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Duma (Syrien)

Verwaltungszentrum des gleichnamigen syrischen Distrikts

Duma (arabisch دوما, DMG Dūmā, französisch auch Douma) ist das Verwaltungszentrum des gleichnamigen syrischen Distrikts sowie des diesem übergeordneten Gouvernements Rif Dimaschq. Duma liegt ca. 660 m ü. M.[1] und hat 117.679 Einwohner (2007). Damit ist Duma die neuntgrößte Stadt Syriens. Sie gehört zur nordöstlichen Agglomeration der Hauptstadt Damaskus.

دوما
Duma
Duma (Syrien)
Duma
Duma
Koordinaten 33° 34′ N, 36° 24′ OKoordinaten: 33° 34′ N, 36° 24′ O
Basisdaten
Staat Syrien

Gouvernement

Rif Dimaschq
Höhe 660 m
Einwohner 117.679 (2007)

Bürgerkrieg seit 2011Bearbeiten

 
Eine Barrikade in Duma während der Proteste in Syrien (Januar 2012)

Am 21. Januar 2012 wurde die Stadt für einige Stunden – nach der Stadt Zabadani 30 km nordwestlich von Damaskus – zur zweiten Stadt, die von bewaffneten Gruppen eingenommen wurde.[2][3]

Die Stadt ist seit 2013 von Regierungstruppen eingeschlossen und wird von der radikalsalafistischen Miliz Dschaisch al-Islam, kontrolliert. Die Versorgung der Bevölkerung ist der „Gnade“ von Schmugglern ausgeliefert.[4] Während der Belagerungszeit wurde das syrische Zivilgesetzbuch von 1949 nie aufgehoben, was bedeutete, dass im Gegensatz zur Zeit der Herrschaft der Baath-Partei tatsächlich zivilgesellschaftliche Organisationen gebildet werden konnten. In Duma entstand ein Frauenzentrum, in welchem Frauen über ihre Rechte informiert wurden, zudem eine Bibliothek, in welcher sich mehrheitlich Frauen informieren.[5]

Ein revolutionäres Magazin von Bürgerrechtlern musste 2017 wegen „unislamischer Werte“ aufgegeben werden. Die prominente Aktivistin Razan Zaitouneh war in Duma seit 2014 verschwunden und mit Stand März 2018 auch nicht mehr aufgetaucht; sie hatte die Menschenrechtsverletzungen aller Gruppen dokumentiert. [4]

Ein Großteil der Region Ost-Ghuta wurde im März 2018 von der syrischen Armee erobert, die restlichen Gebiete unter Kontrolle diverser islamistischer Gruppen, darunter auch die Stadt Duma, wurden in drei Kessel aufgespalten. Nach der Räumung des Kessels von Harasta liefen im März auch mit der Islamistenformation Dschaisch al-Islam Gespräche über die Aufgabe der Stadt Duma.[6]

Mutmaßlicher Giftgaseinsatz im April 2018Bearbeiten

Nach diversen Berichten über Chlorgas-Attacken am 7. und 11. März[7] soll es am 7. April 2018 zu einem erneuten Einsatz von Giftgas gekommen sein[8]; tags darauf zogen sich die Aufständischen zurück.[9] Das Verteidigungsministerium Russlands beschuldigte offiziell die Regierung des Vereinigten Königreichs der Inszenierung eines Giftgasangriffs auf Duma am 7. April mit angeblich 40 Toten. Die Angehörigen der Weißhelme hätten nach Einschätzung der Russen unter Druck der britischen Regierung die Bilder des Giftgasangriffs gestellt. Beweise wurden von russischer Seite nicht vorgelegt.[10] Mitarbeiter der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sollten am 14. April vor Ort Untersuchungen aufnehmen,[11] was Russen und Syrer ihnen aber nicht erlaubten. Zur Rechtfertigung dafür wurde behauptet, Dokumente der Vereinten Nationen hätten gefehlt; auch der Luftangriff auf das 8 Kilometer entfernte Barseh, Teil des Koalitionsangriffs vom 14. April wurde erwähnt.[12] Am 20. April hatten die Inspektoren noch immer nicht mit ihrer Arbeit beginnen können.[13]

EinzelnachweiseBearbeiten