Berndshausen

Ortsteil von Knüllwald

Berndshausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Knüllwald im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Berndshausen
Gemeinde Knüllwald
Koordinaten: 51° 2′ 35″ N, 9° 28′ 55″ O
Höhe: 303 (302–407) m
Fläche: 4,04 km²[1]
Einwohner: 210 (30. Jun. 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 34593
Vorwahl: 05685
Karte
Berndshausen von oben

GeografieBearbeiten

Berndshausen liegt am Nordwestrand des Knüllgebirges, etwa 5 km ostnordöstlich der Kreisstadt Homberg (Efze), auf einem flachen Bergrücken im Quellbereich des Ertzelsbaches. Die Kreisstraße 30 von Homberg nach Beiseförth führt durch den Ort. Nachbarorte sind Sipperhausen im Norden, Oberbeisheim im Südosten, Welferode im Südwesten und Dickershausen im Nordwesten. Die Bundesautobahn 7 führt 1 km östlich am Dorf vorbei; die nächste Auffahrt ist etwa 5 km weiter nördlich südlich bei dem Malsfelder Ortsteil Ostheim.

GeschichteBearbeiten

Berndshausen wurde urkundlich erstmals 1248 als „Bernishusin“ erwähnt.[1] Das Dorf war landgräflich-hessischer Besitz, der von den Landgrafen als Lehen ab 1303 an ihre Lehnsleute, die Herren von Riedesel, vergeben wurde. Diese Belehnung, erstmals im Jahre 1303 von Landgraf Heinrich I. getätigt, schloss spätestens ab 1376 die Niedere Gerichtsbarkeit ein und wurde bis 1822 immer wieder erneuert. Auch als die Riedesel das Dorf 1488 an einen Homberger Bürger verkauften, blieb die Gerichtsbarkeit als landgräfliches Lehen in ihrer Hand; sie wurde ab 1735 von Riedesel’schen Gericht in Ersrode ausgeübt. Zehnteinkünfte aus Berndshausen standen im Laufe der Geschichte verschiedenen Lehnsinhabern zu, unter ihnen vor allem den Herren von Löwenstein.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Berndshausen am 1. Januar 1974 kraft Landesgesetz ein Ortsteil der Gemeinde Knüllwald.[3][4] Für den Ortsteil wurde ein Ortsbezirk gebildet.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahl des kleinen Orts hat sich seit der Mitte des 18. Jahrhunderts kaum wesentlich verändert, mit Ausnahme des zeitweiligen Anstiegs durch Ausgebombte und Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1742 wurden 51 Häuser gezählt, 1747 waren es 41 Hausgesesse. 1834 waren es 228 Einwohner. 1885 waren es 244, und 1939 waren es mit 254 kaum mehr. Im Jahre 1950 hingegen wurden 396 Einwohner gezählt, ein Zuwachs von 56 %. Schon 1961 war diese Zahl jedoch bereits wieder auf 298 gesunken, und heute sind es 238.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

KircheBearbeiten

Die evangelische Dorfkirche ist eine Wehrkirche aus dem Jahre 1729. Sie steht innerhalb eines rechteckig ummauerten Wehrkirchhofs, mit sehenswertem alten Wehrtor aus dem Jahre 1452. Im Mai 1999 wurde wegen Einsturzgefahr, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Evangelischen Landeskirche in Kassel, mit großem Kostenaufwand mit der Renovierung der Kirche begonnen. Finanziert wurde die Renovierung durch die Landeskirche, das Amt für Denkmalpflege und die Gemeinde Knüllwald. Der Kirchenvorstand veranstaltete zur Mithilfe der Finanzierung ein Backhausfest mit Tombola. Durch den Erlös konnte die Neuanschaffung von Leuchtern und einem Taufstein finanziert werden.

GerichtsplatzBearbeiten

 
Gerichtsplatz mit Linden

An der Ostseite des Wehrkirchhofs befindet sich der ehemalige Gerichtsplatz mit steinernem Gerichtstisch und zwei mächtigen geleiteten Gerichtslinden.

BackhausBearbeiten

Das Backhaus im Dorf.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Berndshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Berndshausen, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 27. März 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Der Ort im Internetauftritt der Gemeinde Knüllwald, abgerufen im August 2015
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain (GVBl. II 330-22) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 356, § 12 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,3 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 393.