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Ellingshausen (Knüllwald)

Ortsteil von Knüllwald

Ellingshausen ist ein Ortsteil im Südosten der Gemeinde Knüllwald im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Ellingshausen
Gemeinde Knüllwald
Koordinaten: 50° 57′ 20″ N, 9° 31′ 20″ O
Höhe: 363 (386–527) m
Fläche: 8,18 km²[1]
Einwohner: 154 (30. Jun. 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34593
Vorwahl: 06677

GeographieBearbeiten

Das Dorf liegt im Knüllgebirge am östlichen Efze-Zufluss Breitenbach. Durch Ellingshausen führt die Landesstraße 3153, die Autobahn 7 verläuft gut 1 km südwestlich des Ortes.

GeschichteBearbeiten

Ersterwähnung und NameBearbeiten

Der Ort wurde als Elingshausen erstmals 1317 urkundlich erwähnt.[3] Einer Sage nach wurde das Dorf von einem Einsiedler namens Ellinc gegründet, daher der Ortsname.

Historische Namensformen waren:[1]

  • Elingshausen (1317)
  • Ellingishußin (1398)
  • Ellingshaußen (1603)
  • Ehlingshaußen (1706)

MittelalterBearbeiten

Die Witwe Elisabeth des Cunrad von Wallenstein verkaufte 1317 mit ihren Söhnen Symon und Ludovicus das Gericht und „villam nostram Elinghausen,“ unser Dorf Ellingshausen mit allem Zubehör. Die Familie von Wallenstein lebte damals bereits auf der Neuwallenstein. Käufer waren Odegaba, die Ehefrau des Ritters Henricus de Homberg und ihre Söhne Symon und Henricus. Dies geschah am 2. Feiertag nach Agatha (5. Februar).

1398 befanden sich Gericht und Dorf „Ellingishußin“ im Besitz der von Homberg. Nach Aussterben der von Homberg gelangte Ellingshausen 1427 vermutlich durch die Heirat einer Erbtochter an die von Baumbach.

In der Gemarkung Ellingshausen finden sich die ehemaligen Wüstungen Finckenbach, Glasewald, Glashütte und Roßbach.

NeuzeitBearbeiten

1715 erwarb die Landgrafschaft Hessen-Kassel käuflich das halbe Gericht Ellinghasuen; 1749 dann die gesamte Gerichtsbarkeit. Ellingshausen gehörte 1742 in das Amt Homberg.[4]

Aus dem Dorf wurden acht Männer zu den hessischen Truppen gezwungen, welche auf britischer Seite im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpfen sollten. Allerdings desertierten die meisten oder wurden beurlaubt.

Heinrich Hagemann war Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Ellingshausen von 1949 bis zum 31. Dezember 1971, als sich Ellingshausen im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Knüllwald zusammenschloss.[5]

ReligionBearbeiten

Bereits 1398 ist eine Kirche im Eigentum der Familie von Homberg belegt. Die evangelische Kirche wurde in den Jahren von 1781–84 als Saalbau von 3 × 1 Fensterachse erbaut. Ein auf 1620 datiertes Epitaph verweist auf eine ältere Kirchentradition am Ort.

WappenBearbeiten

Am 15. November 1966 wurde der Gemeinde Ellingshausen im Landkreis Fritzlar-Homberg ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In einem von Silber und Grün schräg geteilten Schild in verwechselten Farben oben in Silber ein schräggelegtes grünes Eichenblatt und unten ein schräg verlaufender silberner Wellenbalken in Grün.[6]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Ellingshausen, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 14. Dezember 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Der Ort im Internetauftritt der Gemeinde Knüllwald, abgerufen im August 2015
  3. Georg Lennep, Abhandlung von der Leyhe zu Landsiedel_Recht, Bd. 2: Codex probationum, Marburg 1768, S. 269 f, Nr. 114.
  4. Georg Landau, Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. Kassel 1842.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 391.
  6. Genehmigung eines Wappens und einer Flagge der Gemeinde Ellingshausen, Landkreis Fritzlar-Homberg, Regierungsbezirk Kassel vom 15. November 1966. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1966 Nr. 49, S. 1522, Punkt 1339 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,6 MB]).