike Teil der Landschaft Isaurien und wurde nach dem römischen Feldherrn Germanicus benannt. Ermenek stand unter römischer und später unter byzantinischer Herrschaft. Der Name Germanicopolis änderte sich nachher unter den armenischen Rubeniden im 12. Jh. in Germanig. 1228 eroberten die türkischen Rum-Seldschuken unter ihrem Herrscher Kai Kobad I. Ermenek. Nach dem Niedergang der Rum-Seldschuken wurde Ermenek Teil des Fürstentums der Karaman. Der Name änderte sich mit der Zeit von Germanig in Ermenek. Im 15. Jh. wurden die Karaman von den Osmanen geschlagen und Ermenek Teil des Osmanischen Reiches. Dies blieb es bis 1923. Seitdem ist Ermenek Teil der Türkei.

Auf dem Hügel Bezciler südlich der Stadt wurde 1939 das Felsrelief von Ermenek gefunden, das Kurt Bittel als möglicherweise hethitisch deutete.[2] Es ist heute vermutlich zerstört.[3]

Am 28. Oktober 1994 stürzten in mehr als 300 Meter Tiefe Teile einer Grube ein und wurden überflutet. Rund 11.000 Kubikmeter Wasser drangen in den Schacht ein. Zehn Grubenarbeiter starben und acht wurden gerettet.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Rifat Orhan Göksu (1901–1988), türkischer Jurist und von 1965 bis 1966 Vizepräsident des Verfassungsgerichts
  • Fikret Ünlü (1943–2019), türkischer Lehrer, Direktor und Politiker (DSP)
  • Emin Alper (* 1974), türkischer Regisseur

WeblinksBearbeiten

Commons: Ermenek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Nufusune.com, abgerufen am 15. April 2019
  2. Eberhard P. Rossner: Felsdenkmäler in der Türkei. Band 1: Die hethitischen Felsreliefs in der Türkei. Ein archäologischer Führer. 2., erweiterte Auflage, Rossner, München 1988, ISBN 3-924390-02-9, S. 233–234.
  3. Ermenek auf hittitemonuments.com