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Dreis-Tiefenbach ist der zweitgrößte Stadtteil von Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen. Es ist 7,4 km² groß und hat 5230 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2018).

Dreis-Tiefenbach
Stadt Netphen
Koordinaten: 50° 54′ 52″ N, 8° 3′ 14″ O
Höhe: 264 (262–350) m
Fläche: 7,39 km²
Einwohner: 5230 (31. Dez. 2018)
Bevölkerungsdichte: 708 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 57250
Vorwahl: 0271

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Dreis-Tiefenbach liegt etwa 3,5 km westlich der Netphener Kernstadt und 5 km nordnordöstlich jener von Siegen. Es befindet sich auf etwa 262 bis 350 m Höhe. In der Nähe des Ortes liegt der Dreisbacher Berg (426 m). Durch den Ort fließt die Sieg, Zuflüsse sind der Dreisbach und der Zinsenbach. Die Umgebung der Ortschaft besteht aus relativ großflächigen Mischwäldern und weiten Fluren.

NachbarorteBearbeiten

Nachbarorte von Dreis-Tiefenbach sind Eckmannshausen im Norden, Oelgershausen im Nordosten, Netphen im Osten, Breitenbach im Südosten, Bürbach im Süden, Weidenau im Südwesten, Niedersetzen im Westen und Obersetzen im Nordwesten.

GeschichteBearbeiten

ÜberblickBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich 1239. Um 1300 wurden neben dem Ort Dreisbach noch eine Mühle genannt.[1] Im späten 19. Jahrhundert entstand der Ort durch das Zusammenwachsen der Orte „Dreisbach“ und „Tiefenbach“. 1885 wird der Ort noch als Dreisbach-Tiefenbach bezeichnet.[2]

1469 wurde die „Sankt Leonhards-Kapelle“ erwähnt. Sie wurde seit 1651 simultan genutzt und bereits 1895 abgerissen. Eine katholische Kapelle des Ortes wurde 1862/63 erbaut und bestand bis 1953. Am 20. Juli 1881 richtete ein Unwetter nach wochenlang anhaltender Hitze schwere Schäden im Ort an.[3]

Die evangelische Pfarrkirche steht seit 1933/34 auf dem Liesch. 1819 wurde eine katholische Schule gebaut, die 1928 durch eine neue ersetzt wurde. 1910 entstand die Freiwillige Feuerwehr, neun Jahre später gründete sich der Sportverein „SV 1919 Dreis-Tiefenbach e.V.“.

Bis zur kommunalen Neugliederung gehörte der Ort dem Amt Netphen an. Am 1. Januar 1969 wurde der Ort in die Großgemeinde Netphen eingegliedert[4]. Seit dem Januar 2000 ist Dreis-Tiefenbach ein Stadtteil der Stadt Netphen.

EinwohnerzahlenBearbeiten

Einwohnerzahlen des Ortes:[5]

Jahr Einwohner
1818 5571
1885[2] 9841
1895[6] 10502
1905 13521
1910[7] 14521
1925[8] 21731
Jahr Einwohner
1933[9] 2209
1939[9] 2391
1950 3240
1961[10] 4063
1965[11] 4338
1967 4280
Jahr Einwohner
1994[12] 5531
2005 5118
2009 5167
2012 5156
2013 5073

1Dreisbach: 503 Einwohner, Tiefenbach: 481 Einwohner
2Dreisbach: 566 Einwohner, Tiefenbach: 484 Einwohner

PolitikBearbeiten

Derzeitiger (Stand: März 2016) Ortsbürgermeister ist Reinhard Kämpfer.[13]

Ehemalige OrtsvorsteherBearbeiten

  • Georg Schäffer († 28. Dezember 2000)[14]
  • Karl-Heinz Flender

VerkehrBearbeiten

Dreis-Tiefenbach liegt an der B 62, die zwischen Siegen und Dreis-Tiefenbach in eine Abzweigung der Hüttentalstraße übergeht. Außerdem verfügt der Ort über einen Bahnhof an der Kleinbahn Weidenau–Deuz, der jedoch stillgelegt wurde.

Soziale EinrichtungenBearbeiten

Der Ort hat eine Grundschule, drei Kindergärten, fünf Bolzplätze, acht Spielplätze und einen Sportplatz. Außerdem steht für Feiern eine Grillhütte bereit. Daneben hat Dreis-Tiefenbach folgende soziale und öffentliche Einrichtungen:

  • Jugendfreizeitstätte
  • Ev. Gemeindehaus des CVJM und kirchliche Gemeinschaft
  • Dreisbachhalle
  • Kunstturnleistungszentrum
  • Schützenhaus
  • Friedhof
  • Freiwillige Feuerwehr
  • DRK
  • Versammlungshaus der Darbysten in der Wernsbach

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Zahlreiche Wanderparkplätze gibt es um Dreis-Tiefenbach. Von dort kann man um den Ort und im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge wandern.

Die „Alte Burg“ in der Ortsmitte ist eine alte Zungenburg aus dem 12. Jahrhundert, liegt auf ca. 320 Höhe und ist ein guter Aussichtspunkt auf den Ort und sein Umland.

1715 wurde das Haus Pithan erbaut, dort haben die Gewerke des 400 Jahre alten Eisenhammers gewohnt. 2003 kaufte der Heimatverein das Haus und renovierte es bis 2006. Auf zwei Etagen wird vom Verein eine Ausstellung zum Thema Eisenverhüttung und -verarbeitung gezeigt.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Wilhelm Schäfer, Hans Schuffenhauer: Dreis-Tiefenbach – Eine Chronik meines Heimatortes. 1962.
  • Hans-Joachim Braach, Ferdinand Lutz: Juchhee statt Achherrjee – Siegerländer Originale und Anekdoten aus Dreis-Tiefenbach. 2002.
  • Katholische Kirchengemeinde (Hrsg.): 50 Jahre Kirche Namen Jesu in Dreis-Tiefenbach. Festschrift zum Jubiläum Juli 2003.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Siegener Urkundenbuch. Band I. Siegen. 1887, S. 207, Anhang.
  2. a b Westfälisches Gemeindelexikon. 1887, S. 108–109.
  3. Zurückgeblättert... In: Siegener Zeitung. 30. Juli 2011, S. 43.
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 71.
  5. Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968
  6. Westfälisches Gemeindelexikon. 1897, S. 110/111.
  7. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Siegen
  8. genealogy.net: Amt Netphen
  9. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Siegen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 177.
  11. Volkhard Wrage: Erfolg der Territorialreform. Duncker & Humblot, Berlin 1975, S. 16. (Schriftenreihe der Hochschule Speyer Band 56)
  12. Bernhard Oltersdorf: Netphen (Memento des Originals vom 7. März 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lwl.org (PDF; 9,0 MB), ca. 1995
  13. Dreis-Tiefenbach auf netphen.de, abgerufen am 23. März 2016
  14. Den Toten ein ehrendes Gedenken. In: Siegerländer Heimatkalender. 2002, S. 41, 77. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V., Verlag für Heimatliteratur