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Dieter H. Kollmer

deutscher Militärhistoriker und Oberstleutnant

LebenBearbeiten

Kollmer besuchte das Gymnasium Müssenredder (Abitur 1983) in Hamburg-Poppenbüttel und die Lawton High School (High School Diploma 1982) in Lawton, Oklahoma. Nach dem Abitur trat er 1984 als Offizieranwärter des Heeres in die Bundeswehr ein. Im Anschluss an seine militärische Ausbildung und verschiedenen Verwendungen in der Fernmeldetruppe des Heeres in Neumünster und Buxtehude sowie als Jugendoffizier, studierte er von 1989 bis 1998 Geschichte und Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Universität Basel und der Technischen Universität Dresden. Während seines Studiums (1990) wurde Kollmer Mitglied des Corps Rhenania Freiburg[1], der ältesten noch existierenden Studentenverbindung der Freiburger Universität. 1998 wurde er bei Ulrich Kluge[2] an der Universität Freiburg im Breisgau mit der Dissertation Rüstungsgüterbeschaffung in der Aufbauphase der Bundeswehr. Der Schützenpanzer HS 30 als Fallbeispiel, 1953–1961 zum Dr. phil. promoviert.

Nach Beendigung des Studiums wurde er als Kompaniechef des 2. Fernmeldebataillons 430 in Blankenfelde-Mahlow eingesetzt. Im Frühjahr 2000 absolvierte er den Stabsoffizierlehrgang (SOL) an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Von 2000 bis 2005 lehrte Kollmer als Dozent für Militärgeschichte an der Offizierschule des Heeres (OSH) in Dresden. In der nachfolgenden Verwendung entwickelte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im „Modul Einsatzunterstützung“ am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Potsdam gemeinsam mit Bernhard Chiari die Reihe Wegweiser zur Geschichte weiter und durchlief auch die Ausbildung für höhere amerikanische Stabsoffiziere (Joint Professional Military Education) im zweiten Halbjahr 2007 am Joint Forces Staff College (JFSC) in Norfolk, Virginia (USA). Seit Sommer 2007 ist er zudem Redakteur der Militärgeschichtlichen Zeitschrift (MGZ), der größten militärhistorischen Fachzeitschrift im deutschsprachigen Raum.

Von 2008 bis 2010 war Kollmer Referent für Militärgeschichte und Tradition im Führungsstab der Streitkräfte (FüS I 4) in Bonn. Im Sommer 2010 übernahm er die Leitung des Bereichs „Historische Bildung“ (AIF I) am MGFA und wurde schließlich zu Jahresbeginn 2013 Projektleiter „Geschichte der Bundeswehr“ im Forschungsbereich „Deutsche Militärgeschichte ab 1945“ im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw). Seine Forschungsschwerpunkte sind Wirtschafts- und Militärgeschichte, Deutsch-dänische Beziehungen, Geschichte der Rüstung, Kalter Krieg und Offizierausbildung.

Kollmer hat seit 2011 einen Lehrauftrag am Fachbereich Soziologie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam inne.[3] Seit Sommer 2016 lehrt er zudem als externer Dozent an der Universität der Bundeswehr München am Zentralinstitut Studium plus.[4]

Im September 2017 wurde Kollmer vom damaligen österreichischen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil in den Militärhistorischen Beirat der Wissenschaftskommission beim Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport berufen.[5]

Er ist u. a. Mitglied in der Deutschen Kommission für Militärgeschichte innerhalb der Internationalen Kommission für Militärgeschichte[6], im Arbeitskreis Militärgeschichte[7] in der Clausewitz-Gesellschaft[8] und in der Gesellschaft für Sicherheitspolitik.

Kollmer ist verheiratet und lebt zurzeit in Potsdam.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

MonografienBearbeiten

  • Rüstungsgüterbeschaffung in der Aufbauphase der Bundeswehr. Der Schützenpanzer HS 30 als Fallbeispiel, 1953–1961 (= Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Nr. 93). Steiner, Stuttgart 2002, ISBN 3-515-08077-5.
  • mit Helmut R. Hammerich, Martin Rink, Rudolf J. Schlaffer: Das Heer 1950–1970. Konzeption, Organisation, Aufstellung (= Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland, Band 3), Oldenbourg, München 2006, ISBN 3-486-57974-6.

HerausgeberschaftenBearbeiten

  • mit Bernhard Chiari: Demokratische Republik Kongo (= Wegweiser zur Geschichte). Schöningh, Paderborn, 3 Auflagen 2006–2008, ISBN 978-3-506-75745-6.
  • mit Andreas Mückusch: Horn von Afrika (= Wegweiser zur Geschichte). Schöningh, Paderborn u. a. 2007, ISBN 978-3-506-76397-6.
  • mit Bernhard Chiari: Sudan (= Wegweiser zur Geschichte). Schöningh, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-506-76396-9.
  • mit Bernhard Chiari: Naher Osten (= Wegweiser zur Geschichte). 2. Auflage, Schöningh, Paderborn u. a. 2009, ISBN 978-3-506-76759-2.
  • „Vom Einsatz her denken!“. Bedeutung und Nutzen von Militärgeschichte zu Beginn des 21. Jahrhunderts (= Potsdamer Schriften zur Militärgeschichte. Bd. 22). Im Auftrag des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, ZMSBw, Potsdam 2013, ISBN 978-3-941571-26-6.
  • Militärisch-Industrieller Komplex? Rüstung in Europa und Nordamerika nach dem Zweiten Weltkrieg. Rombach, Freiburg im Breisgau 2015, ISBN 978-3-7930-9808-9.
  • mit Torsten Konopka, Martin Rink: Zentrales Afrika (= Wegweiser zur Geschichte). Im Auftrag des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit der Landesverteidigungsakademie des Österreichischen Bundesheeres. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2015, ISBN 978-3-506-78470-4.
  • mit Dorothee Hochstetter: Bundestagsausschuss für Verteidigung. Der Ausschuss für Fragen der europäischen Sicherheit/Ausschuss für Verteidigung: Juli 1955 bis Januar 1956. Im Auftrag des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (= Der Bundestagsausschuss für Verteidigung und seine Vorläufer, Band 4), Potsdam, Düsseldorf 2017, ISBN 978-3-7700-1703-4.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Caroline Buchheim: Feierlicher Geburtstag eines Corps – Das Corps Rhenania ist die älteste Studentenverbindung der Stadt und feiert an diesem Wochenende sein 200. Stiftungsfest. In: Badische Zeitung, 8. Juni 2012, S. 28; Freiburger Rhenanen (Hrsg.): Chronik der Freiburger Rhenanen 1962–2002. Mit den Lebensdaten aller Corpsbrüder 1919–2004. Mit einem Vorwort von Klaus Schinzing, o.O.u.J. (um 2004), S. 396.
  2. Dieter H. Kollmer: Rüstungsgüterbeschaffung in der Aufbauphase der Bundeswehr. Stuttgart 2002, S. 9.
  3. Vorlesungs- und Lehrendenverzeichnis: Dr. Dieter H. Kollmer, uni-potsdam.de, abgerufen am 31. Januar 2016.
  4. Dozentinnen und Dozenten Studium plus (Memento des Originals vom 4. Januar 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unibw.de, unibw.de, abgerufen am 3. Januar 2018.
  5. Dieter H. Kollmer auf der Homepage des ZMSBw, zmsbw.de, abgerufen am 3. Januar 2018.
  6. Dieter H. Kollmer auf der Homepage des ZMSBw, zmsbw.de, abgerufen am 3. Januar 2018.
  7. Kollmer, Dieter H., Dr. phil., portal-militaergeschichte.de, abgerufen am 31. Januar 2016.
  8. Dieter H. Kollmer: Was passiert, wenn ein Staat seine Streitkräfte nach Kassenlage alimentiert – Eine deutsche Retrospektive. In: Clausewitz-Gesellschaft (Hrsg.): Jahrbuch 2013. Band 9, Hamburg 2014, ISBN 978-3-9810794-9-4, S. 161 f.