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Elmar Schmähling

deutscher Marineoffizier und Politiker

Elmar Schmähling (* 17. Februar 1937 in Bad Neustadt an der Saale) ist ein ehemaliger deutscher Flottillenadmiral und Autor. Von 1982 bis 1983 leitete er den Militärischen Abschirmdienst, von 1984 bis 1990 das Amt für Studien und Übungen der Bundeswehr. Nach seiner Pensionierung setzte er sich in mehreren Büchern kritisch mit der Bundeswehr auseinander.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Schmähling trat nach dem Abitur am 1. September 1957 in die Bundesmarine ein. Nach seiner Ausbildung zum Marineoffizier, u. a. auf dem französischen Schulkreuzer Jeanne d’Arc, wurde er am 8. März 1960 zum Leutnant zur See befördert und diente als U-Jagd-Offizier und Ausbilder u. a. auf den Schulfregatten Hipper und Graf Spee. 1963 ging er für ein Jahr auf Ausbildungsmission zur Küstenpolizei von Madagaskar. Danach diente er wieder bei der U-Jagd auf Zerstörer 3. 1967 wurde er Hörsaalleiter an der Unterwasserwaffenschule in Eckernförde. Von 1969 bis 1971 absolvierte er an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg-Blankenese den Admiralstabslehrgang und war danach als Korvettenkapitän Erster Offizier auf Zerstörer 4. 1972 wurde er Hörsaalleiter beim Stabsoffizier- und Auswahllehrgang der Marine in Hamburg. Von 1974 bis 1976 nahm er als Admiralstabsoffizier zentrale Führungsaufgaben wahr.[1]

Nach verschiedenen Verwendungen im Militärischen Abschirmdienst (MAD) war er dort von Februar 1982 bis September 1983 Amtschef. Schmähling war der neuen CDU-geführten Bundesregierung Kohl nicht genehm und wurde aufgrund einer privaten Affäre abgelöst.[2] Er war danach für die Stiftung Wissenschaft und Politik tätig und wurde am 1. Oktober 1984 zum Chef des Amtes für Studien und Übungen der Bundeswehr ernannt. Am 16. Januar 1990 wurde er ohne Angabe von Gründen nach § 50 des Soldatengesetzes in den einstweiligen Ruhestand versetzt.[3] Nach der Pensionierung trat er als Autor einiger Bücher in Erscheinung, in denen er sich kritisch mit der Bundeswehr, ihrem Auftrag und den Grenzen militärischer Konfliktlösung und -vermeidung auseinandersetzte. Zugleich wurde er Geschäftsführer eines kleinen IT-Unternehmens, das jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet. Am 13. März 1998 stellte die PDS ihn als Direktkandidaten für den Wahlkreis Berlin-Mitte / Prenzlauer Berg für die Bundestagswahl vor.[4] Bereits am 23. März 1998 zog Schmähling seine Kandidatur zurück, nachdem ein Ermittlungsverfahren gegen ihn bekannt wurde.[5] Am 27. August 1998 wurde Schmähling wegen Insolvenzverschleppung, Untreue und Betrug zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt,[6] nachdem er im Zuge der Ermittlungen 1996 bereits zwei Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte.[7]

Schmähling war Mitglied im erweiterten Vorstand des Vereins Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde.[8]

Schmähling ist geschieden und hat drei erwachsene Söhne.

VeröffentlichungenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Elmar Schmähling. In: munzinger.de. Abgerufen am 6. Juni 2018 (Kurzbiografie; Anfang kostenfrei abrufbar).
  2. E. kommt, Der Spiegel, 9/1984, S. 34
  3. 16.01.1990. Tagesschau (ARD), 16. Januar 1990, abgerufen am 15. Februar 2017.
  4. Der Spiegel, Ausgabe 12/1998 – Streit um Schmähling
  5. Norbert Pütter: Chronologie. In: CILIP - Bürgerrechte und Polizei. Abgerufen am 6. Juni 2018.
  6. Simone Breddermann, Katharina Kempfer: Chronologie. In: CILIP - Bürgerrechte und Polizei. Abgerufen am 6. Juni 2018.
  7. Der Kandidat und seine Gläubiger. In: Berliner Zeitung. Abgerufen am 6. Juni 2018.
  8. Jan Thomsen: Die GBM soll nicht mehr gemeinnützig sein. In: Berliner Zeitung. 7. April 2008, abgerufen am 6. Juni 2018.

WeblinksBearbeiten