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Elinor von Wallerstein

österreichische Schauspielerin

LebenBearbeiten

Elinor von Wallerstein, auch Ellinor von Wallerstein, wirkte vor allem als Theaterschauspielerin. Ihr Repertoire reichte von den Klassikern über Hugo von Hofmannsthal, Johann Nestroy und Frank Wedekind bis zur Moderne. Zu ihren Glanzrollen gehörte insbesondere die Frau Marthe im Urfaust und in Faust I, die sie unter anderem 1944 in München unter der Regie von Otto Falckenberg neben Friedrich Domin als Mephisto spielte.[2][3] Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte sie als Gastschauspielerin am Theater der Jugend in Stuttgart.[4]

Seit der Spielzeit 1948/49 trat von Wallerstein bis Ende der 1970er Jahre regelmäßig am Bayerischen Staatsschauspiel in München auf. Zu ihren Rollen dort gehörten unter anderem: Frau Brigitte in Der zerbrochne Krug (Oktober 1948, Theater am Brunnenhof), Königin in Undine (November 1948, Theater am Brunnenhof), Lina Beermann in Moral von Ludwig Thoma (September 1949, Theater am Brunnenhof), Frau Linde in Nora oder Ein Puppenheim (März 1950, Theater am Brunnenhof), Susie in Alle meine Söhne von Arthur Miller (Oktober 1950, Theater am Brunnenhof), Claudia Galotti in Emilia Galotti (Dezember 1951, Residenztheater München), Baronin Pitard Veiguiolles in dem Schauspiel Das große Abc von Marcel Pagnol (Januar 1952, Residenztheater München), Herzogin von Trémouille in Die heilige Johanna (April 1952, Residenztheater München), Prudencia in Bernarda Albas Haus (Dezember 1952, Residenztheater München), Mrs. Maisie Madigan in der Deutschen Erstaufführung des Theaterstücks Juno und der Pfau von Sean O'Casey (Mai 1953, Residenztheater München), die Marketenderin Chispa in Der Richter von Zalamea (Juli 1953, Residenztheater München), Madame Bischof in Die Soldaten (September 1953, Residenztheater München), Frau Motes in Der Biberpelz (September 1962, Residenztheater München), Madame Storch in der Posse Das Mädl aus der Vorstadt (Januar 1963, Residenztheater München), Lise in Cyrano de Bergerac (Juli 1963, Residenztheater München), Frau Bergmann in Frühlings Erwachen (Juli 1964, Residenztheater München) und Signora Geltruda in Der Fächer von Carlo Goldoni (Mai 1970, Residenztheater München).[5]

1965 war sie Heros Mutter in einer Inszenierung von Franz Grillparzers Schauspiel Des Meeres und der Liebe Wellen im Münchner Cuvilliés-Theater. In der Spielzeit 1976/77 spielte sie am Bayerischen Staatsschauspiel in München in einer Inszenierung von Dietrich Haugk die Kammerfrau der Lady Macbeth in einer Neuinszenierung von Macbeth.[6] Diese Rolle hatte sie dort bereits in einer früheren Inszenierung (Premiere: Mai 1964) von Axel von Ambesser gespielt.

Ab Mitte der 1950er Jahre war von Wallerstein auch in einigen Kinofilmen sowie in Fernsehproduktionen zu sehen. Ihre Filmkarriere begann mit den Märchenfilmen Zwerg Nase und Rotkäppchen. In einer Fernsehverfilmung des Bayerischen Rundfunks übernahm sie 1955 die Rolle der Anna Andrejewna in der Komödie Der Revisor. 1955 spielte sie unter der Regie von Max Ophüls in dessen Film Lola Montez in einer kleineren Rolle als Königin mit. 1960 war sie mit Joachim Fuchsberger in dem Kriminalfilm Endstation Rote Laterne zu sehen. Ab Mitte der 1960er Jahre widmete sich von Wallerstein dann fast ausschließlich dem Fernsehen. 1974 war sie in der Episode Der Waldweg, der allerersten Folge der Kriminalserie Derrick, zu sehen.

Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin arbeitete sie beim Bayerischen Rundfunk intensiv als Sprecherin für Hörspiele. Unter der Regie von Willy Purucker wirkte sie 1957 in der Hörspielfassung von Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk mit.[7] 1958 übernahm sie in München in einer Rundfunkproduktion der Operette Gräfin Mariza die Sprechrolle der Fürstin Božena Guddenstein zu Clumetz.[8] 1959 war sie in dessen Produktion des Krimis Paul Temple und der Conrad-Fall (einziger Paul-Temple-Krimi des BR) von Francis Durbridge zu hören.[9] 1959 übernahm sie die Rolle der Mrs. Bennett in einer Hörspielfassung des Romans Stolz und Vorurteil.[10] 1965 wirkte sie als Mrs. Shounders in dem Kriminalhörspiel Trommeln gehört zum Handwerk aus der Romanserie Gestatten, mein Name ist Cox mit.[11] 1969 nahm sie für den Bayerischen Rundfunk das Kriminalhörspiel Besuch ohne Anmeldung von Arnold E. Ott auf.[12] 1971 wirkte sie, wiederum für den Bayerischen Rundfunk, in dem Abenteuerhörspiel Die Pferdediebe von Arkansas von Paul Alverdes nach dem Roman Die Regulatoren in Arkansas von Friedrich Gerstäcker mit.[13] Für den Österreichischen Rundfunk nahm sie 1970 das Hörspiel Maxine von Wolfgang Hildesheimer auf.[14]

FilmografieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Piet Hein Honig, Hanns-Georg Rodek: 100001. Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts. Showbiz-Data-Verlag, Villingen-Schwenningen 1992, ISBN 3-929009-01-5, S. 1003. Dort wird als Staatsangehörigkeit Österreich angegeben.
  2. Das Münchner Film und Kino Buch von Sylvia Wolf/Ulrich Kurowski, 1988, S. 285 (Auszüge bei Google Books)
  3. Faust und Mephisto von Helmut Grosse/Bernd Vogelsang, 1983, S. 107 (Auszüge bei Google Books)
  4. Deutsches Bühnen-Jahrbuch Band 56 (1948), S. 372
  5. ...dann spielten sie wieder. Das Bayerische Staatsschauspiel 1946–1986. München 1986. ISBN 3-765-42059-X
  6. Heute abend stirbt Hamlet Münchner Theater-Tagebuch Residenztheater 1970-1977 (Auszüge bei Google Books)
  7. Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk BR 1957, Eintrag bei HÖRDAT
  8. Gräfin Mariza Besetzung
  9. Paul Temple und der Conrad-Fall (Memento des Originals vom 4. Juni 2004 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hoerspielkrimi.de BR 1959; Eintrag bei hoerspielkrimi.de
  10. Stolz und Vorurteil Eintrag bei Kritikatur, Hörspiele und Hörbücher
  11. Trommeln gehört zum Handwerk BR 1965, Eintrag bei HÖRDAT
  12. Arnold E. Ott: Besuch ohne Anmeldung (Memento vom 13. September 2011 im Internet Archive), BR 1969, Regie: Walter Netzsch
  13. Die Pferdediebe in Arkansas Eintrag bei Audiobooks Magazin
  14. Wolfgang Hildesheimer 1916 - 1991 von Franka Köpp/Sabine Wolf, S. 268 (Auszüge bei Google Books)