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Ed Bryant 2016

Edward „Ed“ Winslow Bryant Jr. (geboren am 27. August 1945 in White Plains, New York; gestorben am 10. Februar 2017 in Denver) war ein amerikanischer Autor von Science-Fiction- und Horror-Literatur.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Bryant war der Sohn von Edward Winslow Bryant und Anne Harter, geborene Van Kleeck. Als er sechs Monate alt war, zog die Familie auf eine Farm in Wyoming, wo Bryant aufwuchs. Als er ungefähr 10 war, musste die Farm aufgegeben werden, sein Vater wurde Wanderarbeiter und schließlich Postangestellter in Wheatland, Wyoming, seine Mutter arbeitete bei einem Rechtsanwalt. Bryant studierte mit einem Stipendium an der University of Wyoming, wo er 1967 mit einem M. A. in Literaturwissenschaft abschloss. Der Titel seiner Abschlussarbeit war Imagery of the Path in the Novels of Herman Hesse.[1] Zuvor hatte er als Discjockey bei KYCN Radio in Wheatland (1961–1963) und als Nachrichtenredakteur bei KOWB Radio in Laramie (1965) gearbeitet. Von 1968 bis 1969 war er Expedient bei Blevins Manufacturing und 1970 Lehrer an der Sherwood Oaks Experimental High School.

1968 und 1969 war er Teilnehmer des Clarion Science Fiction Writers’ Workshop für angehende SF-Autoren, wo er Harlan Ellison kennen lernte, mit dem zusammen er seinen einzigen Roman verfasste, eine Adaption von Ellisons Drehbuch für den Pilotfilm der kanadischen SF-Fernsehserie The Starlost. Es waren weitere Adaptionen geplant, die aber nicht zustande kamen. Seine erste Kurzgeschichte war im Januar 1970 in New Worlds #197 veröffentlicht worden und von nun an arbeitete Bryant als freier Schriftsteller, wobei er zunächst Schwierigkeiten hatte, seine Arbeiten an Magazine wie Paris Review und North American Review zu verkaufen, denen seine Stories zu sehr in Richtung SF gingen, während den SF-Magazinen umgekehrt seine Geschichten zu literarisch waren.[1] 1972 zog er nach Denver, Colorado, wo er im gleichen Jahr nach dem Vorbild der Clarion Workshops die Northern Colorado Writers Workshops begründete und über viele Jahre leitete. 1973 erschien eine erste Sammlung seiner Arbeiten, Among the Dead and Other Events Leading Up to the Apocalypse, und 1979 wurde er für die Kurzgeschichte Stone (deutscher Titel: Die Schere zerbricht am Stein) mit dem Nebula Award ausgezeichnet.

Er blieb als Autor von Kurzgeschichten produktiv bis 1999. Er litt seit längerer Zeit an Diabetes Typ 1 und 2000 wurde eine fortgeschrittene Osteoporose diagnostiziert, nachdem er sich im Schlaf einen Knochen in der Schulter gebrochen hatte.[1] In den folgenden Jahren schrieb er hauptsächlich Buchbesprechungen und Berichte von SF-Conventions für das Magazin Locus. Durch die Komplikationen und Kosten seiner Diabetes-Erkrankung und einer Bypass-Operation von 2004 in finanzielle Bedrängnis geraten, starteten seine Freunde 2010 eine Crowdfunding-Aktion, um ihm zu helfen.[2]

2017 starb er im Alter von 71 Jahren.

Über die Gegenstände der Phantastik und sein Verhältnis zu ihnen sagte er:

„I believe the wondrous exists. But it's really a metaphor for some very physical, nitty-gritty realities. Certainly while I'm writing, in that act of creating people and worlds, I suspend my sense of disbelief. I believe in the things I'm writing about.“

„Ich glaube an die Existenz des Wunderbaren. Aber es ist eine Metapher für ein paar sehr harte, sehr grundlegende Tatsachen. Beim Schreiben aber, während des Erfindens von Figuren und Welten, lasse ich meinen Unglauben beiseite. Ich glaube an das, worüber ich schreibe.“[1]

AuszeichnungenBearbeiten

Neben den genannten Auszeichnungen wurden Arbeiten von Bryant vielfach nominiert, unter anderem für Hugo Award, World Fantasy Award, Bram Stoker Award, Theodore Sturgeon Memorial Award und Locus Award.

WerkeBearbeiten

Romane und Novellen
  • mit Harlan Ellison: Phoenix Without Ashes (1975)
  • The Man of the Future (1990)
  • Fetish (1991)
  • The Cutter (1991)
  • The Thermals of August (1992, überarbeitete Fassung einer Kurzgeschichte von 1981)
  • Aqua Sancta (1993)
Sammlungen
  • Among the Dead and Other Events Leading Up to the Apocalypse (1973)
  • Cinnabar (1976)
    • Deutsch: Eine Stadt namens Cinnabar. Nachwort von Hans Joachim Alpers. Moewig Science Fiction #3611, 1983, ISBN 3-8118-3611-0.
  • Wyoming Sun (1980)
  • Particle Theory (1981)
  • Neon Twilight (1990)
  • Darker Passions (1992)
  • The Baku: Tales of the Nuclear Age (2001)
  • Trilobyte (2014)
  • Predators and Other Stories (2014)
Kurzgeschichten

Übersetzte Kurzgeschichten, die nicht in der Sammlung Eine Stadt namens Cinnabar enthalten sind:

  • 2.46593 (1973)
    • Deutsch: Zwei Komma VierSechsFünfNeunDrei. Übersetzt von Thomas M. Loock. In: Michael Kubiak (Hrsg.): Kontakte: Neue erotische SF-Geschichten. Bastei Lübbe Science Fiction Bestseller #22079, 1985, ISBN 3-404-22079-X.
  • Paths (1973)
    • Deutsch: Der Gipfel der Schöpfung. In: Isaac Asimov, Martin Harry Greenberg, Joseph D. Olander (Hrsg.): Feuerwerk der SF. Goldmann (Edition '84: Die positiven Utopien #8), 1984, ISBN 3-442-08408-3.
  • Shark (1973)
    • Deutsch: Der Hai. Übersetzt von Leni Sobez. In: Kate Wilhelm (Hrsg.): Der Plan ist Liebe und Tod. Moewig (Playboy Science Fiction #6730), 1982, ISBN 3-8118-6730-X.
  • Stone (1978)
    • Deutsch: Die Schere zerbricht am Stein. Übersetzt von Rose Aichele. In: Manfred Kluge (Hrsg.): Die Trägheit des Auges. Heyne SF&F #3659, 1979, ISBN 3-453-30574-4.
  • Kicks Are For Kids (1978)
    • Deutsch: Sensationen sind für die Kinder. Übersetzt von Leni Sobez. In: Roy Torgeson (Hrsg.): Die verdorbene Frau. Moewig (Playboy Science Fiction #6720), 1981, ISBN 3-8118-6720-2.
  • Teeth Marks (1979)
    • Deutsch: Bißwunden. Übersetzt von Barbara Schönberg. In: Manfred Kluge (Hrsg.): Fenster. Heyne SF&F #3866, 1982, ISBN 3-453-30752-6.
  • giANTS (1979)
    • Deutsch: Das New-Mexico-Projekt. Übersetzt von Hans Schütz. In: Werner Fuchs (Hrsg.): Visum für die Ewigkeit. Knaur SF&F #5743, 1982, ISBN 3-426-05743-3.
  • Precession (1980)
  • We'll Have Such a Good Time, Lover (1980)
    • Deutsch: Wie schön wird es sein, Liebster. Übersetzt von Leni Lobez. In: Roy Torgeson(Hrsg.): Sonate für drei Elektroden. Moewig (Playboy Science Fiction #6731), 1982, ISBN 3-8118-6731-8.
  • Strata (1980)
    • Deutsch: Relikte. Übersetzt von Biggy Winter. In: Manfred Kluge (Hrsg.): Terrarium. Heyne SF&F #3931, 1982, ISBN 3-453-30854-9.
  • The Thermals of August (1981)
    • Deutsch: Himmelskämpfer. Übersetzt von Rainer Schmidt. In: Ronald M. Hahn (Hrsg.): Das fröhliche Volk von Methan. Heyne SF&F #3948, 1983, ISBN 3-453-30874-3.
  • The Man of the Future (1984)
    • Deutsch: Der Mann der Zukunft. Übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf. In: Ronald M. Hahn (Hrsg.): Der Zeitseher. Heyne SF&F #4265, 1986, ISBN 3-453-31244-9.
  • Author's Notes (1987)
    • Deutsch: Notizen des Autors. Übersetzt von Harro Christensen. In: Ellen Datlow, Terri Windling (Hrsg.): Das neue Buch der Fantasy. Bastei Lübbe Paperback #28191, 1990, ISBN 3-404-28191-8.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Edward Bryant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Fright For Life, Artikel von Juliet Whitman vom 11. Juli 2000 in Westword.
  2. Friends of Ed Bryant