Dobrzyń (Nidzica)

Dorf in Polen

Dobrzyń (deutsch Gutfeld) ist ein polnisches Dorf in der Woiwodschaft Ermland-Masuren im Powiat Nidzicki und der Stadt- und Landgemeinde Nidzica.

Dobrzyń
Dobrzyń führt kein Wappen
Dobrzyń (Polen)
Dobrzyń
Dobrzyń
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Nidzica
Gmina: Nidzica
Geographische Lage: 53° 26′ N, 20° 22′ OKoordinaten: 53° 25′ 38″ N, 20° 21′ 48″ O
Einwohner: 150
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NNI
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Działdowo–Olsztyn
Nächster int. Flughafen: Danzig
Warschau



Dorfteich von Dobrzyń

Geographische LageBearbeiten

Dobrzyń (Gutfeld) liegt östlich von Frąknowo (Frankenau), westlich von Łyna (Lahna), südlich von Bujaki (Bujaken) und nordwestlich von Wietrzychowo (Dietrichsdorf). Die Gemeinde besteht aus dem alten Dorfkern, der sich um einen Dorfteich gruppiert, und der Siedlung zwischen eigentlichem Dorf und Bahnhof sowie einigen Gebäuden in der Nähe des Bahnhofes. Dobrzyń liegt an der Bahnlinie Nidzica (Neidenburg)–Olsztyn (Allenstein). Es ist Teil der Gemeinde Nidzica (Neidenburg).

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung von Gutfeld (Dobrzienen) erfolgte 1355. Die Geschichte des Dorfes spielte sich im Rahmen der Geschichte des Amtes und späteren Kreises Neidenburg ab, zu dem es gehörte. Gutfeld gehörte zum Kirchspiel Lahna. 1840 fielen viele Einwohner einer Choleraepidemie zum Opfer. Im Jahr 1914 fanden heftige Kämpfe im Rahmen der Tannenbergschlacht auf dem Gebiet der Gemeinde statt, die zuerst von der russischen Armee unter General Samsonow erobert wurde, dann jedoch vom deutschen Heer zurückerobert wurde, das Dorf nahm hierbei schweren Schaden.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Gutfeld gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Gutfeld stimmten 166 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[1]

Gutfeld wurde am 20. Januar 1945 von der Roten Armee besetzt und erneut schwer beschädigt, nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es an Polen übergeben.

In den Jahren 1975 bis 1998 gehörte Dobrzyń zur Woiwodschaft Olsztyn.

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

In Gutfeld wurde der polnische Schriftsteller, Dichter und Senator Erwin Kruk (1941–2017) geboren.

LiteraturBearbeiten

  • Max Meyhöfer: Die Landgemeinden des Kreises Neidenburg. Thomann, Landshut 1969.

WeblinksBearbeiten

Commons: Dobrzyń (Wojewodschaft Ermland-Masuren) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 89