Dieter Noeske

Orgelbauer
Orgelbau Rotenburg
Rechtsform Einzelunternehmen
Gründung 1960
Sitz Rotenburg an der Fulda
Leitung Dieter Noeske
Branche Musikinstrumentenbau
Website [1]

Dieter Noeske (* 1936 in Wriezen) ist ein deutscher Orgelbauer.

LebenBearbeiten

Dieter Noeske wurde als Sohn des Kaufmanns Berthold Noeske geboren und erhielt als Kind Klavier- und Geigenunterricht. Den Orgelbau erlernte er bei Karl Gerbig in Eberswalde. Anschließend folgten die Gesellenjahre bei Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt, wo er sich auf die Intonation konzentrierte.[1] Mit 23 Jahren übernahm er 1960 die Orgelwerkstatt von August Möller in Rotenburg an der Fulda, die ihrerseits auf eine lange Orgelbautradition zurückblickt.[2] Im Jahr 1964 legte er die Meisterprüfung bei Paul Ott ab.[3] Seit 2008 ist sein Werkstattmeister Peter Kozeluh (* 1961) Teilhaber der Firma.[1]

WerkBearbeiten

Noeske ist den klassischen Prinzipien des Orgelbaus verpflichtet, ohne sich auf eine bestimmte Stilperiode festzulegen. Seit 1964 entstanden etwa 120 Orgelneubauten, die vorwiegend in Hessen, Norddeutschland und Berlin errichtet wurden. Ab den 1990er Jahren setzte Noeske sich für den Erhalt von Dorforgeln in Ostdeutschland ein.[1]

Werkliste (Auswahl)Bearbeiten

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
um 1960 Odenhausen (Lumda) Ev. Kirche   I/P 7 1978 als gebrauchte Orgel erworben[4]
1962 Rotenburg an der Fulda Jakobikirche II/P 30 Erweiterungsumbau der Orgel von Jost Friedrich Schäffer (1682); 1989 von Noeske umgebaut
1964 Sontra St. Marien II/P 24 ursprünglich ohne selbstständiges Pedal; Neubau hinter historischem Prospekt von Johann Adam Gundermann (1711)
1969 Melsungen Stadtkirche Melsungen   II/P 27 Neubau
1970–1971 Berlin-Schmargendorf Dorfkirche Schmargendorf   I/P 14 Neubau
1971 Tann (Rhön) Stadtkirche II/P 27 Neubau; 2001 Revision und Ergänzung vakanter Register durch Hoffmann Orgelbau
1973 Bad Arolsen Stadtkirche   III/P 37 Neubau hinter Rokoko-Prospekt von Johann Stephan Heeren/Marcus Christoph Krau (1779–1782)
1974 Berlin-Borsigwalde Gnade-Christi-Kirche   II/P 23 Neubau
1974 Oberkaufungen Stiftskirche III/P 40 Neubau, 1980 und 2004 von Noeske umgebaut
1982 Feudingen Evangelische Kirche   II/P 21 Neubau hinter historischen Prospekt von 1715 unter Wiederverwendung von 3 Registern von 1893
1982 Korbach St. Nikolai II/P 24 Neubau hinter historischem Prospekt von Johann Friedrich Schäffer (1742–1744)
1983 Cleverbrück St.-Martin-Kirche III/P 40 Neubau
1987 Niederzwehren Matthäuskirche II/P 24 Neubau
1988 Berlin-Gesundbrunnen Lazarus-Krankenhaus II/P 15 Neubau
1989 Nentershausen Ev. Kirche II/P 14 Teilneubau und Rekonstruktion hinter Prospekt von Jost Friedrich Schäffer (1696)
1990 Schmillinghausen Ev. Kirche   I (II/P) 6 (16) Neubau hinter historischem Prospekt (um 1717) von Andreas Reinecke/Bernhard Reinecke (?); ausbaubar
1990–1991, 2002, 2008 Berlin-Wilmersdorf Auenkirche   IV/P 78 Erweiterungsumbau und Teilrekonstruktion der Orgel von P. Furtwängler & Hammer (1898/1922–1924)
1994 Ostenholz Ev.-luth. Kirche   I/P 8 Neubau hinter historischem Prospekt
1996 Hessisch Lichtenau Stadtkirche II/P 27 Neubau hinter neogotischem Gehäuse, das teilweise von Gebrüder Euler (1890) stammt
2001 Wellerode Evangelische Kirche II/P 13 Neubau hinter historischem Prospekt und unter Einbeziehung einzelner Register der Vorgängerorgel
2004 Rotenburg an der Fulda St. Elisabeth und Marien III/P 38 Neubau hinter Gehäuse von Ernst Rinck (1865)
2007 Wingeshausen Evangelische Kirche II/P 15 Neubau inkl. Emporenbrüstung

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Fischer: 100 Jahre Bund Deutscher Orgelbaumeister: 1891–1991. Hrsg.: Bund Deutscher Orgelbaumeister. Orgelbau-Fachverlag, Lauffen 1991, ISBN 3-921848-18-0.

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Orgelbau Rotenburg: Dieter Noeske, gesehen 29. März 2011.
  2. Siegfried Neuber: Orgelbauer in Kurhessen-Waldeck. In: Quintett. Nr. 16, 2009, S. 26–28 (online) (PDF-Datei; 1,59 MB), gesehen 29. März 2011.
  3. Hermann Fischer: 100 Jahre Bund Deutscher Orgelbaumeister: 1891–1991. Hrsg.: Bund Deutscher Orgelbaumeister. Orgelbau-Fachverlag, Lauffen 1991, ISBN 3-921848-18-0, S. 262.
  4. Franz Bösken, Hermann Fischer: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (= Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte. Band 29,2). Band 3: Ehemalige Provinz Oberhessen. Teil 2: M–Z. Schott, Mainz 1988, ISBN 3-7957-1331-5, S. 759.